1,1 Millionen Euro für drei Brücken

In Königsdahlum ging es um die Kosten für die Bahnbrücke in Höhe von 296.000 Euro. (Foto: Klaube)

Unverständnis im Bauausschuss über hohe Kosten / Membranfilterpresse im Klärwerk muss auch erneuert werden

Die drei verhältnismäßig kleinen Brücken am östlichen Ortsrand von Königsdahlum in Richtung Königsturm werden die Stadt und damit dem Steuerzahler rund 1,1 Million Euro kosten.

Das sei dem Normalbürger nur schwer zu vermitteln, erboste sich bei einer am Montag durchgeführten Ortsbegehung der Bauausschussvorsitzende Dr. Gerhard Bartels. Doch nicht nur er, sondern alle Ausschussmitglieder äußerten zu dieser hohen Summe ihr Unverständnis.
Eine dieser drei Brücken ist zwischenzeitlich fertig saniert. Die Ausschreibung zur Bauleistung der mittleren Brücke hatte ein unwirtschaftliches Submissionsergebnis erbracht, so dass diese nun noch einmal ausgeschrieben und dann die Bahnbrücke mit einbezogen werden soll. Damit solle das Bauvolumen größer und für infrage kommende Firmen interessanter werden.
Die Kostenschätzung für die Bahnbrücke, also die dritte Brücke, liegt bei 245.000 Euro, wobei die Planungskosten von 51.000 Euro noch hinzukämen. Davon sollen 30.000 Euro außerplanmäßig noch in diesem Haushalt 2014 bereitgestellt werden. Insgesamt fielen für die Bahnbrücke somit 296.000 Euro an; eine Maßnahme, die im kommenden Jahr im Haushalt veranschlagt werden soll.
Der Bauausschuss hatte auf seiner 23. Zusammenkunft am Montag aber noch ein anderes kostenträchtiges Projekt auf seiner Tagesordnung. Daher gab es einen Ortstermin bei der Kläranlage in Werder. Hier geschehen seit einiger Zeit notwendig gewordene Renovierungen und Neubauten, die 870.000 Euro erfordern. Der Fortgang der Arbeiten verläuft zügig. So ist das neue Belebungsbecken mit 2800 Kubikmeter Fassungsvermögen fertig, und statt bisher sechs wird es künftig nur drei Gebläse geben. Auch befindet sich das neue Schaltsystem im Einbau. Die Umbauarbeiten sind so konzipiert, dass der laufende Betrieb auf der Anlage nicht beeinträchtigt wird.
Nun überraschte das Bauamt vor einiger Zeit die Fraktionen mit der Nachricht, dass zusätzlich eine Generalüberholung der seit 18 Jahren laufenden Membranfilterpresse einschließlich ihrer Nebenaggregate anstehe. Noch arbeite diese, wenn auch mit Fehlern und mit zusätzlichem Aufwand. Bei einer fünfmaligen Leerung pro Tag und einer Durchflussmenge von 150.000 Kubikmeter Schlamm stehe jedoch eine Sanierung an. Diese erfordere 370.000 Euro, die 2015 im Haushalt veranschlagt werden müssten. Auf die kritische Frage einiger Ausschussmitglieder, was dann anschließend noch auf die Stadt zukommen werde, versicherte Bauamtsleiter Bernd Arndt, dass auf den Neubau der Presse voraussichtlich nichts mehr folgen werde.
Was die Finanzierung dieser zusätzlich erforderlichen 370.000 Euro anbelangt, wobei die Ausschussmitglieder bereits von 400.000 Euro sprechen, erklärten bei diesem Ortstermin alle Mandatsträger, dass die Angelegenheit erst einmal noch in den Fraktionen beraten werden solle. Doch erkannten sie an, dass eine Entscheidung sehr schnell getroffen werden müsse. Auch war zu erkennen, dass einer Sanierung der Presse wohl nichts entgegenstehe. Was nicht gesagt wurde, aber mit Sicherheit zu gegebener Zeit erfolgen wird, ist für den Bürger eine voraussehbare Anhebung der Abwassergebühr, denn laut Bestimmungen müssen sich derartige Einrichtungen wie eine Kläranlage über die Gebühren tragen.
Zu dem Fußboden der Fahrzeugbox im Feuerwehrhaus Nette war auf dieser Zusammenkunft des Bauausschusses zwischen einem Rüttelboden für 8600 Euro und einem Belag mit verzahnten Gummimatten für 3500 Euro zu entscheiden. Da mit letzterem jedoch noch keine Erfahrungen bestehen, soll die Feuerwehrführung vorher noch gefragt werden.