400 Liter Diesel laufen aus Sattelzug-Tank aus

Durch den Unfall wurde die Gleitschutzwand stark beschädigt. Aus dem Lkw liefen 400 Liter Diesel aus.

140.000 Euro Schaden / Fast täglich Unfälle im Baustellenbereich auf der A 7

Seesen/Bockenem (kno/bo). Fast täglich hat der Ausbau der A 7 in der Region (Unfall-)Folgen. Dabei ist die Baustelle noch nicht einmal vor der Haustür, also im Bereich Seesen, angekommen. Auch in den frühen Morgenstunden des gestrigen Donnerstag krachte es wieder; diesmal im Baustellenbereich bei Holle, kurz vor dem Autobahndreieck Salzgitter in Richtung Hannover. Die beiden Nordfahrstreifen sind hier aufgrund des dreistreifigen Umbaus zur Zeit getrennt. Während der Hauptfahrstreifen auf der Nordfahrbahn verläuft, ist der Überholfahrstreifen auf der Südfahrbahn eingerichtet.
Ein Kühlsattelzug aus dem Bördekreis war auf dem Hauptfahrstreifen in Richtung Hannover unterwegs. Das Fahrzeug transportierte Lebensmittel von Offenbach nach Magdeburg. Gegen 5.45 Uhr verlor der 63-jährige Fahrer, der aus dem Raum Magdeburg stammt, die Kontrolle über das Fahrzeug und kam nach links von der Fahrbahn ab. Hier zerdrückte der Sattelzug auf einer Länge von 72 Meter eine Gleitschutzwand, die behelfsmäßig den Fahrstreifen sichert. Durch die Kollision löste sich an der Zugmaschine der linke Vorderreifen, der auf den Überholfahrstreifen geschleudert wurde. Außerdem wurde der Tank aufgerissen, so dass etwa 400 Liter Diesel entweichen konnten. Der Sattelzug kam dann am Mittelschutzbereich zum Stehen. Da die einzelnen Teile der Gleitschutzwand miteinander verbunden sind, wurde diese im weiteren Verlauf auf einer Länge von 260 Meter umgekippt.
Der Fahrer konnte glücklicherweise unverletzt aus seinem Fahrzeug steigen. Durch helfende Verkehrsteilnehmer konnte der Reifen auf dem Überholfahrstreifen entfernt werden, bevor weiterer Schaden eintreten konnte.
Zur Unfallaufnahme, Bergung des Fahrzeug und zur Reinigung musste der Hauptfahrstreifen ab dem Beginn der Baustelle, kurz vor der Anschlussstelle Bockenem, komplett gesperrt werden. Dadurch war auch ein Auffahren an der Anschlussstelle Bockenem in Richtung Hannover nicht mehr möglich. Um den ausgelaufenen Diesel zu beseitigen wurde die Freiwillige Feuerwehr Bockenem, die untere Wasserbehörde des Landkreises sowie eine Ölbeseitigungsfirma zur Unfallstelle gerufen.
Bei den Ermittlungen vor Ort wurde zunächst festgestellt, dass der Fahrer sein digitales Kontrollgerät unzulässigerweise mit einer fremden Fahrerkarte geführt hatte. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass der 63-Jährige während der Fahrt eingeschlafen war und es dadurch zum Unfall kam. Die Ermittlungen dauern an.
Der weitere Verkehr staute sich bis zu acht Kilometer Länge. Auch in den angrenzenden Ortschaften auf der Umleitungsstrecke kam der Verkehr nur zähflüssig voran.
Die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf etwa 140.000 Euro.