An Nachwuchstechnikern mangelt es nicht

Luca Mierisch erklärt Professor Dr. Weule (links) den Farbsortierer.

Oberschule bekommt von der Weule-Stiftung drei Lehrbaukästen gespendet

Vorweihnachtliche Freude bei der Oberschule Bockenem. Die Hartmut- und Suse-Weule-Stiftung stellt in jedem Jahr rund 1.000 Euro für besondere Projekte zur Verfügung. In diesem Jahr wurden von diesem Geld für die Technik-AG Fischertechnik-Lehrbaukästen angeschafft. Mit diesen können die Schüler eigene Modellroboter bauen und diese mit selbstgeschriebenen Programmen steuern. Dieses Thema lag Professor Dr. Hartmut Weule sehr am Herzen. Da war es selbstverständlich, dass er gemeinsam mit seiner Frau nach Bockenem kam um zu schauen, was die Schüler bereits geschafft haben. Immerhin hat er in den 70er Jahren selbst am Siegeszug der „Industrieroboter“ in Deutschland mitgewirkt.
Das berichtete er in einem kleinen Vortrag, den er vor den Technik-Schülern und einigen weiteren Besuchern hielt. 1956 habe es das erste Patent auf einen Roboter gegeben, 1961 wurde der erste fertiggestellt. 1968/69 bestellte Daimler-Benz den ersten Roboter nach Deutschland. Ab 1973 kam Professor Weule hinzu, damals gab es gerade einmal 20 der neuen Geräte in Deutschland. Heute gibt es weltweit 2,5 Millionen, 150.000 davon in Deutschland. „Es wird immer mal wieder gesagt, dass diese Roboter Arbeitsplätze vernichten. Aber wenn man sich mal überlegt, welche Aufgaben sie übernehmen, dann kann man das nur verneinen. Denn das sind Tätigkeiten, die ein Arbeiter nicht vornehmen kann oder sollte“, verteidigte Weule die Arbeitshelfer.
Der ehemalige Techniklehrer Gerd Hecht leitet die Technik-AG: „Wir arbeiten hier schon seit 40 Jahren mit Fischer-Technik. Nun haben wir eine Modell Spülmaschine, einen Fahrstuhl, einen Greifarm und einen Farbsortierer hinzubekommen. So etwas brauchen wir. Das Interessante daran ist immer, wenn etwas nicht funktioniert. Dann gehen wir auf Fehlersuche und das ist das Spannende.“
Seit 2011 gibt es die Weule-Stiftung. Jedes Jahr wird das Geld für ein bestimmtes Projekt ausgegeben. Außerdem werden besondere Schülerleistungen ausgezeichnet. In den ersten beiden Jahren wurde das Geld unter anderem für selbstgebaute Cajons (Kistentrommel), das Bienenhotel, den Teich oder die Bachlaufpumpe verwendet. Diesmal gab Klaus Schüttoff einen Teil hinzu. Er ist ein ehemaliger Kollege von Gerd Hecht und beide haben sich beruflich oft ausgetauscht. Auch er war bei der Vorstellung der neuen Roboter mit dabei.
Damien Müller, Pascal Harenberg und Luca Mierisch, alles aus der 7bR, präsentierten das Ergebnis. In nur zwei Schulstunden haben sie die entsprechenden Programme für die Roboter geschrieben. Bis auf den Greifarm funktionierte alles einwandfrei. Die Nachwuchstechniker hatten ganze Arbeit geleitet.