...aber wo bleiben denn nur die Bockenemer?

Besuchermagnet – die Musikgruppe der Grundschule Bornum. (Foto: Klaube)
 
Im Blickpunkt standen auch die Hundezüchter. (Foto: Klaube)

„Eine Stadt stellt sich vor“: Freiwilligenagentur MiA wurde für hervorragende Organisation nur bedingt belohnt

Bockenem (LB). Besser hätten die äußeren Rahmenbedingungen nicht sein können. Sonnenschein, angenehme Temperaturen, ein buntes Bild mit vielen Ständen auf dem Buchholzmarkt und 50 Vereine, die sich an diesem Tag hier vorstellten und allesamt gut vorbereitet zeigten. „Bockenem – eine Stadt stellt sich vor“, unter diesem Motto hatten Susanne Meyer und ihre Helferinnen und Helfer von der Freiwilligenagentur MiA – Miteinander im Ambergau – diese Veranstaltung von langer Hand geplant und waren bei der Planung auf eine ausgezeichnete Resonanz gestoßen.
Beste Absichten, beste Vorbereitung, nur der erhoffte starke Besuch blieb leider aus. Insofern herrschte an vielen Ständen bei den Befragten schon eine Portion Frust, und auch Susanne Meyer von der MiA zeigte keine Meinung, das Ganze zu beschönigen. Die 50 beteiligten Vereine, Gruppen und Institutionen repräsentieren immerhin 2500 bis 3000 Mitglieder, mithin ein gutes Viertel der gesamten Einwohnerschaft der Stadt. Doch von diesen Mitgliedern blieb der überwiegende Teil der Veranstaltung fern, und die Zahl derer, die man eigentlich ansprechen wollte, hielt sich in deutlichen Grenzen. Am stärksten fiel dabei noch die „Fan-Gemeinde“ der Bornumer Grundschule auf – Eltern und Verwandte die gekommen waren, als die Mädchen und Jungen dieser Schule ihren großen Musikauftritt hatten. Auch die anschließende Unterhaltung durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bockenem gab dieser Vereinspräsentation der Stadt Bockenem am Nachmittag noch einmal einen Schub.
Während einige wenige Vereine das Feld der Veranstaltung bereits vor dem offiziellen Schluss um 17 Uhr geräumt hatten, konnten andere dank guter Vorbereitung und Motivation dem Tag doch noch Positives abgewinnen. So präsentierten sich mit ausgezeichneten Schautafeln und guter Information sowohl die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz wie auch der Verein für Fischerei und Gewässerschutz, bei dem die 20 Mitglieder umfassende Jugendabteilung unter Jugendwart Felix Rohrbach den Stand betreute. Hier erkundigten sich sogar potenzielle neue Mitglieder. Beim Tennis­club Ambergau, der in den letzten Jahren unter argem Mitgliederschwund litt, konnte solches leider nicht vermeldet werden. Zuspruch fanden vor allem die Stände, an denen es Angebote für Kinder gab, so bei der Jugendhilfe und beim Kinderschutzbund, wo Birgit Heise-Hillebrecht mit den Kindern malte, allerdings zwischen 11 und 15 Uhr nicht mehr als 15 Bilder angefertigt worden waren. Zu den Anziehungspunkten gehörten die Darbietungen der Hundezüchter und die in Käfigen ausgestellten Tiere der Ambergauer Geflügelzüchter, zu welchen Dieter Laumann, Dieter Bäsecke und Hermann Mädge bereitwillig Auskunft gaben.
Ob diese Veranstaltung in zwei oder mehr Jahren wiederholt wird, wie ursprünglich angedacht, dazu mochte sich am Sonntag niemand definitiv äußern. „Wir haben uns als Veranstalter allesamt große Mühe gegeben, doch die Bockenemer haben das leider nicht entsprechend honoriert“: Birgit Heise-Hille­brecht vom Kinderschutzbund brachte das Fazit des Tages wohl am besten auf den Punkt.