Die roten Schuhe gibt es nur noch im Programmnamen

Der gebürtige Bockenemer Peter Brauckmann war am Sonnabend in der Kulturscheune auf dem Buchholzmarkt zu Gast.

Für Peter Brauckmann war es so etwas wie eine Heimkehr.

Der gebürtige Bockenemer ist nach fünf Jahren wieder einmal in seine Heimatstadt zurückgekommen und hat in der heinkeschen Kulturscheune auf dem Buchholzmarkt sein neues Programm „Rote Schuh“ präsentiert. In Abwesenheit der in Namibia auf Konzerttournee weilenden Hausherren übernahm Lothar Stark die Begrüßung. Er erinnerte kurz an den Auftritt vor fünf Jahren: „Damals war in Bockenem Hochwasser. Und wir hatten eine Serenade. Peter Brauckmann gab einen Streifzug durch seine über 30-jährige Bühnengeschichte.“
Rund 50 Besucher fanden diesmal den Weg in die nicht ganz volle Scheune, womit die Organisatoren durchaus zufrieden waren: „In den Sommerferien ist es immer etwas schwieriger.“ Zumal Veranstaltungen vor gerade einmal 20 Gästen, die es zu früheren Zeiten auch öfter gab, inzwischen vorbei sind. Die Bockenem wissen, was sie an den teils hochklassigen Kultur-Highlights des Kulturladenteams haben. Und auch von außerhalb kommen immer wieder Gäste dazu.
Zu Beginn seines Auftrittes spielte Brauckmann eines seiner ersten selbst komponierten Werke „Ich gehe meinen Weg“ aus dem Jahr 1972. „Das ist mir bei einer Tour durch Wales in den Sinn gekommen“, so der Musiker. Dieses, und auch viele weitere Lieder, sind auch den Bockenemern bekannt und so gab es einen teils vielstimmigen Chor.
Brauckmanns Band Schnapsack gemeinsam mit Bernd Goymann galt in den 70er und 80er Jahren als eines der erfolgreichsten Folk-Projekte in Westdeutschland. Die Texte sind häufig gesellschaftskritisch oder handeln von Natur- und Umweltschutz. „In der Szene waren damals Protestsongs obligatorisch“, erinnert sich der seit langer Zeit in Meißen lebende Brauckmann. Mit dem von ihm gegründeten Musikverlag Rillenschlange produzierte er nicht nur Musik, sondern auch Comedysendungen fürs Fernsehen, unter anderem für „Die Wochenshow“, „RTL Samstag Nacht“ oder die „Comedy Factory“.
Die roten Schuhe, die Brauckmann 30 Jahre lang trug, sind inzwischen übrigens Geschichte: „Seit einigen Monaten brauche ich aufgrund meines Rückens Gesundheitsschuhe und in Rot waren sie ausverkauft.“
Die nächste Serenade findet am Donnerstag, 25. August, um 20 Uhr statt. Dann ist unter dem Motto „Alles Gospel“ die Bockenemer Gospel-Unity zu Gast in der Kulturscheune.