Ankündigungstafel, Schulwald und Lappenberg

Trotz jahrelanger Diskussionen im Ortsrat hat sich beim Lappenberg am Gesamtbild bislang kaum etwas verändert.

Bockenemer Ortsrat befasst sich zum Jahresauftakt schon wieder mit vielen Themen

Eine Bilanz des abgelaufenen Jahres und die Festlegung der Vorhaben für 2013. Was lag näher, diese beiden Punkte auf der ersten Zusammenkunft des Bockenemer Ortsrates voranzustellen, zumal die wenigen anwesenden Zuhörer keinen Anlass zu Fragestellungen sahen. Deshalb lenkte Ortsbürgermeister Siegfried Berner anfangs erst einmal den Blick zurück auf den Verlauf des letztjährigen Osterfeuers und den der sommerlichen Seniorenfahrt in den Ostharz, an der sich 126 Personen beteiligten. Er erinnerte an die Weihnachtsaktion, an das Nikolaustreffen für die Eltern der 2012 geborenen Jungbürger und an die Terminabsprache mit den Vereinsvertretern zur Aufstellung eines Veranstaltungskalenders.
Dem Ortsrat standen 2012 Finanzmittel in Höhe von 7536 Euro zur Verfügung, von denen 7050 ausgegeben wurden. Davon entfielen allein 3456 Euro auf Präsente und Glückwünsche, die bei 106 runden Seniorengeburtstagen und bei 30 Ehejübiläen überbracht wurden. Damit nicht genug für die Bockenemer Altbürger; denn 1255 Euro kostete die Seniorenfahrt und 1213 Euro das Verschenken von Weihnachtssternen. Alle diese Aktionen haben sich die Ortsratsmitglieder auch 2013 auf die Fahne geschrieben. Nur stehen dann in der Summe lediglich 5900 Euro zur Verfügung.

Grundschule wünscht sich einen Schulwald

Dazu wurde als erstes sehr ausgiebig das Vorhaben einer „Ankündigungstafel“ diskutiert, die auf den Markt kommen könnte, womit der Ortsrat ein altes Thema wieder aufgreifen will. In welcher Ausführung das Ganze realisiert werden könnte, ist nach der Diskussion völlig offen. Zu der Gesamtintention gehört die Absicht, die vielen Vereinsschaukästen in der Kernstadt möglichst zu reduzieren, zumal viele ohnehin meist Nachrichten von vorvorgestern beinhalten.
Eine der an diesem Abend auftauchenden Kernfragen zielte dahin, ob die Vereine überhaupt einverstanden wären, ob sie mitmachen würden und ob solch ein „zentraler Informationspunkt“ dann tatsächlich auch von auf Dauer einigermaßen aktuell ausgestattet und bestückt werde. Bis zur Umsetzung sind also noch zahlreiche Fragen zu klären.
Als Zweites wendete sich die ausgiebige Diskussion dem Wunsch des Schulleiters und des Kollegiums der Grundschule Bockenem zu, der auf einen „Schulwald“ im „Kleinen Holz“ zielt. Die Kinder könnten hier „Wald erleben“, man würde Bäume pflanzen und auch manche Pflegearbeiten übernehmen. Ganz abgesehen von der relativ weiten Entfernung des Kleinen Holzes von der Grundschule, sofern nicht mit einem Fahrzeug angefahren wird, wies der anwesende Bürgermeister Martin Bartölke darauf hin, dass das „Kleine Holz“ ein Nutzwald sei. Als Parkwald oder öffentliche Grünanlage müsste er aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht ganz anders durchgeforstet und gepflegt werden. In diesem Fall kämen schnell einige zehntausend Euro Zusazukosten zusammen. Man solle der Bockenemer Grundschule alternativ den Bürgerpark an der Ortshäuser Straße empfehlen, der zudem viel näher liege. Diesen Bedenken schloss sich die Mehrheit der Mitdiskutierenden mit der Maßgabe an, die Grundschule auf diese Sachlage hinzuweisen und mit ihr ein Gespräch zu führen.
Anschließend befassten sich die Mandatsträger mit „Vorhaben aus den Vorjahren, die man im Auge behalten“ müsste. Hier wurde an erster Stelle der Lappenbergkomplex genannt. An dieser Stelle steht seit über zehn Jahren eine Aufwertung ebenso an wie seit fünf Jahren und vier Ortsterminen die Beseitigung der Container, von denen einer inzwischen immerhin fortgenommen werden konnte. In der Summe hat das jahrelange Reden und Füllen von Protokollpapieren jedoch noch nichts gebracht.
Weiterhin will man vom Ortsrat in Zukunft enger mit den Bürgern und den Vereinen zusammenarbeiten und auch Ortsratssitzungen von Fall zu Fall außerhalb des Rathauses durchführen. Wünschenswert wäre es ferner, wenn es gelänge, einzelne Bürger als Paten bei der Pflege von öffentlichen Pflanzbeeten zu gewinnen.
Der danach folgende Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Sanierung der Königstraße, und zwar so ausgiebig, dass darüber ein Extrabericht folgen wird.

Kernstadt hat noch 4221 Einwohner

Unter Mitteilungen brachte der Ortsbürgermeister zum Schluss die Nachricht, dass die Einwohnerzahl der Kernstadt zum Jahresende auf mittlerweile 4221 Personen abgesunken sei. Damit nähert sie sich der Schwelle von 4000 Einwohnern, die Ende nächsten Jahres unterschitten werden dürfte. Dieser latente Rückgang korrespontiert mit dem der Gesamtbevölkerung der Stadt, der pro Jahr ein Minus von 1,5 Prozent zeigt, womit nach Berechnungen des Landesbetriebes für Statistik Bockenem im Jahre 2016 nur noch 9902 und 2021 dann 9340 Einwohner hätte, ganz abgesehen von einer dann völlig kopflastigen Alterspyramide.