Autobahn wird wieder zur Fahrradspur

Schon bald werden auch Fahrräder auf der neugebauten Autobahn das Bild prägen.

Pilotprojekt zwischen Bockenem und Hildesheim soll Energieunabhängigkeit fördern

Als im Jahr 1973 die damalige Bundesregierung aufgrund der Ölkrise mehrere Sonntagsfahrverbote beschloss, konnten selbst die Autobahnen für eine Fahrradtour genutzt werden. Nun könnte es bald wieder soweit sein. Zumindest auf dem Abschnitt zwischen Bockenem und Hildesheim als eines von mehreren Pilotprojekten.
Spätestens seit der Krimkrise steht die Unabhängigkeit von Energierlieferungen wieder auf der Tagesordnung. Die niedersächsische Landesregierung stellte nun erste konkrete Möglichkeiten vor, wie das zu bewerkstelligen sei. So sollen vor allem Elektro-Fahrräder finanziell stark gefördert werden und in Zukunft auch auf Autobahnen erlaubt sein.
Geplant ist zunächst eine Testphase während der Sommermonate. Von Anfang Mai bis Ende September wird zunächst an den Wochenenden die dreispurige Fahrbahn von der Auffahrt Bockenem bis Hildesheim-Drispenstedt wieder auf zwei Spuren zurückgestutzt. Der rechte Fahrstreifen kann dann zum Standstreifen werden und dieser wird zur „Fahrradspur.“ Eine entsprechende Beschilderung wird in den kommenden Wochen noch angebracht.
Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke reagierte höchst erfreut auf die Nachricht. Er hat gleich einige Ideen, das Ganze marketing-technisch voranzubringen. So soll in dem neuen Gewerbegebiet einer der noch freien Plätze nun als Fahrradverleihstelle genutzt werden: „Wir werden dort eine Halle aufbauen, in dem sich jeder gegen eine geringe Gebühr ein Elektrorad leihen kann. Die Nähe zur Autobahn ist dafür ideal geeignet. Wir sind in Gesprächen mit Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, dass auch dort so etwas gebaut wird.“
Schon in Kürze soll eine größere Werbeaktion geplant werden, um das Vorhaben überregional bekannt zu machen. Bartölke: „Das kommt uns sehr gelegen, da wir auch den Ambergauradweg besser vermarkten wollen. Und wenn wir dann noch einen Beitrag zur Energieunabhängigkeit leisten können, ist das natürlich gleich doppelt sinnvoll.“