Bravo-Rufe und großer Andrang im Kulturladen

Einige Lieder präsentierten die deutschen und russischen Musiker auch gemeinsam. (Foto: Vollmer)

„Alles Volkslied“ mit Folklore Ensemble „Gorniza“: Russisch-deutsche Folklore im Einklang

Schon eine Stunde vor Beginn des Konzertes hatten sich die ersten Gäste einen Platz in der Kulturscheune gesichert. Schließlich war auch der letzte Stuhl vergeben. Einige Nachzügler mussten sich mit einem Stehplatz begnügen. So groß war das Interesse an dem Programm mit dem Titel „Alles Volkslied“. Im Mittelpunkt standen das russische Folklore-Ensemble „Gorniza“ aus Gelendjik am Schwarzen Meer und die „Bockenemer Liedersänger“. Die Sänger dieses kleinen Vokal-Ensembles hatten sich unter der Leitung von Heidrun Heinke spontan nach der Meldung formiert, dass russische Musiker nach Bockenem kommen würden. „Wir wollten einmal deutsche Volkslieder und russische Folklore zu einem gemeinsamen Programm zusammenführen“, meinte die Bockenemer Gesangspädagogin. Der Konzertabend bestätigte, dass dieses Ziel mit Erfolg erreicht wurde. Mit Schwung öffneten die Bockenemer die Schatztruhe deutscher Volkslied-Tradition. Dabei sangen die russischen Gäste viele der bekannten Melodien mit. Und das, obwohl die Lieder mit abwechslungsreichen Chor-Arrangements verbunden waren. Ein emotionaler Höhepunkt war erreicht, als alle Musiker gemeinsam ein russisches Chorlied sangen, das die ganze Bandbreite dieser besonderen Musik erforderte. Hier übergab Heidrun Heinke die Leitung an ihre kundige russische Freundin und Kollegin Olga Fomin, mit der sie vorher in erheiterndem deutsch-russischen Sprachwechsel das Volkslied „Modder, ik will en Ding haben“ in der Fassung von Johanns Brahms interpretiert hatte. Die russische Sängerin und Musiklehrerin ist zusammen mit ihrem Mann Alexander die musikalische Seele der russischen Gäste aus Gelendjik. Die drei Erwachsenen und drei Jugendlichen des Ensembles „Gorniza“ erwiesen sich als hoch qualifiziertes Ensemble, das die Musik ihrer Heimat fern jeder kitschigen Kalinka-Seligkeit mit bewegender und begeisternder Ursprünglichkeit präsentierte. Ensemblestücke wechselten mit Solo-Liedern, Duetten und instrumental dargebotenen Tänzen. Hatte das Publikum schon das deutsche Vokal-Ensemble mit viel Beifall bedacht, kamen bei den russischen Gästen noch kräftige Bravo-Rufe dazu. Die Initiatoren freuen sich darüber, dass das Interesse am Kulturladen mittlerweile weit über die Grenzen des Ambergaus hinaus reicht. Viele Autos aus den umliegenden Landkreisen waren auf dem Parkplatz am Buchholzmarkt zu entdecken