Anwohner wollen mehr Ruhe und Sicherheit

Anlieger frei – ansonsten ist die Nordstraße für Krafträder, Autos und Lkw tabu. (Foto: Knoblich)

Zunehmender Lkw- und Pkw-Verkehr in Nordstraße und Ebertstraße / Bürgermeister Protestschreiben überreicht

Von Karsten Knoblich,
Bockenem

Während in Mahlum nach dem Abriss der Autobahnbrücke fast himmlische Ruhe herrscht, können die Bewohner der Bockenemer Nordstraße und der Ebertstraße selbige nach eigener Aussage immer weniger finden. Sie klagen über ein wachsendes Verkehrsaufkommen vor allem durch Lkw, aber auch durch Autos, die die Nordstraße im Durchgangsverkehr nutzen, um über die Robert-Bosch-Straße die Meteor-Gummiwerke oder die Parkplätze der Firma Betonbau anzusteuern. Dadurch entstünden leider immer mehr Nachteile, heißt es in einem von mehr als 40 Anwohnern unterzeichneten Protestschreiben, das an Bürgermeister Martin Bartölke gerichtet ist. Ihre Forderung: Eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone für die Nordstraße, die Ebertstraße und die Werderstraße und ein Durchfahrtsverbot für Lkw von der Nordstraße zur Robert-Bosch-Straße.
Grundsätzlich gilt hier gemäß Verkehrszeichen bereits ein solches Verbot für Krafträder, Kraftwagen und sonstige mehrspurige Fahrzeuge. Allerdings ist da noch das kleine Zusatzzeichen „Anlieger frei“. Und das scheint offenkundig immer häufiger ignoriert oder von den motorisierten Zeitgenossen äußerst „großzügig“ ausgelegt zu werden. Per Definition ist ein berechtigter Anlieger nur, wer ein an der Straße anliegendes Grundstück bewohnt oder zu einer Erledigung aufsuchen muss.
Dass der Geräuschpegel in der Nähe eines industriell genutzten Gebiets schon einmal höher ausfallen kann, das sei verständlich; gerade zu den Zeiten des Schichtwechsels bleibe das nicht aus. Dass aber die Sicherheit der Kinder durch Lkw gefährdet werde, die auf den Seitenstraßen nichts zu suchen hätten, dürfe nicht sein. „Die Eltern sind besorgt und können ihre Sprösslinge nicht mehr wie gehabt einfach ‘laufen’ und spielen lassen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein sicherer Weg für die Kinder zu den beiden Spielplätzen im Bereich Nordstraße, Ebertstraße, Werderstraße und „Auf dem Dalsen“ sei durch die Häufung des Lkw- und Pkw-Verkehrs nicht mehr gegeben. Hinzu komme, dass durch den Schwerlastverkehr stellenweise auch die Bürgersteige und Bordsteinkanten schon Schaden genommen hätten.
Auch ein Blick in die Zukunft lässt für die Anwohner nichts Gutes erahnen. Gemeint ist der Transport von Rohstoffen für die im Nördernfeld geplante Biogasanlage. „Es kann nicht sein, dass der Hauptweg von Schlewecke, Volkersheim und Mahlum über die Nordstraße geht, weil es der kürzere Weg ist“, heißt es dazu. Vielmehr sei zu prüfen, ob nicht der Bau einer Verbindungsstraße von der Schlewecker Straße direkt zur Robert-Bosch-Straße zu realisieren sei.
Grundsätzlich eine durchaus sinnvolle Lösung, meinte Bürgermeister Martin Bartölke auf Anfrage des „Beobachter“. Im gleichen Atemzug machte der Verwaltungschef aber auch deutlich: „Das ist ein recht umfangreiches Unterfangen und stellt einen nicht unerheblichen Kostenfaktor dar.“
Gehör gefunden hat das Anliegen der Anlieger also. Nun bleibt also zu prüfen, ob und welche Schritte möglich sind, um ihren Wünschen Rechnung zu tragen.