Bilderläher zeigen sich interessiert

Eine besondere Risikolage in Bilderlahe: Das gesellschaftliche Leben spielt sich unmittelbar an der Ortsdurchfahrt an der Lindenallee ab. (Foto: Stroschein)

Ortsratssitzung: Starkregenereignis und Verkehrssituation auf Lindenallee waren Themen

Um Gefahrenvorsorge einer anderen Art ging es beim zweiten Hauptdiskussionsthema an diesem Abend: Die Verkehrssituation auf der Ortsdurchfahrt „Lindenallee".

Der Bilderläher Armin Neske hatte in einer schriftlichen Eingabe an den Ortsrat für diese Sitzung seine Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h wiederholt und bekräftigt. Bereits in der Vergangenheit hatte er die Unterschriften nahezu aller Anlieger der Lindenallee für diese Forderung eingeholt. Folge war schließlich die von der Stadt Seesen im Herbst vergangenen Jahres durchgeführte Seitenradarmessung in Höhe der Bushaltestelle. Dabei war bekanntermaßen (der Beobachter berichtete) herausgekommen, dass zwei Drittel der Verkehrsteilnehmer hier innerorts zu schnell unterwegs waren. Grund genug für den Ortsrat, in seiner letzten Sitzung im April unverzügliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr aufgrund dieser erheblichen Anzahl von Geschwindkeitsverstößen zu fordern, darunter erwähnte Reduzierung auf 30 km/h-Höchstgeschwindigkeit sowie das Aufbringen von Radfahrstreifen.
Ortsbürgermeisterin Christiane Raczek waren auf diese Forderungen nach eigener Auskunft erst wenige Tage vor der Sitzung die schriftlichen Stellungnahmen der beteiligten Behörden zugegangen. Tenor der Antworten von Niedersächsischer Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie vom Polizeikommissariat Seesen ist die Ablehnung einer generellen Geschwindigkeitsbeschränkung.
Begründet wird die Ablehnung von beiden damit, dass sich eine besondere Gefährdung aus der bisherigen Unfallstatistik nicht herleiten ließe. Bereits diese Passage sorgte für Unmut in der Zuhörerschaft. Viele der anwesenden Bürger konnten von eigenen Erfahrungen – oft keine Einzelfälle – berichten, von Beinahunfällen und kritischen Situationen, die noch glimpflich verlaufen seien. Natürlich finde man diese Vorfälle nicht in Unfallstatistiken, – glücklicherweise nicht. Einmütig appellierte man, auch diese bezeugten Erfahrungen und Schilderungen in eine Entscheidung mit einfließen zu lassen. Denn: Die Bilderläher Bürger lebten mit dem und erlebten den Verkehr alltäglich und seien vor Ort, – was der Polizei verständlicherweise nicht möglich sei.
Auch der Verweis auf § 45 Abs. 9 StVO im Antwortschreiben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, wonach sinngemäß besondere Umstände und örtliche Verhältnisse ein erheblich erhöhtes Risiko verursachen müssten, um entsprechende Beschränkungen des Verkehrs zu rechtfertigen, wurde von den anwesenden Bürgern kommentiert. Denn die Landesbehörde hatte solche Voraussetzungen für Bilderlahe nicht erkennen können. Die Anwesenden gaben Beispiele für die besondere Risikolage. So spiele sich das gesamte gesellschaftliche Leben unmittelbar an der Lindenallee ab: Sportveranstaltungen, zwei Reithallen, beide Kirchen, der örtliche Kindergarten, die Bushaltestelle, eine Gaststätte und die Feuerwehr – alle sind unmittelbare Anlieger der Kreisstraße. Auch hier ging der Appell an die Verantwortlichen, ihre Entscheidung aufgrund dieser besonderen Bedingungen zu überdenken.
Auch für die Mitglieder des Ortsrates ist die Angelegenheit damit noch nicht erledigt. Ortsbürgermeisterin Christiane Raczek sagte: „Ein Start ist gemacht, wir wollen nicht, dass die Sache im Sande verläuft.“ Nach ihrem Vorschlag soll auch der Verkehrsausschuss mit einbezogen werden, und man wolle weiterhin das Gespräch mit den zuständigen Behörden suchen. Das Polizeikommissariat hatte jenseits der Ablehnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung in seinem Schreiben auch einen Handlungsbedarf für Bilderlahe festgestellt und sich für weitere Gespräche angeboten. Auch Ordnungsamtsleiter Zimmermann hatte nach Aussagen der Ortsbürgermeisterin angekündigt, nach Ende der Ferien in der Sache nachhaken zu wollen, wie man am besten zu konkreten Maßnahmen kommen könne. Bezüglich der zweiten Ortsratsforderung nach Anbringung von Fahrradseitenstreifen auch innerorts auf der Lindenallee hatte Zimmermann diese aus Sicht der Verkehrsbehörde als geeignet bezeichnet. Aber auch eine solche Entscheidung könne nur in Absprache erfolgen.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 30. Juli.