Anwohner wünschen sich keine Veränderung

In der Königstraße soll sich nach Wunsch der Anwohner bis auf eine neue Teerdecke nichts verändern.

Königstraße soll nur eine neue Teerdecke erhalten

Bekanntlich besteht seit Jahren in verschiedenen Bereichen der Bockenemer Altstadt Sanierungsbedarf. Das weiß man bei den inzwischen nur noch 4200 Einwohnern der Kernstadt ebenso wie bei ihren politischen Vertretern und bei den 10.150 Bewohnern der Gesamtstadt. Vor einigen Monaten nun entwickelte der Bockenemer Ortsbürgermeister Siegfried Berner die Vorstellung mit der Königstraße doch endlich einmal anzufangen. Der Buchholzmarkt könne dann folgen. Die Bockenemer Geschäftsstraße sollte zukunftsorientiert umgestaltet werden, und zwar verkehrsberuhigt und mit einer Pflasterung. Seine Ortsratskollegen stimmten zu und zeigten sich mit diesem Vorschlag sehr zufrieden. Der Rat hatte im Haushaltsplan für die Maßnahme Königstraße für dieses Jahr 200.000 Euro bereitgestellt, ohne dass allerdings über bauliche Einzelmaßnahmen entschieden war.
Wenig später allerdings erfolgte die negative Bewertung aus dem kleinen Kreis der noch verbliebenen Geschäftsleute. Eine verkehrsberuhigte Königstraße sei abträglich. Der bestehende Autoverkehr und das vorhandene Parksystem dürften nicht beeinträchtigt werden. Berner und der Ortsrat ruderten etwas enttäuscht zurück und entschieden sich für ein Gespräch mit den Anliegern, um deren Vorstellungen zu erfahren. Dieses fand am 19. März statt. Dabei sprachen sich die Anwohner dafür aus, die Bürgersteige in der heutigen Form zu erhalten, keine Verengung der Straßenauslegung und keine Baumaßnahmen in die Tiefe sowie keine Pflasterung wegen möglicher Fahrgeräusche und wegen zu erwartender Beeinträchtigung der Pflasterung durch Autoreifenabrieb vorzunehmen. Stattdessen befürworteten sie einhellig eine neue Teerdecke.
Keine Aufwertung der Straße also im Sinne der vorher geäußerten Vorstellungen, sondern eine Minimallösung. Frustriert schlug der Ortsbürgermeister auf der jüngsten Zusammenkunft des Ortsrates dem Gremium vor, damit einverstanden zu sein, dass er einen Brief an den Bürgermeister und den Bauausschussvorsitzenden mit der Bitte richte, die Königstraße dem Wunsche der Anlieger entsprechend lediglich mit einer neuen Teerdecke zu versehen.
Man solle daraus eine Lehre ziehen, meinte er. Wenn man eine Sanierung der Altstadt mit der Förderung des Landes Niedersachsen wünsche und ratsseits einen entsprechenden Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm stelle, wofür sich in diesem Zusammenhang auch die stets rede- und kommentarfreudige Christina Phillips verwendete, dann wäre es ratsam, sich vorher in der Bevölkerung ein Meinungsbild zu schaffen. Dazu sollte eine Informationsveranstaltung stattfinden. Offen blieb dabei allerdings, welchen Stellenwert man der Aussage einer solchen Zusammenkunft beimessen wolle, ist doch die Altstadtsanierung ein Projekt, das mit Blick auf eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung offensichtlich als unumgänglich erachtet wird und bei dem man sich nicht auf nur Straßenausbesserungen beschränken kann.