Deutlich mehr Besucher im Turmuhrenmuseum

Bockenems Museumsleiter Jörg-Dieter Besch freut sich über die positive Entwicklung bei den Besucherzahlen. Die Steigerung lag sogar im zweistelligen Bereich. (Foto: Vollmer)

Beeindruckende Bilanz bei JHV des Vereins für Heimatkunde / Maike Mahnkopf: „Mehr junge Menschen begeistern“

Der Leiter des Turmuhren- und Heimatmu­seums in Bockenem, Jörg-Dieter Besch, hat eine positive Bi­lanz über das vergangene Jahr gezogen. Besonders zufrieden ist er mit der Entwicklung der Besucherzahlen. An den 154 geöffneten Tagen kamen 2046 Personen – 1711 Erwachsene und 335 Kinder – in die Ausstellung. 2009 waren es 1781 Besu­cher.

Von Michael Vollmer

Bockenem. „Das ist eine deutliche Steigerung um 265 Personen oder 15,5 Prozent. Nur wenige Museen können eine zweistellige Steigerung vorweisen“, berichtete Jörg-Dieter Besch in der Jahresrückschau des Vereins für Heimatkunde im Ambergau. Besonders stolz ist der Museumsleiter auf das Plus bei den Kindern und Jugendlichen. Die Zahl schnellte um 82 Köpfe (25 Prozent) nach oben. Den Aufwärtstrend führt der Bocke­nemer auf die bessere Werbung bei Reise- und Touristenbüros und auf die zahlreichen Führungen mit Schulklassen zurück. Aktivitäten in 2010 waren die Ausstellung „Alles hat seine Zeit“ oder die Bilderausstellung mit Werken von Adelheid Beulecke, die allerdings nicht so gut besucht wurde. Aus Kostengründen ließ sich die Präsentation „Hildesheim in 3D“ nicht verwirklichen.
Jörg-Dieter Besch informierte auch über die kommenden Vorhaben. Johann Friedrich Weule, der Gründer der gleichnamigen Turmuhrenfabrik und Glockengie­ßerei, wäre am 19. April 200 Jahre alt geworden. Zu diesem besonderen Geburtstag hat sich Professor Dr. Hartmut Weule angekündigt. Er wird einen Vortrag über seinen Ururgroßvater halten. Dazu gehört auch eine Ausstellung über den Firmen­gründer. Außerdem wurde unter Bockenemer Regie ein Faltblatt über das „Museumsquartett im Süden des Land­kreises Hildesheim“ erarbeitet. Es liegt mittlerweile druckfrisch vor. Die vier Häuser möchten nach außen mit einer einheitlichen Werbung auftreten.
Die Vorsitzende des Heimatkundevereins, Maike Mahn­kopf, erinnerte an die 90-Jahr-Feier im vergangenen Jahr. Au­ßerdem hätte der Verein einen Beitrag zum Dokumentarfilm über den Ambergau geleistet. „Ein nächstes Ziel ist es, junge Menschen für die Heimatkunde zu begeistern“, betonte die Vorsitzende. Zu diesem Punkt gibt es einen Vorschlag von Stadtheimatpfleger Dieter Rüdiger. Es soll der Versuch unter­nommen werden, wie beim „Speed-Dating“ in kurzer Zeit möglichst viele Informationen zu vermitteln. Dabei sitzen zum Beispiel fünf Jugendliche zusammen und befragen ihr Ge­genüber zu einem bestimmten Thema. Das könnte zum Bei­spiel Werner Lagershausen sein, der allerhand über die alte Tradition des Hausschlachtens erzählen kann, oder auch Rudi Meller, der ganz genau über Vertriebene Bescheid weiß. Um möglichst viele Teilnehmer zu gewinnen, sollen nach Mög­lichkeit auch die Schulen mit ins Boot geholt werden. Die Idee entstand, nachdem junge Leute aus Ortshausen, die keine Großeltern mehr haben, sich darüber informieren wollten, wie es denn früher einmal war.
Für die Mitglieder des Vereins für Heimatkunde steht 2011 eine Halbtagesfahrt zum Kloster Walkenried auf dem Programm. Außerdem geht es zum Kräutergarten nach Altenau und zum Harzhorn. Weiter sind ein Vortrag zu den Sternenbildern sowie die Vermittlung von interessanten Fakten über das Lesen und Verstehen von Schriften alter Texte angedacht. In der nächsten Versammlung will der Vorstand den Mitgliedern eine überarbeitete Satzung vorlegen.
Die „Plattduitschen Frünne“ im Verein für Heimat­kunde haben 2010 sieben Veranstaltungen auf die Beine ge­stellt. 300 Teilnehmer konnte der Chef der „Frünne“, Gustav Philipps, dazu in verschiedenen Orten des Ambergaus begrü­ßen. Höhepunkte waren das Schlachteessen sowie die Weih­nachtsfeier mit Theateraufführung.
Als neue Kassenführerin des Heimatkundevereins wurde Hannelore Steinhauer gewählt.