Detailreichtum begeistert

Bürgermeister Martin Bartölke, Jobasport-Chef Karl Schütte sowie Avacon-Kommunalreferent Harald Schliestedt freuen sich über das gelungene Kunstwerk an der Schlewecker Straße. (Foto: Vollmer)
 
Nur drei Tage haben die Fassadenkünstler aus Potsdam benötigt. (Foto: Vollmer)

Trafohäuschen und Mauer an der Schlewecker Straße von Potsdamer Künstlern mit lokalen Motiven verschönert

Trafohäuschen, Ortsnetzstationen und Kabelverteilerschränke gewinnen in der Regel keinen Schönheitspreis. Sie sind meist schlicht gehalten, allenfalls haben Sprayer darauf ihre Spuren hinterlassen. Das Gegenstück dazu können Spaziergänger nun in Bockenem entdecken.
In der Schlewecker Straße haben Fassadenmaler eine Trafostation zu einem echten Kunstwerk gemacht. Langsam fahrende Autos gehören dort nun zum alltäglichen Bild. Schließlich gibt es auf der Fassade auch jede Menge zu entdecken. Neben einem Blick in den Ambergau wird der Besucher von bekannten Motiven aus der Stadt in den Bann gezogen. Seit drei Jahren verschönert die Avacon AG Trafohäuschen in ihrem Geschäftsgebiet. „Die Aktion findet bei den Bürgern viel Anklang, verschönert das Ortsbild und ist zudem eine recht erfolgreiche Präventionsmaßnahme gegen wilde Graffiti“, begründete Avacon-Kommunalreferent Harald Schliestedt das Engagement des Netzbetreibers.
Hinter den Kunstwerken steckt die Firma art-efx aus Potsdam. „Die Idee stammt von den Kollegen aus dem Brandenburger Raum. Dort waren die Künstler bereits zuvor aktiv“, ergänzte Pressesprecher Ralph Montag. Nach einer Testphase werden nun seit drei Jahren geeignete Stationen mit den verschiedensten Motiven verschönert. Als Grundlage für das Projekt in Bockenem wurde der Firma im Vorfeld seitens der Stadt umfangreiches Fotomaterial zur Verfügung gestellt. Schließlich ist es ein wesentliches Merkmal der Avacon-Verschönerungsaktion, dass die Kommunen bei der Motivwahl freie Hand haben und beispielsweise örtliche Bezüge herstellen. Es darf aber auch am Ende die unkonventionelle Idee sein.
Ein besonderer Reiz lag in der Schlewecker Straße auch darin, dass die Akteure neben der eigentlichen Trafostation auch große Teile der Mauer mit in ihr Werk einbeziehen durften. So finden sich am Ende neben dem Blick in die Landschaft in speziellen Ringen auch Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Turmuhrenmuseum oder die Superintendentur, wieder. Immer wieder staunen die Betrachter über die Detailtreue der Bilder, die allesamt mit der Sprühpistole auf die Mauer gebracht wurden. Dazu kommt ein großer Namenszug samt Wappen.
Auch Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke ist begeistert davon, wie die drei Künstler Markus Ronge, Christian Hipp und Lino Meyer in nur drei Tagen die vorgelegten Motive umgesetzt haben: „Es ist ein echter Hingucker geworden, der bei den Bürgern super ankommt.“ Nach Stationen in Borsum, Giesen, Harsum, Henneckenrode, Nettlingen, Nordstemmen und Sarstedt ist Bockenem die achte Stadt im Landkreis Hildesheim, in der die Fassadenkünstler mit dem bisher größten Projekt am Werk waren. Ingesamt hat der Netzbetreiber in den vergangenen drei Jahren bislang rund 130 Stationen von den Profis aus Potsdam verschönern lassen. Ende 2013 werden es rund 150 Stück sein. Mittlerweile gehört Avacon zu den größten Kunden von art-efx.
Die Stadt Bockenem übernahm die Kosten für die Vorbereitung der übrigen Flächen, die der Firma Jobasport gehören. „Die Zusammenarbeit war sehr unkompliziert“, blickt der Bürgermeister zurück. 2014 wird die Arbeit verbunden mit einem Stadtportrait ebenfalls im Avacon-Kalender zu sehen sein. Mittlerweile erreichen den Energieversorger immer wieder Anrufe von Ortsräten, die großes Interesse daran haben, dass ihr Trafohäuschen in neuem Glanz erstrahlt. „Es kommt natürlich auch mit auf die äußeren Bedingungen und das Umfeld an, ob eine Station dafür geeignet ist“, erläutert Harald Schliestedt.