Arbeit der MiA mit Einschränkungen gewürdigt

Der Stadtrat hat die Entscheidung zu treffen, ob die Freiwilligenagentur MiA auch im kommenden Haushaltsjahr finanziell unterstützt werden soll. Der Jugendausschuss wog das Für und Wider ab.

Stadtrat wird über die weitere Finanzierung der Freiwilligenagentur entscheiden

Wenn das Thema „Freiwilligenagentur - MiA“ auf der Tagesordnung einer Rats- oder Ausschusssitzung in Bockenem steht, ist in der Regel eine heiße Diskussion zu erwarten. Diesmal, im Jugendausschuss am Dienstagabend, lief es relativ ruhig ab.
Im Jahr 2012 wurde letztmals über den Zuschuss seitens der Stadt gesprochen und dieser für zwei Jahre zugesagt.

Nun ist es wieder so weit, die Ratsmitglieder müssen die Mittel für den kommenden Haushalt bereitstellen – oder eben auch nicht. Im Ausschuss wurde nun über die Tätigkeiten und den angedachten Finanzierungsplan gesprochen.
Zunächst stellte Ulrike Rupprecht, Leiterin des Personal-, Familien- und Kinderservicebüros der Stadt, die Zahlen vor. Demnach wird mit einem Mittelbedarf von 35.800 Euro für 2015 gerechnet. 15.000 Euro sind vom Land eingerechnet, 7.800 Euro vom Trägerverein „Mitein­ander im Ambergau“. Die restlichen 13.000 Euro müsste demnach die Stadt aufbringen. Mögliche Mehreinnahmen, beispielsweise durch höhere Spenden oder durch das Land, verringerten diesen Zuschuss. So gab es für 2014 vom Land 17.500 Euro, die Stadt muss entsprechend nur rund 10.500 Euro zuschießen. Auch einen Tätigkeitsbericht stellte die Verwaltung den Ausschussmitgliedern zur Verfügung. Knapp 5.500 ehrenamtliche Stunden werden in diesem Jahr geleistet werden. Hinzu kommen noch 1.100 Stunden für die Leiterin Susanne Meyer.
Dies wurde auch parteiübergreifend gutgeheißen, wie unter anderem Ausschussleiter Siegfried Berner (SPD) sagte: „Die Arbeit der MiA wird wohl von jedem im Rat gewürdigt!“ Sein Parteikollege Jürgen Andre ergänzte: „Niemand möchte die MiA abschaffen.“ Doch einige kritische Bemerkungen gab es von Seiten der Sozialdemokraten und Klaus-Dieter Köllner (Unabhängige) dann doch noch. Andre: „Auch andere Vereine, wie beispielsweise das DRK, leisten ehrenamtliche Arbeit und bekommen keine Gelder von der Stadt. Es könnte Unfrieden aufkommen, da wir hier nicht gerecht vorgehen. Außerdem sollte die MiA schon längst autark sein.“ Köllner war darüber hinaus der Meinung, dass die Aufgaben, die sich die Freiwilligenagentur bei ihrer Gründung gegeben hätte, nicht alle erfüllt würden. Als Beispiel nannte er die Vernetzung der Vereine im Stadtgebiet. Einige der Projekte wären hingegen nicht Aufgabe der MiA.
Die CDU reagierte mit Gegenargumenten. So sagte Katharina Spengler: „Die Schwerpunkte der Arbeit können sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern“ und Ralf Marten fügte hinzu: „Die MiA ist mit anderen Vereinen nicht zu vergleichen. Aufgaben und Zielsetzungen sind sehr unterschiedlich.“
Von Seiten der Verwaltung wurde darauf hingewiesen, dass beispielsweise dem DRK kostenlos ein städtisches Gebäude für die Kleiderkammer zur Verfügung gestellt und der Einsatz der Gelder für die Freiwilligenagentur vom Land genauestens geprüft würde. Rupprecht: „Es gab da noch nie eine Beanstandung.“ Bürgermeister Martin Bartölke merkte an, dass das Hauptziel sei, das Ehrenamt zu fördern. Dies würde erreicht, denn es seien in den fünf Jahren viele neue ehrenamtliche Helfer hinzugekommen.
Berner schloss diesen Tagesordnungspunkt mit dem Hinweis, dass es Aufgabe der Ratsmitglieder sei, Bedenken der Bewohner aufzunehmen und in die Diskussion mit einzubringen. Beschlossen wurde zu diesem Thema an diesem Abend nichts. Über die Finanzierung wird im Rahmen der Haushaltsberatungen im Stadtrat noch einmal diskutiert und dann auch entschieden werden.
Über die weiteren Themen im Jugendausschuss berichtet der „Beobachter“ in einer der nächsten Ausgaben.