Bewohner informieren sich über die 380 KV-Stromleitung

Die neue Stromleitung wird mitten durch den Ambergau führen. jetzt geht es an die letzten Kleinigkeiten, 2014 oder 2015 soll mit dem Bau begonnen werden.

Tennet stellt sich den Fragen der Betroffenen / Bürgerinitiative verteilt eigenes Informationsblatt an die Besucher

Die rund 230 Kilometer lange 380KV-Hochspannungsleitung zwischen dem Umspannwerk Wahle im Landkreis Peine (Niedersachsen) und der Umspannanlage Mecklar im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen) ist ein wichtiger Baustein im anstehenden Ausbau des deutschen Stromnetzes und von zentraler Bedeutung für die Stromversorgung, vor allem weil damit Windenergie integriert werden kann. So sieht es zumindest eine Broschüre des Netzbetreibers Tennet, der am letzten Mittwoch die Eigentümer von Grundstücken im Teilabschnitt Ambergau in die Mehrzweckhalle der Bockenemer Oberschule eingeladen hatte, um diese genauer zu informieren, was eingehend wahrgenommen wurde. Das geschah durch Mitarbeiter der Tennet und der mit ihr zusammenarbeitenden Kommunikationsagentur Navos und mittels detaillierter Karten, auf denen jeder in Frage kommender Eigentümer sein Grundstück und den Trassenverlauf eingezeichnet sah.
Gezielte Fragestellungen und Diskussionen blieben dabei nicht aus, und so mancher fragte gleich, ob auf seinem Grundstück dieses oder jenes bei den noch anstehenden Optimierungen und Detailplanungen verändert werden könne.
Bei den momentan anstehenden acht Veranstaltungen im Planabschnitt A zwischen Wahle und dem geplanten Umspannwerk Lamspringe können nämlich ebenso wie durch derzeit noch laufende Untersuchungen Optimierungen in kleinräumigen Bereichen vorgenommen werden. Das Planfeststellungsverfahren könnte danach ab Frühjahr 2013 laufen. In Zusammenhang mit diesem geschieht die öffentliche Auslegung, bei der mögliche Einsprüche vorgetragen werden können. Mit dem Baubeginn rechnet Tennet dann 2014 oder 2015, wobei die anschließende Bauzeit sich über zwei Jahre erstrecken sollte.
Das Stadtgebiet Bockenem betreffend verläuft die Trasse zwischen Schlewecke und Ilde und tangiert das Industriegebiet-Nord in Bockenem. Groß Ilde soll voraussichtlich südlich umgangen werden. Allein zwischen der Bundesstraße 243 und Ilde würden elf Masten entstehen, jeder geländeabhängig in einer Höhe von 65 bis 75 Meter, in einer Spannbreite von zehn bis elf Meter und mit einem Fundament von etwa zehn mal zehn Metern, das vom Untergrund abhängig rund drei Meter tief reicht. Ein Schutzstreifen unterhalb der Leitung,der den Anbau landwirtschaftlicher Kulturen nicht beeinträchtigt, wird 15 Meter breit sein. Im Waldgebiet nordöstlich von Schlewecke werden die Masten wegen der dortigen Baumbestände höher sein. Endgültig festgezurrt wird der Verlauf im Frühjahr 2013.
Während am Mittwoch in der Mehrzweckhalle die Tennet informierte, wartete die Bürgerinitiative „Der Ambergau wehrt sich“ im Eingangsbereich mit einem Informationsblatt auf, das jeder Besucher ausgehändigt bekam. Der Tenor: durch die vorhandenen Stromleitungen könne mittels neuer Techniken der anfallende Strom transportiert werden; ferner durch Gleichstrom-Erdkabel. Tennet, das sein Kapital mit fünf Prozent verzinse, biete lediglich eine „fünftklassige Lösung“ an, und die Stromkunden zahlten die Zeche.