Aus Asphaltwüste soll Bewegungs-Oase werden

Trister geht’s kaum: Die Grundschule Bockenem möchte die Asphaltwüste naturnah und bewegungsfreundlich umgestalten. (Foto: Knoblich)
 
Ein erstes Konzept: So könnte der Schulhof zwischen Schulgebäude und Steinmetzweg einmal aussehen.

Schulhofumgestaltung: Bockenems Grundschulrektor Jürgen Andre präsentierte dem Schulausschuss Ideenkonzept

Die Ortsbesichtigung eines Freigeländes bei fast völliger Dunkelheit – das ist schon ungewöhnlich. Allerdings: Der Schulhof der Bockenemer Grundschule – denn um den ging es hier – dürfte den Mitgliedern des ratseigenen Jugend- und Schulausschusses in seiner ganzen Tristesse auch so hinreichend bekannt sein.

Von Karsten Knoblich

Bockenem. Die Ausschussmitglieder hatten sich bei ihrer jüngsten Zusammenkunft zunächst intensiv mit verschiedenen Themen befasst (Bericht folgt) und dabei wohl ein wenig den Stundenzeiger aus den Augen verloren. Als man nämlich den Tagesordnungspunkt Nummer 11 „Gestaltung Schulhof der Grundschule Bockenem“ erreichte hatte, da war es draußen trotz Sommerzeit schon stockfinster.
Trotzdem machten sich die Politiker auf in Richtung Thornburyplatz, wo sie von Grundschulrektor Jürgen Andre begrüßt wurden. Außer einer Asphaltwüste rund um das Schulgebäude hatte dieser in der Tat nicht viel zu zeigen. Doch das soll sich in naher Zukunft ändern. „Das Areal hier ist alles andere als bewegungsfreundlich“, machte Andre deutlich. Es gehe nun darum, Stolperstellen und Hindernisse zu beseitigen und durch eine naturnahe, freundliche Gestaltung letztlich auch für ein besseres Schulklima zu sorgen.
Eine konkrete Vorstellung davon, wie das Ganze einmal aussehen könnte, hat Jürgen Andre auch schon. Auf eigene Regie ließ er eine professionelle Konzeptplanung erstellen. Diese hatte Michael Loske, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, vor der Besichtigung an die Ausschussmitglieder verteilt. Denkbar wäre laut Schulleiter, den direkt an den Steinmetzweg angrenzenden und von den dortigen Bäumen geprägten Bereich des Schulhofes mit einer Mauer aus Findlingen zu umgeben. Auf der so entstehenden rechteckigen Teilfläche wäre dann die vorhandene Teerdecke aufzubrechen und an ihrer Stelle eine Schicht aus Holzhackschnitzeln aufzubringen. Quasi als „Mobiliar“ würden robuste Baumstämme dienen, die zum Klettern und Toben einladen. Denkbar wäre auch ein Sandkasten. Die sich in westlicher Richtung anschließende größere Schulhoffläche könnte nach erfolgter Einebnung Ballspielbereich werden. Genügend Platz für ein oder zwei Spielfelder auf Pflaster oder Tartan wäre dort allemal. Und sogar Sport im Freien ist dann möglich.
„Eine Investition in die Schulhofumgestaltung ist etwas für die nächsten 20 bis 30 Jahre“, warb Jürgen Andre, für den das Wohl der Kinder an erster Stelle steht. So könne man den Schülern viel Spaß und Bewegung bieten und gleichzeitig die Zahl der Schulhofunfälle verringern, „und das kostet kein Wahnsinnsgeld“, ergänzte Andre. Er rechnet mit einem Kostenvolumen von etwa 15.000 Euro. Einiges an Eigenkapital sei schon vorhanden. So kamen beim Benefizkonzert „Bockenem hilft!“ Anfang des Jahres mehr als 3600 Euro für das Projekt zusammen. Es hat einen Sponsorenlauf gegeben, und auch der Elternverein engagiert sich mit diversen Aktionen entsprechend. Aber aus dem Stadtsäckel müsse eben auch etwas kommen. „Es ist für die Kinder“, betonte Jürgen Andre noch einmal.
Der Jugend- und Schulausschuss nutzte den Grundschulbesuch auch, um die Räume des hier untergebrachten Horts in Augenschein zu nehmen. Sandra Scholz, Leiterin der Bockenemer AWO-Kindertagesstätte und des Horts, zeigte den Gästen das Domizil, das sich in „Chill-Out-Ecke“ und den Bereich für Mittagessen, Hausaufgaben und Spiele aufteilt. Sich vorzustellen, dass sich die 15 Hortkinder hier wohlfühlen, fiel den Ausschussmitgliedern nicht schwer. Zumal auch die Essensversorgung und die Zusammenarbeit mit der Schule gut laufe, wie Sandra Scholz betonte. Als Betreuerinnen sind hier Sarah Buhmann und Dana Jeske tätig. Ab Sommer wird sich dann im Hort auch ein junger männlicher Mitarbeiter um den Nachwuchs kümmern.