Als sich Kinder noch über Dampfmaschinen unter dem Tannenbaum freuten

Weihnachtsgeschenk in den 50ern im Hause Besch: ein vom Vater gebautes Karussell aus Sperrholz.

Im Bockenemer Museum wurde ein neues Zimmer mit jeder Menge Kinderspielzeug aus der Vor- und Nachkriegszeit eröffnet

Heute stehen Videospiele ganz oben auf der Liste der Weihnachtsgeschenke der Kinder und Jugendlichen. Das sah früher noch anders aus. Im Hause Besch freute sich der junge Jörg-Dieter in den 50er Jahren riesig über eine Dampfmaschine oder ein Karussell aus Sperrholz, das sich auf einem Plattenspieler drehte. Gebaut hat es sein Vater, Konrad Besch, der sich gerne als Bastler betätigte.
„Dampfmaschinen waren das Nonplusultra unserer Generation. Man konnte genau beobachten, wie sich die Kraft entwickelt. Außerdem war es beeindruckend, was man alles mit ihr machen konnte“, so der heutige Leiter des Bockenemer Turmuhren- und Glockenmuseum Jörg-Dieter Besch. Betätigen durfte man sie aber erst ab zehn Jahren unter der Aufsicht von Erwachsenen und im Freien.
Das und noch einige weitere Kinderspielzeuge stehen im neu eröffneten Zimmer im Bockenemer Museum. „Einiges davon stand schon über 20 Jahre im Magazin. Jetzt haben wir endlich einen Raum einrichten können. Es kommen sicher auch noch einige weitere Spielzeuge hinzu“, so der Museumsleiter.
Schon jetzt kann sich die Sammlung sehen lassen. Ein selbstgebautes Riesenrad, ebenfalls aus Sperrholz, aus den 30er Jahren, ein Schaukelpferd aus verzinktem Blech, jede Menge Puppenhaus-Einrichtungsgegenstände und eine elektrische Merklin-Eisenbahn, Spurbreite Null. Die läuft momentan allerdings nicht, erklärt Jörg-Dieter Besch: „Da ist wohl eine Feder zum Aufziehen kaputt. Ein Bekannter wird sich das mal anschauen und hoffentlich reparieren können.“
Doch auch ohne fahrende Eisenbahn lohnt sich der Besuch des neuen Zimmers jederzeit.