Bewegter Glaube mit dem rapsgelben „Boni-Bus“

Die Gemeinde hat sich vor der Kirche versammelt; Pfarrer Ryszard Karp segnet den neuen „Boni-Bus“.

Bonifatiuswerk der Katholiken spendet Fahrzeug für Maria-Königin-Gemeinde / Segnung vor Heiliger Messe

In der katholischen Kirchengemeinde Maria Königin in Seesen fährt künftig ein neuer „Boni-Bus“. Christoph Görtler und Markus Poklekowski konnten den rapsgelben VW-Bus in diesen Tagen beim Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in Paderborn in Empfang nehmen.

Von Karsten Knoblich

Seesen. Das katholische Diasporahilfswerk finanziert die Anschaffung des Fahrzeuges zum größten Teil. „In den drei Gemeinden, die zu „Maria Königin“ gehören (also Maria Königin Seesen, St. Michael Bilderlahe und St. Clemens Bockenem, Anm. d. Red.) leben immerhin 4000 Katholiken“, machte Christoph Görtler, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, bei der Übergabe deutlich. Der neue Boni-Bus werde in dem relativ großen Einzugsbereich vor allem für die alltägliche Seelsorge wie der Jugend-, Senioren- und Messdienerarbeit gebraucht.
Das bisherige Fahrzeug, ein weinroter VW-„Bulli“, kann nun endlich in den Ruhestand gehen. „18 Jahre lang hat der Wagen zuverlässig seinen Dienst versehen und dabei 147.000 Kilometer abgespult“, sagt Franz Letzel. Er ist wie Markus Poklekowski einer von derzeit 15 Fahrerinnen und Fahrern, die die anfallenden Transporte beziehungsweise Personenbeförderungen in der Gemeinde gewährleisten. Stellvertretend für sie alle konnte Franz Letzel am Sonntag vor Beginn der Heiligen Messe den Schlüssel aus den Händen von Pfarrer Ryszard Karp entgegennehmen. Im Beisein vieler Gemeindeglieder hatte der Seelsorger anschließend ein Gebet gesprochen und das Fahrzeug gesegnet.
Die Diaspora-MIVA, die Verkehrshilfe des Bonifatiuswerkes, das Katholiken in der Minderheit unterstützt, übernimmt übrigens zwei Drittel der Anschaffungskosten der VW-Busse. Den Rest steuert die Gemeinde bei. Diese Hilfe wird allein durch Spenden ermöglicht. Die Abkürzung MIVA steht übrigens für „Motorisierende Innerdeutsche Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft“. Sie wurde 1949 vor dem Hintergrund aus der Taufe gehoben, dass in den Diaspora-Regionen relativ große Entfernungen zu überwinden sind, um an Gottesdienst, Religionsunterricht und Gemeindeleben teilzuhaben.
Diaspora-Gemeinden können beim Bonifatiuswerk einen VW-Bus beantragen, um die Teilnahme an den vielfältigen Aktivitäten zu erleichtern und die Menschen zusammenzuführen. Jedes Jahr verlassen etwa 50 gelbe „Boni-Busse“ Paderborn. In den vergangenen 60 Jahren hat die MIVA mehr als 3000 Pkw und Kleinbusse für die Dienste in den Gemeinden mit finanziert.