Bockenemer strömen zum Pfingsttreff

Der Musikzug Bockenem spielte während des und nach dem Gottesdienst.

Trotz durchwachsener Wettervorhersagen: Treppenterrier sind mit Besuch am Dillsgraben zufrieden

Weit zurück reicht die Tradition des Pfingsttreffens am Dillsgraben. Schon im frühen Mittelalter, in vorchristlicher Zeit trafen sich die Bewohner der Umgebung zur ihren Kultfeiern. So schrieb es im 19. Jahrhundert zumindest der Chronist Friedrich Günther in seinem Buch „Der Ambergau“

. Auch im vorigen Jahrhundert kamen die Ambergauer zur zirka 1888 entstandenen Dillsburg und verkauften beim Pfingsttreiben ihre Waren an improvisierten Ständen. Nach langer Pause holte der Verkehrsverein Ambergau um seinen damaligen Vorsitzenden Wolfgang Mävers diese Tradition am 7. Juli 1985 mit Tanz- und Trachtengruppen sowie der Feuerwehrkapelle wieder ans Licht. Auch Bubi Reis war damals bereits am Weinstand mit von der Partie.
Reis ist auch jetzt, im 31. Jahr die federführende Kraft. Nach der Auflösung des Verkehrsvereins haben „seine“ Treppenterrier den Pfingsttreff übernommen. Vor 25 Jahren fand erstmals auch ein Gottesdienst statt. „Wir bemühen uns, die Tradition aufrecht zu erhalten“, betonte Reis bei seiner Begrüßung. Das sei nicht immer einfach, denn ein finanzielles Risiko bestehe immer. So wurden auch schon Veranstaltungen abgesagt, weil der Wettergott nicht mitspielen wollte. „Die Waren sind dann gekauft, Gebühren bezahlt und die Toilette gemietet. Aber das nehmen wir gerne in Kauf“, so Reis.
An diesem Pfingstmontag wurde es zwar einige Male bedrohlich dunkel, doch es blieb trocken. Für den Notfall hatten die Treppenterrier erstmals Pavillons aufgestellt. Letztlich waren diese nicht nötig, denn sogar der ein oder andere Sonnenstrahl ließ sich blicken und tauchte den Ambergau in strahlende Farben – vom Dillsgraben aus bestens zu überblicken. So kamen dann auch zahlreiche Besucher, um bei Erbsensuppe, Gegrilltem und weiteren Köstlichkeiten ein paar nette Stunden zu verleben. Zwar waren es nicht ganz so viele wie im vergangenen Jahr, doch die Bänke waren gut belegt und die rund 15 Helfer hatten jederzeit gut zu tun.
„Der Dank geht neben den Helfern natürlich auch an Bianca Klapproth, die uns als Besitzerin der Dillsburg mit Strom und Wasser versorgt. Außerdem an Pastor Strack für seine Bereitschaft, den Gottesdienst aus seiner Kirche hierher zu verlegen und an den Musikzug der Feuerwehr Bockenem für die musikalische Begleitung“, sagte Bubi Reis abschließend.