Opfer der Weltkriege beim Namen nennen

Die Info- und Gedenktafel soll auf dem Areal am Ehrenmal aufgestellt werden. (Foto: Stroschein)

Gedenktafel am Ehrenmal: Nach über 50 Jahren soll in Bilderlahe die Umsetzung der Ursprungsplanung erfolgen

Eine Informations- und Gedenktafel soll auf dem Areal am Ehrenmal aufgestellt werden. Das beschloss der Ortsrat einmütig in seiner letzten Sitzung.

Mit der inhaltlichen und formalen Umsetzung wird der Bilderläher Dorfchronist Dirk Stroschein betraut. Derselbe war es auch im Spätsommer vergangenen Jahres gewesen, der die Anbringung von Namensplatten an das 1962 errichtete Ehrenmal angeregt hatte.
Vor über 50 Jahren war zunächst noch auf eine solche äußere Namensnennung der Weltkriegsopfer der Gemeinde verzichtet und lediglich eine allgemeine Gedenkinschrift am Sockelrand angebracht worden. Diese gegenüber den ursprünglichen Planungen reduzierte Ausführung war wahrscheinlich schlicht dem Platzmangel geschuldet. Denn die Verantwortlichen der damaligen Gemeinde Bilderlahe hatten sich gegen eine erste, monumentalere Variante einer Gedenkstätte am Fuße des Kapellenhügels und für den sich in seinen Größenverhältnissen harmonischer ins Umfeld einfügenden Entwurf des heutigen Ehrenmals entschieden.
Gleichzeitig war aber im Vorfeld schon eine Namensliste erstellt und dann als Dokument im Ehrenmal vermauert worden. In einem Rundschreiben des damaligen Gemeindedirektors Karl Kolle hieß es bereits 1959: „Um eine Grundlage für die ersten Beratungen [zur Errichtung eines Ehrenmals] zu finden, werden alle Einwohner der Gemeinde, welche Gefallene, Vermisste und Verschollene aus beiden Kriegen zu beklagen haben, gebeten, möglichst genaue Angaben zu machen.“
Die Angehörigen meldeten insgesamt 18 Namen für den Ersten Weltkrieg und 29 für die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die, festgehalten auf zwei „künstlerisch ausgeführten und auf schwerem Pergament hergestellten Urkunden“ und „wohlverwahrt in einem Metallbehälter“, ihren Platz im Inneren des Ehrenmals fanden.
Auf eine Kopie dieser Namensliste stieß der Bilderläher Dorfchronist bei seinen Recherchen und wandte sich mit der Idee an den Ortsrat, nun nachträglich, äußerlich sichtbar und namentlich die Opfer zu würdigen. Dies sollte, so der Wortlaut seines Vorschlags, „in dezenter, würdiger Weise“ geschehen, die zugleich „im Einklang mit dem bisherigen Charakter des Ehrenmals“ stehe.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 21. April 2016.