Automuseum in Störy ist endgültig Geschichte!

Für Bockenem verloren: das Automuseum Störy. (Foto: Klaube)

Einrichtung bleibt für immer geschlossen und dient künftig als Depot für Ausstellungen im Einbecker „PS-Speicher“

Von Manfred Klaube
Bockenem/Störy

Aus und vorbei. Die Sache ist endgültig gelaufen, und daran gibt es nichts mehr zu deuteln: Das in der Region bekannte Automuseum Störy, das Lebenswerk des Ehepaars Otto und Marianne Künnecke, wird in Störy für immer geschlossen bleiben. Verlierer ist die Stadt Bockenem, die sich erhofft hatte, mit diesem Aushängeschild auch in Zukunft werben zu können. Wie Marianne Künnecke kürzlich auf Anfrage des „Beobachter“ mitteilte, gäbe es mit der Stadt Bockenem nichts mehr zu verhandeln.
Und was geschieht mit den Fahrzeugen? Nun, Klarheit bringt hier ein Artikel der „Einbecker Morgenpost“ unter der Überschrift „Störy-Kleinwagen bleiben im Land“, wonach eine „niedersächsische Lösung“ mit dem Stifter der Kulturstiftung Kornhaus Einbeck, Karl-Heinz Rehkopf, vereinbart wurde. Der auf Rehkopfs Initiative hervorgegangene „PS-Speicher“, in dem bislang vornehmlich Motorräder präsentiert wurden, wird in Einbeck und für Einbeck künftig als Museum für „Individuelle Mobilität“ werben. Die Kooperation mit den Künneckes verschafft ihm Zugang zu der Kleinwagensammlung. Demnach wird es im Einbecker „PS-Speicher“ künftig Dauer- und Sonderausstellungen mit den historischen Fahrzeugen des vormaligen Störyer Automuseums geben. Diese werden hier als Technisches Kulturgut präsentiert. Die Hallen in Störy verbleiben innerhalb dieser Kooperation hingegen als Speicher.
Was Otto und Marianne Künnecke, die mit großem persönlichen Engagement ihr Störyer Museum in jahrelanger Arbeit aufgebaut und sich in der internationalen Kleinwagen-Fachwelt als Autodidakten zu höchster Anerkennung heraufgearbeitet hatten, letztlich veranlasste, diesen Schritt zu gehen, wird wohl dem Frust der letzten acht Jahre geschuldet sein, in dem dieses Museum geschlossen blieb. Die sich immer mehr steigernden Reibungen mit dem Landkreis Hildesheim, der verschiedene Auflagen durchzusetzen für richtig erachtete, standen am Beginn. Als sich dann letztlich die Stadt Bockenem einschaltete und gar 40.000 Euro pro Jahr in Aussicht stellte, um das Museum auf Dauer erhalten und mit ihm regional, national und international werben zu können, schien ein Weg gefunden zu sein. Doch diese 40.000 Euro kann Bockenem jetzt wieder rückverbuchen.
Ob Bürgermeister Martin Bartölke die Hauptschuld trifft, der es nach Ansicht der SPD-Fraktion im Rat der Stadt versäumt hatte, rechtzeitig ein angefordertes Museumskonzept vorzulegen, sei einmal dahingestellt, denn der verdiente Otto Künnecke galt in der Vergangenheit stets als äußerst selbstbewusster und nicht immer einfacher Verhandlungspartner. Festzuhalten bleibt nach jahrelangen Auseinandersetzungen als Fazit, dass es ein „Automuseum Störy im Ambergau im Stadtgebiet Bockenem“ künftig nicht mehr geben wird. Das werden wohl alle als großen Verlust betrachten, wenngleich sich die meisten in dieser Angelegenheit nur als Zuschauer gesehen haben.