Die „Mystik des Malens“ hat es ihr angetan

Heidrun Anna Lindenberg – hier mit ihrer „Nana“ im Arm und dem „4. Tag“ aus ihrem Schöpfungszyklus – lädt am Wochenende in ihr Atelier in der Volkersheimer Hainbergstraße 28 ein. (Foto: Knoblich)

Tage der offenen Ateliers 2011: Volkersheimer Künstlerin Heidrun Anna Lindenberg lädt am Wochenende ein

Von Karsten Knoblich,
Volkersheim

Das Schöne ist ja, dass man vorher nicht weiß, was hinten rauskommt“, sagt die Volkersheimerin Heidrun Anna Lindenberg. Und genau das macht für die stets strahlende Künstlerin den Reiz ihrer kreativen Beschäftigung aus. Sie nennt das die „Mystik des Malens“, der sie sich einfach nicht entziehen kann. Wenn sie im heimischen Keller an ihrer Staffelei steht, dann vergisst sie dann und wann nicht nur die Zeit; dann lässt sie sich zuweilen auch ganz spontan inspirieren und schlägt einen anderen Weg als den ursprünglich geplanten ein. So wie neulich. „Ich probiere gern etwas Neues aus und habe mich jetzt mal an ein abstraktes Motiv gewagt“, sagt Heidrun Anna Lindenberg. Da stelle man sich dann eben die Frage „Wie mache ich das jetzt bloß; müssen da jetzt vielleicht noch Kreise hin?“ Da hat sie dann kurzerhand ihre Großnichten Tatjana und Karina um Rat gefragt. Und was sagten die? „Du, da gehören doch keine Kreise hin, da fehlt noch ein Würfel.“ Und so wurde es dann auch gemacht.
Richtig Fahrt aufgenommen hat die künstlerische Betätigung der 69-Jährigen vor sechs Jahren. Die gelernte Hauswirtschafterin arbeitete zunächst im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb, später als Versicherungsangestellte, dann als Floristin in einem Bockenemer Gärtnereibetrieb. Im Jahr 2005 begann sie eine umfassende Ausbildung im Atelier der Bockenemer Kulturpädagogin Jutta Walter. Und seitdem widmet sie sich neben der Familie ausschließlich der Malerei im eigenen Atelier in der Volkersheimer Hainbergstraße 28.
Das Repertoire von Heidrun Anna Lindenberg ist beeindruckend. Am liebsten malt sie zwar mit Ölfarben, aber auch ihre Bilder in Acryl und die zahlreichen Aquarelle können sich sehen lassen. „Schauen Sie mal, das ist ein Blick vom Dalsenkrug über Schlewecke zur Mühle“, sagt sie und zeigt auf ein schmuckes Landschaftsbild. Nicht weit davon entfernt ziehen die direkt vor dem Atelier gelegene Volkersheimer Kirche mit dem Georgsberg als Aquarell und die Hildesheimer Michaeliskirche in Acryl die Blicke auf sich. Ein paar Schritte weiter steht ein Strukturbild im Scheinwerferlicht. Hier hat die Künstlerin neben Acrylfarbe auch Sand und Schlagmetall mit verarbeitet. Und im Nachbarraum präsentiert sie nicht ohne Stolz ein mit Hilfe von Schablonen entstandenes Werk. „Das macht richtig Spaß“, sagt sie zu dieser Art Maltechnik. Und im Vorbeigehen fällt dann auch noch ein „Schutzengel-Kalender“ ins Auge, für den ihre Aquarelle als Vorlage dienten.
Leidenschaftlich gern malt die Volkersheimerin aber Blumen. Ob Eisenhut oder Rittersporn, Schlafmohn oder Prachtwinde – diese floralen Motive auf Leinwand finden immer häufiger neue Besitzer und haben schon in so manchem Haushalt der Region einen Ehrenplatz gefunden.
Nun, alles das und viel mehr wird es am kommenden Wochenende zu sehen geben. Denn wie die Ateliergemeinschaft Jutta Walter „Am Kraila 14“ in Volkersheim (der „Beobachter“ berichtete), so wird nur einen Steinwurf entfernt auch Heidrun Anna Lindenberg im Rahmen der „Tage der offenen Ateliers 2011“ zu einem Streifzug durch ihr Atelier in der Hainbergstraße 28 einladen. Gelegenheit dazu gibt es am Samstag und Sonntag, 13./14. August, jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Zu verfehlen ist das Atelier nicht. Den Weg weist die bunte „Nana“ – die erste Skulptur, die die Künstlerin nach dem Vorbild von Niki de Saint Phalle geschaffen hat. „Nur die Augenbrauen passen irgendwie nicht, die verschwinden bis dahin noch“. Sprach’s und machte sich wieder an die Arbeit...