Die beiden Schulen machen schon mal gemeinsame Sache

Enno Reif erstellte eine Unterwasserwelt mit Hilfe von Eisenerzkörnern. (Foto: Wunderlich)
 
Die Musik-AG der Realschule spielte mit Unterstützung des Feuerwehrmusikzuges im Innenhof der Schule. (Foto: Wunderlich)

Offene Türen bei Ambergauschule und Wilhelm-Busch-Realschule / Von Künstlern, Forschern und sozialen Projekten

Bei diesem Vorgeschmack muss einem um den Start der Oberschule in Bockenem wirklich nicht bange werden. In trauter Zweisamkeit hatten Ambergauschule und Wilhelm-Busch-Realschule zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Geboten wurden vor allem Ausschnitte aus dem Unterricht, Projekte der Schulsozialarbeit sowie Einblicke in die Arbeitsgemeinschaften und Nachmittagsangebote.

Von Eileen Wunderlich

Bockenem. Lange dauerte es nicht, bis sich Schüler, Eltern und weitere interessierte Besucher in großer Zahl eingefunden hatten. Dabei sorgten Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen für eine nette Begrüßung, und gaben schon einmal erste Informationen mit auf den Weg. Mit Lehrern und Schülern in lockerer Atmosphäre ins Gespräch kommen, den Schulbetrieb kennenlernen und die vielen Vorführungen und Ausstellungen besuchen, die die Schüler vorbereitet hatten – damit dürfte der Grund für die große Resonanz gefunden sein. Mit den Präsentationen an etwa 45 Stationen wurde ein Bogen gespannt vom musikalisch-künstlerischen über den naturwissenschaftlichen und fremdsprachlichen bis hin zum kulinarischen Bereich.
Die Mädchen der Realschulklasse 9c – sie selbst nennen sich übrigens „Draft Bodies“ – führten auf der Bühne in der Pausenhalle eine selbst einstudierte Choreografie auf. Auch ein ungewollter Fehlstart änderte nichts daran, dass sie großes tänzerisches Können unter Beweis stellten. Den lauten Zurufen nach einer Zugabe trugen sie gern Rechnung.
An einem weiteren Stand sammelten Hauptschüler Spenden für das Tierheim Hildesheim. Das gespendete Geld wird unter anderem für Futter und Kastrationen für freilaufende Katzen gebraucht. Gleichzeitig informierte die Klasse 10a über den Beruf des Tierpflegers beziehungsweise der Tierpflegerin. Der Stand resultierte übrigens aus einem Projekt im Rahmen des sozialen Lernens und wurde hier als bestes ausgewählt.
Aus der Schulsozialarbeit stammt auch die Geocache-AG der Hauptschule, geleitet von Jörn Hannemann. Geocaching ist quasi die elektronische Form der Schnitzeljagd. Die Verstecke, kurz „Caches“ genannt, werden anhand geographischer Koordinaten oder in Form von Rätseln veröffentlicht und können dann anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers, eines Kompasses oder mittels Karten gesucht werden. Die Caches befinden sich meistens in einem wasserdichten Behälter mit dem so genannten Logbuch, wo sich die „Schatzsucher“ eintragen und ihre gefundenen Caches archivieren können. Die Geocaching-AG ist freiwillig und läuft im Rahmen der Nachmittagsbetreuung mindestens ein Halbjahr. „Diese Arbeitsgemeinschaft bringt die Schüler und Schülerinnen raus in die Natur, fördert das Verständnis für den Umgang mit dem Computer und auch die Gruppenarbeit“, sagt Jörn Hannemann. Im Rahmen der AG hat die Schule selbst fünf GPS-Geräte angeschafft, die die Schüler nutzen können. Mittlerweile ist das Geocaching so beliebt, dass ein Schüler innerhalb von drei Monaten selbst 45 Verstecke während seiner Freizeit eingetragen hat.
Als weiteres Highlight entpuppten sich die musikalischen Beiträge im Innenhof der Schule. Dabei rückte sich auch die Musik-AG der Realschule ins rechte Licht. Sie bekommt seit neuestem Unterstützung vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bockenem. Durch diese Kooperation haben die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, ihr Musikverständnis noch intensiver auszubauen. Der Musikzug begleitet die Schüler nicht nur; die Musiker besuchen auch aktiv den Unterricht und stellen verschiedene Instrumente vor, die die Schüler dann selbst ausprobieren können. Es ist sogar ein gemeinsames Konzert geplant.
Die Kreativklasse 6c präsentiert sich mit einem interessanten Kunstprojekt. Um der im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen 1,5 Millionen Kinder zu gedenken, stellt das Holocaust-Museum in Houston/Texas selbstgefertigte Schmetterlinge aus, die symbolisch für die verstorbenen Kinder stehen. Die Kreativklasse beteiligt sich an diesem Projekt und schickt selbstgebastelte Schmetterlinge in die USA. Ein riesengroßer Schmetterling, der aus verschiedenen Puzzleteilen besteht, bleibt als Erinnerung in der Schule.
„Strom ohne Atom“: Aus aktuellem Anlass hatten es zwei Schüler der Forscherklasse 6a übernommen, unter diesem Thema eine technische Anlage zu erklären. Das machten sie so hervorragend, dass die Besucher die komplexen physikalischen Vorgänge ohne Probleme verstanden. Das Prinzip: Eine Lampe wird als „Sonne“ verwendet, dessen Energie von einer Solarzelle aufgefangen und in einen Wasserzersetzungsapparat umgeleitet wird. Die aufsteigenden Wasserstoff- und Sauerstoffblasen werden durch die so genannte Brennstoffzelle mit der dazugehörigen Membrane in Elektronen umgewandelt, und die können dann vom Verbraucher in Form von Strom genutzt werden. „Ohne den Wasserzersetzungapparat wäre eine Nutzung der Elektronen ohne Sonneneinstrahlung nicht über einen längeren Zeitraum möglich“, erklärten die beiden Nachwuchsforscher Hanke Schellmann und Aron Struck.
Von besonderem Interesse an diesem Nachmittag waren die Informationen über die Einrichtung der Oberschule in Bockenem. In dieser sollen künftig die Ambergauschule und die Wilhelm-Busch-Realschule mit einer gemeinsamen Leitung aufgehen. Durch die Umsetzung der Oberschule verspricht man sich viele Vorteile für die Schüler und Schülerinnen. So soll sich der Zusammenschluss positiv auf die Klassengrößen auswirken, die möglichst klein gehalten werden können. Außerdem bietet die Schule nun ein neues Profil „Technik“ an. Und wenn Schüler zwischen den Schulen wechseln müssen, kann dies nun reibungsloser ablaufen. „Perlen“ – so nennt Realschulrektorin Dagmar Pallinger besonders gute Angebote, von denen künftig dann sowohl die Haupt- als auch die Realschüler profitieren können.
Ein gesonderter Infoabend zum Thema Oberschule findet am 25. Mai statt.