Dank der Treppenterrier lief’s wie am Schnürchen

Bubi Reis (links) hat mit seinen Treppenterriern die Organisation der Deutschen Meisterschaft im Setzbügeleisen-Eisschießen in Braunlage von Ulrich Fuchs (rechts) übernommen. Über die gute Zusammenarbeit mit den Terriern freut sich auch der Geschäftsführer der Braunlage Tourismus GmbH, Christian Klamt (Mitte). (Foto: Vollmer)
 
Holger Brauwers war vielfach der Retter in der Not. Neben dem Abschleifen des Eisens musste der Seesener vielfach auch den Griff schweißen. (Foto: Vollmer)

Spielgemeinschaft richtete Deutsche Meisterschaft im Setzbügeleisen-Eisschießen aus / Bubi Reis gefragter Interviewpartner

Braunlage / Bockenem (vo). Die erste Deutsche Meisterschaft im Setzbügeleisen-Eisschießen unter der Regie der Spielgemeinschaft Treppenterrier Bockenem ist gelaufen. Nun können es Bubi Reis und seine Mannschaft wieder ein wenig ruhiger angehen lassen. „Es gab eine ganze Menge Trubel im Vorfeld. Allein das Medieninteresse war gewaltig“, berichtet der Vorsitzende der Spielgemeinschaft. Kaum ein Tag verging, wo der Störyer nicht ein Radiointerview geben musste. Große Nachrichtenagenturen gaben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Neben der wichtigen Öffentlichkeitsarbeit war dann ja in den vergangenen Wochen auch noch eine ganze Menge zu erledigen, damit die Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehen konnte.
135 Kandidaten aus acht Bundesländern traten in der Braunlager Eissporthalle gegeneinander an, um den besten Werfer zu küren. Johannes Elsbroek aus Bremen war einer von ihnen. Der Bremer hatte sich extra für den Wettbewerb ein historisches Bügeleisen aus Frankreich besorgt. Allerdings flutschte es für ihn auf der Bahn nicht so gut. Die richtigen Klötze wollten einfach nicht fallen. Am Ende blieben ihm und seinem Sohn, der in den Vorjahren schon einmal vorne mitmischen konnte, nur Plätze im Mittelfeld.
Auch für die Treppenterrier lief es in diesem Jahr nicht so gut. Bei den Herren musste sich Harry Kowald mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Immerhin sprang für Jonas Burgdorf bei den Jugendlichen ein dritter Platz heraus. Dafür lief für die Spielgemeinschaft bei der Organisation der Deutschen Meisterschaft alles optimal. Von allen Seiten gab es für die Terrier lobende Worte. „Die Übergabe ist hervorragend gelungen. Das muss man neidlos anerkennen“, erklärte Ulrich Fuchs als Vater der Setzbügeleisen-Meisterschaften. Er hatte sich aus persönlichen Gründen entschlossen, nicht noch einmal die Verantwortung für die beliebte Veranstaltung zu übernehmen. „Ohne Bubi Reis und die Treppenterrier hätte es auch sein können, dass es mit der Meisterschaft vorbei gewesen wäre. Bislang lag im Vorfeld die Hauptlast fast komplett auf meinen Schultern. Ich bin sehr froh darüber, dass alles so gut gelaufen ist“, berichtet Ulrich Fuchs.
Mittlerweile gehört die Meisterschaft mit Omas Bügeleisen zu Braunlage wie der benachbarte Wurmberg. Das findet auch Christian Klamt, der Geschäftsführer der Braunlage Tourismus GmbH. „Das ist eine große Attraktion für den Ort. Das zeigt sich allein schon an der hohen Teilnehmerzahl“, erläutert der Kurdirektor. Auch er zollt den Treppenterriern hohe Anerkennung für ihr Engagement. „Die Zusammenarbeit klappt reibungslos. Darauf lässt sich gut aufbauen“, so Christian Klamt.
Was verbirgt sich aber genau hinter der Faszination Setzbügeleisen-Eisschießen? Nun, eine wichtige Rolle spielt natürlich das Eisen aus vergangenen Tagen. Ob Flach-, Anlege- oder Setzbügeleisen, die Form ist relativ egal. Schwieriger wird es mit dem für den Laien doch schwer nachvollziehbaren Regelwerk. Die Durchgänge werden mit je sechs Eisen gespielt. Die besten fünf werden gewertet. Von den fünf Zielkegeln am anderen Ende der Eishalle, die mit verschiedenen Farben markiert sind, kommt der vom Bügeleisen getroffene Kegel mit der höchsten Punktzahl in die Wertung. Das von sechs Durchgängen addierte Ergebnis ergibt die Summe für die Qualifikation zur Finalteilnahme. Für die Einhaltung der Regeln sorgte auch in diesem Jahr wieder der DRK-Ortsverein Braunlage, der acht Schiedsrichter stellte. Sie notierten jeden Treffer auf den Wertungszetteln.
Und falls es mal mit Omas Eisen Probleme gab, war Hilfe auch nicht weit. Holger Brauwers aus Seesen, der im täglichen Leben eigentlich Lastwagen baut, sorgte mit dem Schweißgerät für schnelle Abhilfe. „Ich habe heute schon 20 Eisen repariert. Ganz oft war der Griff gebrochen“, berichtet Holger Brauwers. So musste zumindest am Ende niemand aufgrund technischer Probleme die Segel streichen.
Der Meistertitel bei den Herren ging in diesem Jahr an Detlef Steinmüller aus Bettingerode. Erstmals wurde in diesem Jahr auch eine Meisterin ermittelt, denn mit 32 Teilnehmerinnen war die Beteiligung so hoch wie noch nie zuvor. Ramona Werkmeister aus Leinefelde in Thüringen ließ in der Wertung das Teilnehmerfeld mit 196 Punkten weit hinter sich. Richard Forner aus dem brandenburgischen Mühlenbeck ist Sieger in der Jugendklasse geworden.
Am nächsten Tag ging es für die Treppenterrier gleich weiter in Richtung Hahnenklee. Dort berichtete der Norddeutsche Rundfunk live über eine andere Version des Setzbügeleisen-Eisschießens. Mangels Eisfläche rutschten die altertümlichen Haushaltsgeräte über den Asphalt, allerdings dieses Mal nur rein zum Vergnügen der Teilnehmer.