Die fleißigen Handwerker sind mit ihrer Arbeit fertig

Schlüsselübergabe: Die Krippengruppe im AWO-Kindergarten ist nun offiziell eröffnet.
 
"Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Kindern gehen." Die Handwerker sind inzwischen abgezogen, doch die Kinder erinnern sich gerne an das "Abenteuer Anbau" zurück.

Offizielle Einweihung der Krippengruppe im AWO-Kindergarten / Einrichtung einer dritten Gruppe ist in Planung

Von Daniel Hinz, Bockenem


„Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Kindern gehen“, sang die Vorschulgruppe des AWO-Kindergartens. Das stimmt nicht ganz, denn die Handwerker haben sich inzwischen verabschiedet. Insgesamt 17 Firmen waren am Anbau für die Krippengruppe beteiligt. Nun ist er fertiggestellt. Dies wurde nun mit einer Feierstunde gefeiert.
Leiterin Sandra Scholz dankte vor allem der Stadtverwaltung für die Unterstützung: „Es macht Spaß mit Ihnen zusammen zu arbeiten, man kann sich absolut vertrauen. Ihr seid ein tolles Team.“ Ein großes Dankeschön ging zudem an den Kindergarten in Sillium. Da die eigenen Möbel erst mit einiger Verspätung eintrafen, sprang dieser ein und half für vier Wochen mit Tischen, Stühlen und Spielzeug aus.
Bürgermeister Martin Bartölke blickte noch einmal zurück. Bereits vor über zwei Jahren, im Juni 2009, wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, neben der Krippengruppe im evangelischen Kindergarten, eine weitere einzurichten. Über den Standort gab es heftige Diskussionen. Im Juli letzten Jahres legte man sich letztlich auf den AWO-Kindergarten fest. Dieser war bereits bei seinem Bau für eine Erweiterung ausgelegt worden. Insgesamt 325.000 Euro plus Einrichtung kostet diese nun. „Wir werden zwar kein Geld einsparen können, aber das Budget auch nicht überschreiten, “ zeigte sich Bartölke zufrieden. 217.000 Euro gab es an Zuschüssen aus dem vier Milliarden schweren Topf zum Krippenausbau vom Bund. Dazu kommen noch 36.000 Euro vom Landkreis Hildesheim. Den Rest übernahm die Stadt mit Eigenmitteln.
Der Bürgermeister gab einen Überblick über die Kinderbetreuung im Stadtgebiet. Seit mehreren Jahren gebe es keine Wartelisten mehr, neue Kinder könnten sofort aufgenommen werden. Doch Bedarf sei weiterhin vorhanden. Die neue Gruppe für die ein- bis dreijährigen ist mit 14 Kindern schon fast ausgebucht, nur ein weiterer Platz sei noch frei. Daher werde bis zum Jahr 2013 eine dritte Krippengruppe eingerichtet. Wo dies sein werde, stehe jedoch noch nicht fest, so Bartölke.
Normalerweise gibt es, laut niedersächsischem KiTa-Gesetz, für 15 Kinder zwei Betreuungskräfte. In der Stadt Bockenem kann man aber ab einer zehnköpfigen Gruppe den Antrag auf eine dritte Kraft stellen. In der Feierstunde hatte die Stadtverwaltung dann gleich eine gute Nachricht. Sie ließ durchblicken, dass der Antrag des AWO-Kindergartens für diese dritte Person genehmigt werde. Momentan sei es so, dass ein Drittel der Kosten durch die Beiträge der Eltern gedeckt sei, den Rest übernehme die Stadt. „Niemand käme aber auf die Idee bei der Kinderbetreuung zu sparen, um damit zum Beispiel Straßen zu sanieren. Kinder sind unsere Zukunft und da sparen wir nicht“, stelle Martin Bartölke klar.
Klaus Bange war als Vertreter des Landkreises anwesend. Er hoffe, dass auch in Niedersachsen bald nicht nur das dritte Jahr, sondern der komplette Kindergartenbesuch kostenlos sei. „Wir wollen Kindertagesstätten als erste Bildungseinrichtung sehen. Es käme niemand auf die Idee, für die Schulen Gebühren zu verlangen. Dies sollte für die vorschulische Bildung ebenso sein.“ Er sei froh, dass die Gemeinden die Aufgaben der Kinderbetreuung übernähmen und es nicht zentralistisch vom Landkreis gesteuert werden müsse. Die Gemeinde Bockenem sei besonders bei der Betreuung der ein- bis dreijährigen Kinder gut aufgestellt. Die Quote läge bei 36% und damit schon jetzt über der für 2013 angepeilten Marke von einem Drittel.
Dankesworte gab es auch von Susanne Kalbreier und Matthias Bludau, vom Aufsichtsrat der AWO-Jugendhilfe und Kindertagesstätten GmbH, die Träger der Einrichtung sind. Ein Umbau im laufenden Betrieb sei immer eine große Herausforderung. Auch wenn die Kinder über die Bauarbeiten oft begeistert waren und den Handwerkern zuschauten, so habe es oft auch erhebliche Beeinträchtigungen gegeben. Den Kindern und Eltern sei man daher zu großem Dank für Mithilfe und Verständnis verpflichtet, so Kalbreier. Vom Architektenbüro Aselmeier und Lippitz, verantwortlich für den Umbau, kam die Aussage, dass alles reibungslos geklappt habe. Sie hätten schon an vielen Kindertagesstätten in Südniedersachsen gebaut, doch die Bockenemer kämen im Ranking ganz nach oben.
Zum Abschluss der Feierstunde gab es jede Menge Geschenke der umgebenden Kindergärten, vom AWO-Ortsverein, der MiA, dem Landkreis und des Trägers. „Ich persönlich mag Geschenke sehr gerne“, ließ Sandra Scholz verlauten. Sicher auch „ihre“ Kinder und Mitarbeiter, die die Gerätschaften der Handwerker gerne gegen die neuen Spielzeuge eintauschen.