Barbara Klix und Heidrun Anna Lindenberg öffnen am Wochenende ihre Ateliers

Heidrun Anna Lindenberg mit zwei ihrer Blumenbilder und einer ihrer Nana-Skulpuren. Am kommenden Wochenende hat sie ihre Künstlerstube im Rahmen der „Tage der offenen Ateliers“ für Besucher geöffnet.
 
Barbara Klix vor ihrem neuesten Bild „Planet“ aus Öl und Acryl. Darin eingearbeitet sind auch Sand und Kies von der Insel Lanzarote.

Zwei Künstlerinnen aus dem Stadtgebiet Bockenem nehmen an Aktion des Netzwerkes Kultur & Heimat Hildesheimer Land teil

Zwei Künstlerinnen aus dem Stadtgebiet Bockenem nehmen an den „Tagen des offenen Ateliers“ des Netzwerkes Kultur & Heimat Hildesheimer Land teil. In der Region Nord und der Stadt Hildesheim hatten bereits am vergangenen Wochenende 36 Künstler ihre Ateliers für Besucher geöffnet. Ziel ist ein gleichwertiges Nebeneinander ganz unterschiedlicher Stile und Techniken sowie lockere Gespräche zwischen Gästen und Künstler und Künstlerinnen. Die erläuterten bereitwillig Beweggründe, Werdegang und Techniken. Viele der Künstler bieten auch verschiedene Workshops an. Da können die Besucher dann auch selbst etwas erlernen.
So auch bei den beiden Künstlerinnen aus Bockenem. Erstmals mit dabei ist Barbara Klix aus Bockenem, bereits zum dritten Mal nimmt Heidrun Anna Lindenberg aus Volkersheim teil.

Heidrun Anna Lindenberg

„Meine neuesten Bilder haben den Titel ‘Nationalpark Harz und seine Schätze’“, erzählt Lindenberg. Dafür benutzt sie teilweise sogar Material direkt aus dem Mittelgebirge. Für einige Bilder nutzt sie Mineral oder Schiefer, den sie im Harz gesammelt hat.
Malerei betrieb Lindenberg zunächst als Hobby. Insbesondere malte sie zunächst Blumen, angeregt durch ihre Tätigkeit als Floristin. Seit 2005 gehört sie zur Ateliersgemeinschaft von Kulturpädagogin Jutta Walter. Zur dortigen Ausbildung gehörten auch schon zahlreiche Exkursionen in Museen und Kunstausstellungen, die dem Studium der Werke von Cézanne, Liebermann, Marc, Moderson, Monet und Nolde dienten. Seit 2010 besucht sie auch die Kunstschule Rose-Krampe in Heersum bei Hildesheim. Begleitend dazu nimmt sie an Workshops von Elke Braukmüller in Holle und in Westerland auf Sylt teil. Zudem ist die Künstlerin Mitglied der Sylter Kunstfreunde und des Spektrums Salzgitter.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten von Heidrun Anna Lindenberg ist bis heute die Blumenmalerei. Zahlreiche Arbeiten in Öl und Acryl sowie Aquarelle mit diesem Motiv haben ihr Volkersheimer Atelier verlassen. Daneben widmet sie sich der Landschaftsmalerei und arbeitet seit einiger Zeit vermehrt an Porträts von Menschen und Tieren in Acryl- und Aquarell-Mischtechniken. „Momentan arbeite ich gerne mit Aquarell, da kann man schön die Farben laufen lassen. Es ist aber auch schwierig, da wird man sehr gefordert“, erzählt Heidrun Anna Lindenberg aus ihren Erfahrungen.
Eine Herzensangelegenheit der Künstlerin sind religiöse Motive. Das bezeugt der Zyklus „Die Schöpfung“, acht großformatige Arbeiten in Öl und Acryl auf Leinwand, die unter anderen bereits auf Ausstellungen in Goslar, Bad Gandersheim und dem Glashaus am Schloss Derneburg zu sehen waren. Weiterhin wurden sie in Salzgitter und Göttingen ausgestellt.
Neben den Bildern hat die gebürtige Rhüdenerin, die 1965 zu ihrem Mann nach Volkersheim zog, auch einige Skulpturen angefertigt. Zwei große Nanas aus Pappmaché, die nach dem Vorbild von Niki de Saint Phalle gearbeitet wurden, stehen im Vorhof.
Am kommenden Sonnabend und Sonntag ist ihr Atelier nun für alle Interessierten geöffnet. Im ganzen Haus, und bei gutem Wetter auch im Garten, sind ihre Bilder und Skulpturen zu sehen. An beiden Tagen bietet Heidrun Anna Lindenberg von 13 bis 14 Uhr einen Workshop mit Holz­-asche an. Sie erhofft sich, dass der Zuspruch wie beim vergangenen Mal im Jahr 2011 sein wird. Damals kamen 70 bis 80 Besucher pro Tag in ihr Atelier. Einige ihrer Bilder bietet Lindenberg auch zum Verkauf an. „Ich brauche schließlich Platz für Neues“, erklärt sie. Reich werde sie damit aber nicht. Zudem ist das Hobby nicht ganz billig. Leinwände, Farben und Rahmen wollen erst einmal bezahlt sein. „Aber solange ich nichts zuzahlen muss, lässt mein Mann mich weitermalen“, berichtet die Künstlerin lächelnd.

