Boden für Agravis-Ansiedlung im Gewerbepark ist bestellt

Rat der Stadt stimmt für Änderung des Bebauungsplanes / „Froh über Bioenergie-Investoren“

Von Karsten Knoblich

Bockenem. Der Landhandelsbetrieb Agravis, derzeit am Bockenemer Bahnhof ansässig, möchte sich im neuen Gewerbepark ansiedeln (der „Beobachter“ berichtete bereits). Dort ist unter anderem der Bau von Siloanlagen geplant. Das Problem: Bisher darf hier nur mit einer Höhe von zwölf Metern (oder 126,92 Meter ü.N.N.) über gewachsenem Grund gebaut werden. Die Silos sind aber deutlich höher. Nun ging es darum, die Höhenbegrenzung für das betreffende Grundstück auf rund 30 Meter (oder 157 Meter ü.N.N.) festzusetzen.
In der Aussprache gab SPD-Fraktionsvorsitzender Siegfried Berner zu bedenken, dass der Anblick der Silotürme kein schöner sein werde. Allerdings müsse man diese Kröte wohl schlucken, wenn sich hier Industrie ansiedeln soll. Seine Frage: Wäre kein Standort an einer weniger exponierten Fläche zu finden gewesen? Dazu merkte Bürgermeister Martin Bartölke an, dass ursprünglich auch eine Fläche gegenüber der Autowaschanlage im Gespräch gewesen sei. Diese habe sich aufgrund der dortigen topographischen Gegebenheiten aber für den Betrieb als nicht geeignet erwiesen.
Für Agravis sei es nicht einfach, einen passenden Platz zu finden, merkte CDU-Fraktionschef Dr. Gerhard Bartels an. Könne ein solcher nicht vorgehalten werden, dann sei der Standort Bockenem in Gefahr, und das wiederum zeitige gravierend negative Auswirkungen auf die Wettbewerbslage vor Ort. Es gelte also alles zu tun für die Ansiedlung. „Wir müssen ein Signal setzen, dass im Gewerbegebiet etwa passiert“, so Bartels. Worte, denen sich Klaus Stallmann für die UWG nur anschließen konnte. „Die Türme schrecken niemanden ab. Vielmehr wird das Gewerbegebiet auch optisch so erst zum Gewerbegebiet“, sagte er.
Ergebnis der Beratungen: Nach dem Ortsrat Bockenem und dem Bauausschuss gaben nun auch die Mandatsträger im Rat der Stadt grünes Licht für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes – bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.
Einstimmig hingegen passierten die Flächennutzungsplanänderungen und Bebauungspläne der beiden geplanten Bioenergieanlagen „Nördernfeld“ und „Ützenpfuhl“ das Gremium. „An erneuerbaren Energien führt kein Weg vorbei“, machte Siegfried Berner deutlich. Man könne froh sein, dass zwei Investoren in dieser Richtung etwas tun wollen.
Verwaltungschef Martin Bartölke teilte im Verlauf der Sitzung noch mit, dass für die Hortgruppe in der Grundschule, als Außenstelle der AWO-Kindertagesstätte, nun die Dauergenehmigung vorliege. Zudem sei die Betriebserlaubnis für die Integrative Gruppe im evangelisch-lutherischen Kindergarten Mahlum eingegangen.