Drei Flächen kommen noch für neue Windräder in Frage

Landkreis muss weitere Flächen ausweisen / Bürgerinformation im Frühsommer geplant

Eine relativ hohe Zuhörerschaft fand am Donnerstag bei einer Zusammenkunft des Bauausschusses die Vorstellung des Windparkgutachtens im Rathaus durch den Bürgermeister Martin Bartölke. Dieses Gutachten hatte die Stadt am 10. Mai vorigen Jahres in Auftrag gegeben.
Zuvor hatte der Landkreis signalisiert, dass die Stadt Bockenem mit hoher Wahrscheinlichkeit einen weiteren Windpark ausweisen müsse, weil sie als flächengroße Gemeinde einen Beitrag zu der politisch und auch vom Land Niedersachsen gewünschten Energiewende zu leisten habe. Zwei bis drei Prozent der Landkreisfläche seien künftig als Windparkfläche auszuweisen.
Der Landkreis wird in etwa vier Monaten seinen ersten Entwurf zum neuen Regionalen Raumordnungsprogramm vorlegen, bei dem die Stadt bis etwa August/September zu einer Stellungnahme aufgefordert werden dürfte und diese Stellungnahme sich hauptsächlich auf eine weitere Windparkfläche beziehen wird.

Drei Flächen kommen in die engere Auswahl

Besagtes Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte und das jetzt vorliegt, jedoch nur in seinen Ergebnissen öffentlich gemacht wurde, hatte elf potentielle Flächen im Stadtgebiet auf ihre Eignung hin untersucht. Es empfieht jedoch nur drei dieser Flächen weiter auf ihre Eignung zu diskutieren, die in diesem Fall flächenmäßig auch die größten wären.
Eine Fläche liegt zwischen Nette und Werder südseits des Weinbergkamms. Sie kommt dann in Frage, wenn die Stadt Bad Salzdetfurth ihrerseits die Fläche in der Bünte aufgeben würde, womit zu rechnen ist. Eine weitere Möglichkeit erstreckt sich nordwetslich von Volkersheim und liegt westlich der Autobahn, und die bereits öffentlich diskutierte „Fläche Nummer 4“ liegt in Abständen von je 750 Metern von Bockenem und Bornum entfernt 500 Meter östlich des Königsturms und reicht bis kurz vor die Autobahn.

Keine Konflikte mit Umweltbelangen

Aus Umweltbelangen böten diese drei Flächen ein hinreichendes Flächenangebot mit geringem bis fehlendem Konfliktpotential, summiert das Gutachten. Damit könne im Stadtgebiet Bockenem „der Windenergie in substantieller Weise Raum geschaffen werden“.
Die zur Aufstellung kommenden Windräder besitzen keine Höhenbegrenzung mehr und werden den marktüblichen Ausführungen von 188 bis 200 Metern Höhe entsprechen, ergänzte der Bürgermeister, der aber auch betonte, dass weitere Flächen im Stadtgebiet unter Umständen noch diskutiert werden könnten, weil noch manches im Fluss sei.
Die an den Vortrag anschließende Diskussion betraf nur wenige Verständnisfragen, denn, wie zuvor der Ausschussvorsitzende Dr. Gerhard Bartels deutlich gemacht hatte, wird das Papier jetzt erst einmal in die Fraktionen gehen, um dort beraten zu werden. Eine öffentliche Diskussion unter Einbeziehung der Einwohnerschaft dürfte im Frühsommer stattfinden.