Auf den Spuren der Geschichte

Am kommenden Sonntag, 1. Juni, wird der bereits zehnte Tag des Welterbes veranstaltet. Auch die Welterbestätten im Harz, wie das Besucherbergwerk Rammelsberg, werden sich mit tollen Programmpunkten und Aktionen beteiligen.

UNESCO-Welterbetag am Sonntag, 1. Juni / Großartiges Programm in der Harz-Region

Von maximilian strache
Goslar/Harz. Die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland feiern am kommenden Sonntag, 1. Juni, zum zehnten Mal den bundesweiten Welterbetag. Fast alle 38 deutschen Welterbestätten – vom Aachener Dom bis zur Zeche Zollverein – bieten an diesem Tag Sonderführungen an. Selbstverständlich werden sich auch die Welterbestätten im Harz – das Besucherbergwerk Rammelsberg, die Goslarer Altstadt und die Oberharzer Wasserwirtschaft – an diesem Tag mit besonderen Veranstaltungen beteiligen.
Unter der Leitung der Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft ist es gelungen, ein vielfältiges Programm an den verschiedenen Orten des Welterbes zu erarbeiten.
Stiftungsdirektor Gerhard Lenz lädt alle Interessierten ein, an diesem Tag das Harzer Welterbe in seiner Gesamtheit zu genießen.

Ausgewählte Veranstaltungen im Überblick:



Museum- und Besucherbergwerk Rammelsberg, Goslar (9 bis 18 Uhr; Eintritt reduziert)
Wiedereröffnung der Schrägförderanlage: Die überregional einmalige Schrägförderanlage des Erzbergwerks Rammelsberg wird nach 20 Jahren Stillstand wieder in Betrieb genommen. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren erforderlich, doch nun können die Museumsbesucher, wie einst die Rammelsberger Bergleute, auf dem offenen Förderwagen eine äußerst attraktive Fahrt hinauf bis zum höchsten Punkt der Erzaufbereitungsgebäude genießen.
Die nicht-öffentliche Eröffnungsveranstaltung beginnt um 11 Uhr. Ab 13.30 Uhr wird die Schrägförderanlage für den Besucherverkehr freigegeben. Pro Fahrt können maximal 15 Personen befördert werden.
Sonderausstellung „Perspektiven des Welterbes“: In den kreisrunden rostigen „Eindickern“ der Erzaufbereitung können Besucher das UNESCO-Welterbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und die Oberharzer Wasserwirtschaft in einem neuen Licht entdecken. Die Besichtigung ist nicht mit Kosten verbunden.

Mönchehaus Museum Goslar (10 bis 17 Uhr; Eintritt frei):
Das Mönchehaus Museum verabschiedet sich von seinem Interimsdomizil am Rosentor mit einem „Tag der offenen Tür“ und der letztmaligen Gelegenheit zum Besuch der Austellung „Die Aktualität des Ornaments“. Um 11.30 Uhr wird eine Führung angeboten. Die Teilnahme daran ist ebenfalls kostenlos.

Zisterzienser Museum Walkenried (10 bis 17 Uhr; regulärer Eintritt):
Die öffentlichen Führungen (11.30 Uhr und 14.30 Uhr) würdigen und fokussieren die archäologischen Funde im Zisterzienser Museum, deren Vitrinen am Welterbetag eigens geöffnet haben. Zusätzlich wird ein Welterbeprogramm für Familien unter dem Motto „Brief mit Siegel“ angeboten. Dabei können kleine und große Besucher in einer Schreibstube wie einst die Mönche eine Kurznachricht zum Bergwerk Rammelsberg schreiben – natürlich mit Feder und Tinte auf Pergament – das Siegel darf natürlich auch nicht fehlen.
Zum Familienprogramm gehört überdies auch eine Klosterrallye. Dabei haben Kinder die Möglichkeit zusammen mit Mönch Conrad die mittelalterliche Klosteranlage zu erkunden. Die Teilnahme an der Rallye (12 bis 17 Uhr) kostet drei Euro.

Bergwerksmuseum Grube Samson in Sankt Andreasberg (9 bis 16.30 Uhr; Eintritt drei Euro):
Sonderführung „300 Jahre Bergbaugeschichte“: Mit dem „Einfahren“ in die Grube Catharina Neufang folgen die Besucher der 300-jährigen Geschichte des Grubenbaus in St. Andreasberg. Die Gäste erwartet eine Entdeckungsreise unter und über Tage. Dabei erleben sie die letzte weltweit nicht aktive „Fahrkunst“.

Altstadt von Goslar:
Gäste und Besucher sollten am Welterbetag die Möglichkeit zu einem ausgedehnten Besuch der Welterbestadt Goslar nutzen. Unter fachkundiger Führung haben Interessierte die Chance, zahlreiche eindrucksvolle Orte zu besichtigen. So erhalten sie Zugang zu einem sanierten Bergarbeiterhaus, können in Kleingruppen die mittelalterliche Kemenate des Klosters Neuwerks erkunden oder an einer Führung durch das sanierte Mönchehaus-Museum teilnehmen.
Zudem steht auch die Wiederinbetriebnahme und Vorführung der restaurierten Lohmühle auf dem Programm. Dieses Ereignis kann von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Lohmühle mit ihrem erhaltenen Stampfwerk zur Gewinnung von Eichen- und Fichtenlohe wurde im Jahr 2013 umfassend saniert. Die Mühle kann jetzt also wieder in Betrieb gezeigt werden.
Um 16 Uhr haben Besucher die Chance, das sanierte Mönchehaus Museum in der Mönchestraße 1 zu besichtigen. Dieses Angebot ist kostenlos.

Bus-Rundreisen:
Am Welterbetag werden zwei Busrundreisen angeboten. Die Kosten dafür belaufen sich auf 25 Euro. Die Teilnahme kann nur nach entsprechender Voranmeldung erfolgen.
Die Bus-Rundreise A „Auf der Spur der Bergmönche“ startet um 10 Uhr am Bergwerk Rammelsberg. Die Kaiser- und Hansestadt Goslar sowie das Zisternzienserkloster Walkenried verdankten beide ihren Wohlstand der Verwertung Rammelsberger und Oberhazer Erze. Bergbauanteile, Montanwissen und Fernhandel waren die Schlüssel dazu. Die Busreise folgt Spuren der Zisterzienser, aber auch der Benediktinermönche im Welterbe Harz (Anmeldungen unter (05321) 750122 möglich).

Die Bus-Rundreise B „Der Weg des Wasser in die Tiefe - 150 Jahre Ernst-August-Stollen“ startet um 10 Uhr am UNESCO-Welterbe „Schacht Kaiser Wilhelm II. Der Ernst-August-Stollen galt nach seiner Vollendung im Juni 1864 mit einer Länge von über 30 Kilometern und einer Tiefe von mehr als 400 Metern als größtes Tunnelbauwerk der Welt. Die Busreise folgt dem Lauf des Wassers vom Dammgraben in die Tiefe der Oberharzer Schachtanlagen bis zum repräsentativen Mundlochportal in Gittelde bei Bad Grund. (Anmeldungen sind möglich unter (05323) 98950)

Im Zuge des Welterbetages werden noch zahlreiche weitere Programmpunkte angeboten. Einen kompletten Überblick gibt es im Internet unter www.unesco-welterbe-harz.de