Bernd Westphal holt Wahlkreis Hildesheim für die SPD zurück

Bernd Westphal (SPD) ­– 62.448 Stimmen

Kopf-an-Kopf-Rennen geht diesmal an den Sozialdemokraten

Es war wieder ein enges Rennen: Nachdem der SPD-Mann Bernd Westphal bei der Bundestagswahl 2013 den Wahlkreis 48 - Hildesheim noch knapp gegen Ute Bertram von der CDU verloren hat, damals erstmals seit 1965, konnte er sich diesmal ebenso knapp durchsetzen. Am Ende lag er mit 1,2 Prozent oder 1.992 Stimmen vor Bertram. Während Westphal somit erneut in den Deutschen Bundestag einzieht, beim letzten Mal schaffte er es gerade so über die Landesliste, ist Bertram nicht mehr vertreten. Ihr Listenplatz 14 reicht nicht aus. Der Kandidat der Grünen, Ottmar von Holtz, rutscht dagegen gerade so als Lisen-Sechster in das Parlament. Zuvor saß für die Partei dort Brigitte Pothmer. Die weiteren Kandidaten schafften es ebenfalls nicht über ihre Landeslisten. Hildesheim wird künftig also nur noch mit zwei statt drei Abgeordneten in Berlin vertreten sein.
Entgegen des Bundestrendes hatte die Hildesheimer SPD also durchaus einen Grund zum Feiern. Ute Bertram war in einer ersten Reaktion über ihre Niederlage sehr enttäuscht. Gero Wessel, Bezirksgeschäftsführer erklärte sie unter anderem mit dem deutlich besseren Ergebnis der FDP. Deren Kandidat Dr. Henrik Jacobs schaffte es diesmal auf 5,6 Prozent, wohingegen sein Vorgänger Dr. Bernd Fell vor vier Jahren nur auf 1,5 Prozent kam. „Hätte die FDP wieder eine Erststimmenkampagne zugunsten der CDU gefahren, hätten wir wohl gewonnen“, so Wessel. Während die Hoffnung am Wahlabend noch groß war, dass Bertram es über die Liste schaffen könnte, war auch dies am Ende ein Trugschluss. Etwas trösten konnten sich die Hildesheimer Christdemokraten mit der Tatsache, dass sie bei den Zweitstimmen wie schon bei der vorangegangenen Wahl, die Mehrheit im Kreis erringen konnten.
Insgesamt kamen sie auf 32,6 Prozent (-6,1 Prozent), die SPD auf 30,9 Prozent -5,5 Prozent). Wie auch bundesweit schaffte es die AfD auf den dritten Rang, sie erhielt 9,3 Prozent (+5,9 Prozent). Es folgen die Grünen (8,8 Prozent, 2013: 8,9 Prozent), FDP (8,3 Prozent, 2013: 3,4 Prozent) und die LINKE (6,5 Prozent, 2013: 4,9 Prozent). Als größte der nicht im Bundestag vertretenen Parteien landete die Tierschutzartei mit genau 1 Prozent auf Rang sieben. Alle weiteren Parteien erhielten weniger als ein Prozent der Wählerstimmen.
Die Wahlbeteiligung ist wie auch bundesweit angstiegen und liegt nun bei 77,7 Prozent (2013: 75,1 Prozent). In Bockenem lag sie bei 76,4 Prozent nach 74,1 Prozent vor vier Jahren.