Barbara Klix

Erst vor einem Jahr ist Barbara Klix nach Bockenem gezogen. Das Haus in dem sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Friedrich Kolbow wohnt, sieht jedoch aus, als würde sie schon immer dort leben. Und Malen. In mehreren Räumen verteilt stehen Hunderte ihrer Bilder. Ihr Repertoire ist dabei breit gefächert. Portraits, Landschaften, abstrakt oder halbabstrakt mit Aquarell, Acryl, Öl oder Grafik gemalt. Im Rahmen der „Tage des offenen Ateliers“ am kommenden Wochenende können sich interessierte Besucher selbst von dem Können der Künstlerin überzeugen.
„Malerei ist ein Beruf, bei dem man nie fertig ist. Ich bin immer neugierig, etwas Neues zu lernen. Das hält mich auch geistig und körperlich fit“, erzählt die sehr vitale, fast 80-Jährige. Sie berichtet, dass sie fantastische Lehrer gehabt hat, wodurch sie sich immer weiterentwickeln konnte. Sie selbst hat Kunsterziehung, Erwachsenenbildung und freie Malerei in Hamburg und Hannover studiert. Aber erst nachdem sie im Jahr 1981 nach Hohegeiß zog, konnte sie ihren Beruf richtig ausüben und gab unter anderem Malkurse.
Ihre vielfältigen Erfahrungen möchte Barbara Klix auch jetzt noch gerne weitergeben: „Es gibt so viele unentdeckte Talente. Jeder, der selbst gerne malt oder etwas lernen möchte, kann jederzeit zu mir kommen.“ Besonders junge Menschen möchte sie ansprechen. „Es gibt immer mal Phasen, in denen man als Künstler Blockaden hat. Da hilft es, wenn man jemandem Fragen kann“, macht Klix allen Malern Mut. Sie selbst übernimmt in Kürze die Gruppe von Jutta Walter, die mit ihrem Mann zu einer größeren Reise aufbrechen möchte.
Zum „Tag des offenen Ateliers“ erwartet sie vor allem viele Freunde aus ihrer ehemaligen Heimat. „Die wollen mal sehen, wo ich abgeblieben bin“, erzählt sie. Die Neu-Bockenemerin erhofft sich aber auch, dass Kunstinteressierte in ihrer neuen Umgebung vorbeischauen werden. Sie bietet an beiden Tagen auch einen Workshop an.
Jeweils zwischen 13 und 15 Uhr zeigt sie, wie man ein Bild anlegt und anschließend fertigmalt. Dabei arbeitet sie mit Öl- und Acrylfarben. „Viele sagen, das geht nicht, aber das geht fantastisch“, kann sie aus ihrer jahrelangen handwerklichen Erfahrung berichten. Sie hofft auf schönes Wetter. Denn dann kann der Workshop im Garten stattfinden, wo ihr mehr Zuschauer über die Schulter gucken können.

Die „Tage des offenen Ateliers“ finden am 30. und 31. August von 10 bis 18 Uhr statt. Das Atelier von Barbara Klix befindet sich im Vogesberg 3 in Bockenem, Heidrun Anna Lindenberg ist in der Hainbergstraße 28 in Volkersheim zu finden. Es wird ein Besucherbeitrag von vier Euro erhoben, der komplett in die Finanzierung des Projektes fließt. Bei der Bezahlung gibt es einen Button der als Eintrittskarte für das gesamte Wochenende in allen Ateliers gilt.