Den Messias zum Klingen bringen

Bei der Probe: 80 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland singen Mozarts „Messias“-Bearbeitung.
 
Freuen sich über das Projekt und die Förderung: Heidrun Heinke (Stimmbildung), Nicolas Bajorat (musikalische Assistenz), Janet Hurst-Dittrich für die Niedersächsische Sparkassenstiftung, Dirigent Claus-Ulrich Heinke, Dr. Lars Ludwig (Schatzmeister der SingAkademie), Heidrun Eberl (JPON) und Jan Michael Meyer-Lamp (JPON).

Sparkasse fördert Oratorium der SingAkademie Niedersachsen mit fast 10.000 Euro / Vorverkauf für Bockenem läuft

Schon beim Öffnen der Eingangstür tönt es einem entgegen: Im Hildesheimer Leester Haus für Musik und Kultur probt der Konzertchor der SingAkademie Niedersachsen. Unten ist er nur als fernes Echo zu erahnen. Oben, im großen Saal unter dem Dach, wird man förmlich umgehauen von den 80 Stimmen, die gerade dabei sind, den „Messias“ zu proben – ein Oratorium von Georg Friedrich Händel in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart.

Der Bockenemer Claus-Ulrich Heinke, Dirigent und künstlerischer Leiter der SingAkademie, steht auf einem hölzernen Podest. Man müsse die Aussagen des Liedtextes spüren, sagt er in die Runde: „Das ist zwar eine Bearbeitung von Mozart, aber diese Musik ist existenziell. Es geht von der Aussage her immer auch um uns.“
Den „Messias“ wird der Chor der SingAkademie gemeinsam mit dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen (JPON) auf die Bühne bringen. Es ist die erste Zusammenarbeit dieser Art. Es gebe viele Gemeinsamkeiten, betont Heinke. Beide arbeiten gemeinnützig und projektbezogen. Beide seien daran interessiert, hochwertige Kultur zu den Menschen zu bringen.
Das heißt unter anderem, auch abseits von großen Städten auftreten. Der „Messias“ wird am Sonnabend, 28. März, in St. Pankratius in Bockenem aufgeführt und am 29. März in St. Osdag in Mandelsloh, nördlich von Hannover. „Das ist eine absolut bewusste Entscheidung“, sagt Heinke, „unser Gründungsansatz ist, Qualität in der Region zu stärken“. Abgeschlossen wird das Projekt im April, mit zwei Auftritten in Österreich, unter anderem im Wiener Stephansdom. Rund 110 Sänger/-innen und Musiker/-innen werden bei den vier Konzerten auf der Bühne stehen.
„Stargast“ dieser Probe ist Janet Hurst-Dittrich, die im Namen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung einen Spendenscheck in Höhe von 9900 Euro überreicht. Sie betont, wie wichtig es sei, Kultur in der Region zu stärken, und lobt das „besondere Projekt“. Das Geld wird gemeinsam vergeben von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Hannover und der Kulturstiftung der Sparkasse Hildesheim und ist für die beiden Konzerte gedacht. „Dabei hat uns auch die Kooperation zwischen der SingAkademie Niedersachsen und dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen überzeugt,“ meint die Niedersächsische Sparkassenstiftung in ihrer Begründung. „Das ist eine große Förderung“, freut sich Claus-Ulrich Heinke.
Jetzt geht das „Messias“-Projekt in die Endphase. Bislang haben die beiden Ensembles noch unabhängig voneinander geprobt. Vor den Auftritten in Bockenem und Mandelsloh stehen zwei Probentage in der Musikhochschule Hannover an. Doch das Projekt ist mehr als Musik. Körpertraining, gemeinsame Zeit, Austausch untereinander. Die Sängerinnen und Sänger des Chores kommen nicht nur aus Niedersachsen, sondern aus ganz Deutschland. Offenbar ist sogar das gemeinsame Essen ein Erlebnis. Eine Sängerin plant sogar, ein Rezeptbuch über das Projekt zu schreiben, der Titel: „So schmeckt der Messias“.
Vorverkaufskarten für das Konzert am 28. März um 20 Uhr in Bockenem gibt es zum Preis von 18 und 13 Euro bei der MIA am Buchholzmarkt 12, in der Druckerei Lühmann, Marktstraße 2, Telefon 05067-6363, oder per E-Mail: vorverkauf@singakademie-niedersachsen.de.