„Austausch ist ein Aushängeschild für unsere Schule!“

Schülerinnen und Schüler stellten ihre Projekte vor. Eines war die Herausgabe einer Zeitung. (Foto: Eileen Wunderlich)
 
Realschulrektorin Dagmar Pallinger dankte allen beteiligten Kollegen. (Foto: Eileen Wunderlich)

Feierstunde: 25 Jahre Austausch zwischen Wilhelm-Busch-Realschule in Bockenem und Castle School in Thornbury

Der Schüleraustausch beziehungsweise die Partnerschaft der Wilhelm-Busch-Realschule in Bockenem mit der Castle School in Thornbury, bestehen nun schon seit 25 Jahren. Dieses Jubiläum wurde jetzt mit einer kleinen Feierstunde begangen. Im September dieses Jahres wird es dann eine weitere Veranstaltung in Thornbury geben.

Von Eileen Wunderlich

Bockenem. Die Schüler Betti, Jan und Ben führten durch das Programm und läuteten die Veranstaltung mit einer zweisprachigen Begrüßung ein. Unter den Gästen zu finden waren viele Personen, die am Austausch beteiligt sind beziehungsweise waren und somit aktiv zum langen Bestehen des Programms beigetragen haben.
Sie alle und auch die 36 Schülerinnen und Schüler aus Thornbury sowie natürlich die Gastfamlien hieß auch Realschulrektorin Dagmar Pallinger herzlich willkommen. Ebenfalls mit von der Partie waren elf Praktikanten, denen es ermöglicht wurde, mithilfe der Schule und örtlicher Betriebe in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern.
„47 Familien aus dem Gebiet Bockenem und Holle hatten eine aufregende Woche mit vielen besondere Erfahrungen. Dieser Austausch und vor allem sein langes Bestehen ist nur möglich dank der vollen Unterstützung von den Kollegen, dem hohen Interesse von Eltern und Schülern und dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen den englischen Kollegen“, sagte Dagmar Pallinger. Hier dürfte besonders die ehemalige Realschulpädagogin Arnhild Gerike hervorstechen, die den Austausch auf deutscher Seite mehr als zwei Jahrzehnte federführend organisierte.
Die Wilhelm-Busch-Realschule, so die Realschulrektorin weiter, könne stolz darauf sein, eine so lange kontinuierliche Partnerschaft mit der Castle School über die Jahre aufrechterhalten zu haben. Jedes Jahr kämen etwa 40 Schüler von Thornbury nach Bockenem; die gleiche Anzahl reise schließlich nach Thornbury. In den ganzen 25 Jahren hätten also 800 bis 900 Schüler an dem Austauschprogramm teilgenommen. Lehrerin Beate Fuckert, die heute maßgeblich für das Austauschprogramm verantwortlich ist, konnte wohl die Einschätzung von Dagmar Pallinger voll und ganz bestätigen: „Eine solche Austauschwoche wird man nie vergessen; dies ist ein Aushängeschild für unsere Schule“.
Bürgermeister Martin Bartölke und auch die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Ulrike Schumann, bedankten sich bei allen Beteiligten für das große Engagement. „Man lernt sich zu verstehen, nicht nur im sprachlichen Sinne; man lernt auch etwas über die andere Kultur und die damit verbundenen Unterschiede und Meinungen. Und man lernt, gemeinsam zusammenzuleben und miteinander umzugehen“, machte der Verwaltungschef die Bedeutung des Schüleraustausches deutlich.
Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Feierstunde, um ihre Projektarbeiten zu präsentieren. Eine davon war eine selbst entworfene Zeitung. In einzelnen Berichten erzählen die Schüler von den einzelnen Aktivitäten der vergangenen Woche wie der Reise nach Hamburg oder dem Besuch im Weltkulturerbe Rammelsberg. Auch ein selbstgedrehter Film mit lustigen Szenen aus der gemeinsamen Zeit wurde gezeigt.
Zum Schluss wurde gemeinsam ein von den Schülern umgedichtetes Lied gesungen, und Dagmar Pallinger bedankte sich bei den Schülern mit einem dicken Lob: „Es ist ganz toll, was ihr zusammen geschafft habt!“ Nun freuen sich alle auf ein Wiedersehen im September in Thornbury. Dort wird das Jubiläum dann ebenfalls gefeiert.

Alicia und Robynne total begeistert

Das ein solcher Austausch wirklich etwas ganz besonders ist, zeigt auch ein Interview mit den beiden 14-jährigen Schülerinnen Alicia aus Bockenem und Robynne aus Thornbury, die die letzte Woche zusammen verbracht haben und wohl niemals vergessen werden. Alicia haben besonders das gegenseitige Kennenlernen und die gemeinsamen Fahrten gefallen. „Zu Hause haben wir viel gelacht“, so Alicia. Sie habe viel über den Unterschied der Kulturen gelernt und ihre englische Sprache verbessert. Alicia freut sich schon darauf, bald einmal den Alltag und das Leben ihrer Freundin in England selbst miterleben zu dürfen. Robynne wiederum gefiel es, viel Zeit mit der Familie verbringen zu dürfen und neue Freunde zu finden. Sie habe beinahe mehr Deutsch in einer Woche gelernt als zu Hause in einem ganzen Jahr, betont die Schülerin aus dem Südwesten Englands. Robynne fand es interessant zu sehen, wie andere Menschen in verschiedenen Orten auf der Welt leben.
Auch die Gasteltern genossen es wohl, einen englischen Sprössling in ihrer Familie aufnehmen zu können. „Ich fand es toll, wie alle beim Essen oder Spielen versucht haben, miteinander zu sprechen. Selbst der kleine Vierjährige versuchte schon Wörter nachzusprechen!“, sagte Anke von Gadenstedt, eine Gastmutter aus Bockenem.