Beratung direkt vor Ort

Das Machmits-Infomobil war am vergangenen Mittwoch zu Gast auf dem Buchholzmarkt. Da schaute auch aus Hildesheim das Radio Tonkuhle vorbei. Beratung direkt vor Ort ist das Markenzeichen des Angebots vom Landkreis, das niedersachsenweit einmalig ist.

Machmits-Infomobil zu Gast auf dem Bockenemer Buchholzmarkt

Es ist schon ein ganz besonderes Angebot, dass das Machmits-Infomobil vorhält. Ob ehrenamtliches Engagement, Vorsorge- und Patientenverfügungen oder den Bereich der Wohn- und Pflegeberatung.

In Niedersachsen ist dieses breite Beratungsangebot des Landkreises Hildesheim direkt vor Ort einmalig. „Viele Senioren schaffen es nicht, in das Kreishaus nach Hildesheim zu kommen. Also kommen wir direkt zu ihnen in die Kommunen“, erklärt Manuel Stender das seit Anfang 2015 bestehende Infomobil. Zweimal pro Jahr soll jede der 18 Kommunen angefahren werden. Am vergangenen Mittwoch wurde nun der Bockenemer Buchholzmarkt angefahren.
„Das Angebot wurde in 2015 schon gut angenommen. Wir haben insgesamt 222 Beratungen vor Ort durchgeführt“, blickt Stender zurück. In 60 Prozent der Fälle geht es dabei um Vorsorgeregelungen. Hier geht es beispielsweise um die Frage, wie sich rechtliche Vormünder vermeiden lassen, sollte man selbst einmal nicht mehr in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. „Das sollte geregelt werden, bevor es so weit ist. Denn ansonsten wird vom Gericht ein Vormund bestimmt und der kommt dann in der Regel nicht aus der Familie“, so Antje Rose.
Auch das Thema Wohnen sollte frühzeitig angegangen werden. Das Machmits-Team informiert darüber, welche Umbauten notwendig sind, um möglichst lange im gewohnten Umfeld leben zu können. „Die meisten Menschen denken zu spät daran. Lebt man in einem Reihenhaus und ist später auf einen Rollstuhl angewiesen, hilft meist auch ein Treppenlifter nicht mehr“, weist Rose auf Probleme hin. Idealerweise denke man bereits beim Kauf oder Bau eines Hauses oder einer Wohnung an genau solche Dinge. Antja Rose informiert auch über die Finanzierung solcher Umbauten.
Auf der Agenda steht auch die Pflege. Wann bekomme ich eine Pflegestufe und welche? Was für Entlastungsangebote kann ich in Anspruch nehmen und welche ehrenamtlichen Hilfen sind möglich? Alles Fragen, welche im Gespräch mit den Mitarbeitern geklärt werden können.
Beim Thema Ehrenamt ist Barbara Benthin Expertin: „Es gibt viele Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren wollen, aber nicht so genau wissen wie und wo.“ Auch in Kleinstädten wüssten nicht immer alle Bescheid. „Oftmals wissen die Interessierten noch nicht so genau, wo sie sich engagieren wollen. Die wollen dann nicht irgendwo anfangen und nach kurzer Zeit feststellen, dass es doch nichts für sie ist“, weiß Benthin. Daher sei eine neutrale Anlaufstelle, die erste Informationen geben und vernetzen kann, sehr wichtig. „Das ist hier mit der Freiwilligenagentur MiA hervorragend geregelt“, lobt sie.
Das Infomobil wird auch im zweiten Halbjahr noch einmal nach Bockenem kommen, vermutlich im Juli oder August. Auch dann werden wieder vier bis fünf Mitarbeiter vor Ort sein. Die Gespräche können bei Bedarf auch vertaulich geführt werden, ohne dass Außenstehende etwas davon mitbekommen. Wie es 2017 weitergeht, ist noch offen. Derzeit wird das Angebot vom Landkreis, dem Betreuungsverein Hildesheim e.V., der Kreiswohnbau, der Sparkasse und dem Autohaus Dost in Form des Fahrzeuges gefördert.
„Wir bemühen uns noch um die Finanzierung, damit wir das Projekt weiterführen können“, berichtet Manuel Stender. Angesprochen werden sollen auch die Kommunen und Stiftungen. Außerdem haben sich die Machmits bei einem bundesweiten Wettbewerb beworben und hoffen von dort auf Fördergelder.
Ein weiteres Projekt ist auch bereits angelaufen. Im Internet gibt es unter www.senioren-beratungsnetz-hildesheim.de bereits zahlreiche Informationen. „Dieses Angebot ist die erste Online-Regionalberatung für Senioren im ganzen Bundesgebiet“, so Stender. Auf der Seite sind schon viele Grundinfos gegeben. Braucht man dann noch weitere Beratung, sind zahlreiche Verlinkungen zu anderen Seiten und natürlich auch die Ansprechpartner der Machmits aufgelistet. Schließlich ist das Regionale das besondere Markenzeichen.