Auch die Bockenemer haben morgen die Wahl

Sieben Direktkandidaten und elf Parteien stehen bei der Landtagswahl zur Auswahl

„Wer unsere Gesellschaft aktiv mitge-stalten will, sollte sein Wahlrecht nutzen“ mahnt der Kreiswahlleiter und Erste Kreisrat Olaf Levonen. Er fordert deshalb alle Wahlberechtigten auf, am morgigen Sonntag wählen zu gehen. Für die im Kreisgebiet rund 220.000 Wahlberechtigten sind 327 Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Viele haben auch schon von der Briefwahl Gebrauch gemacht, so dass beim Kreiswahlleiter bereits 10.700 Wahlbriefe eingegangen sind. Erfahrungsgemäß werden noch einige Tausend dazu kommen. Zunächst steht aber die Wahl im Vordergrund. So wurden mittlerweile die Briefwahlvorstände geschult und die Briefe gezählt und sortiert. Auch die Software für die Erfassung und Übertragung der Ergebnisse wurde bereits ge­tes­tet.
Jetzt hoffen alle zusammen auf eine hohe Wahlbeteiligung und damit einen wichtigen Impuls für die Landespolitik. Bei der letzten Landtagswahl 2008 wurde ein landesweiter Schnitt von nur 57 Prozent erreicht. Zur Landtagswahl 2003 waren es immerhin noch 67 Prozent.
Von den insgesamt 135 Abgeordneten des Landtages werden 87 in den Wahlkreisen in direkter Wahl gewählt. Einen Wahlkreis gewinnt, wer die meisten Erststimmen erhält. Die übrigen Sitze im Landtag werden nach dem Verhältnis der Zweitstimmen auf die Landeslistenbewerberinnen und -bewerber verteilt. Die Namen der Personen, die sich um ein Direktmandat und damit um die Erststimme bewerben, sind auf der linken Seite des Stimmzettels abgedruckt. In der rechten Spalte sind die zugelassenen Landeslisten der Parteien aufgeführt. An diese kann die Zweitstimme vergeben werden. Die beiden Stimmen können unabhängig voneinander abgegeben werden, Erst- und Zweitstimme müssen also nicht derselben Partei gegeben werden.

Sieben Kandidaten stehen zur Auswahl

Bockenem ist dem Wahlkreis 22 zugeordnet, zu dem der ganze östliche Landkreis Hildesheim bis hin in den Norden nach Algermissen und Sarstedt gehört. Für die Direktkandidaten, also die Erststimme, können die Wähler zwischen sieben Kandidaten auswählen:

SPD: Markus Brinkmann
FDP: Dr.-Ing. Bernd Fell
Grüne: Lars Hampel
CDU: Jens Heinemann
Die Linke: Patrick Johann
Hoppe
Piratenpartei: Jason Peper
Freie Wähler: Regina Ru-
berg.

CDU-Kandidat Jens Heinemann hat erklärt, dass er sein Direktmandat im Falle einer Wahl nicht annehmen würde. Er stand zuvor unter Druck, weil er mehrfach falsche Angaben über sein Arbeitsverhältnis und seine Schulbildung gemacht hatte (der „Beobachter“ berichtete). Die Direktkandidaten der letzten Legislaturperiode, Ursula Ernst (CDU), kandidiert nicht mehr.
Für die Zweitstimme kann zwischen den elf landesweit antretenden Parteien gewählt werden. Damit die Stimmabgabe gültig ist, müssen die Stimmzettel eindeutig gekennzeichnet sein. Schriftliche Meinungsäußerungen sind hingegen auf dem Stimmzettel fehl am Platz, sie führen zur Ungültigkeit.
Alle Stimmzettel haben in der oberen rechten Ecke ein Loch. Hierbei handelt es sich um eine Markierung, die blinden und sehbehinderten Wählern das selbstständige und passgenaue Einlegen des Stimmzettels in die vom Landesblindenverband ausgegebenen Wahlschablonen ermöglicht.
Anlässlich der Landtagswahl sind einige Wahlbezirke in die repräsentative Wahlstatistik einbezogen. Die Wählerinnen und Wähler der entsprechenden Wahlbezirke erhalten Stimmzettel mit Unterscheidungsaufdrucken nach Geschlecht und Altersgruppen. Die Aufdrucke dienen zur Ermittlung des Wahlverhaltens der verschiedenen Gruppen, wobei Rückschlüsse auf die Stimmabgabe der einzelnen Personen nicht möglich sind. So werden die Repräsenta­tivergebnisse nicht vom Wahlvorstand ermittelt und dürfen auch nicht für einzelne Wahlbezirke veröffentlicht werden. Für die Fernsehsender sind am Wahltag außerdem verschiedene Wahlforschungsinstitute tätig, um Wählerbefragungen für die nach 18 Uhr veröffentlichten Hochrechnungen durchzuführen. Die Beantwortung der gestellten Fragen ist aber in jedem Falle freiwillig.
Für den reibungslosen Ablauf der Wahl sorgen kreisweit etwa 2800 ehrenamtliche Wahlhelfer, denen Kreiswahlleiter Olaf Levonen schon jetzt ganz herzlich für ihren Einsatz dankt.

Ab 18 Uhr Ergebnisse im Internet zu finden

Weitere Informationen zur Landtagswahl können auf der Internetseite des Landkreises Hildesheim www.landkreishildesheim.de unter der Rubrik Politik & Verwaltung – Wahlen abgerufen werden. Hier werden am Wahlabend ab 18 Uhr auch die Wahlergebnisse fortlaufend aktuell veröffentlicht.