Eigentlich kein Grund zu feiern

Einer der Räume in der Bockenemer DRK-Kleiderkammer, die am vergangenen Wochenende gut gefüllt waren.

Bockenemer Kleiderkammer besteht seit fünf Jahren

Eigentlich ist es ja kein Grund zu feiern. Seit fünf Jahren besteht nun die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in Bockenem. Hier kann jeder für wenig Geld Kleidung in allen Größen, Spielsachen und vieles mehr erhalten.

Doch das Angebot ist sehr wichtig, wie auch der DRK-Vorsitzende Hans Werner Schleusener bestätigt: „Wir haben hier jede Menge Stammkunden, die sich immer wieder Sachen holen. Aber es kommen auch ständig neue Leute, die wir zum ersten Mal sehen.“ Und das nicht nur aus dem Bockenemer Stadtgebiet, auch aus den angrenzenden Gemeinden kommt schon Mal jemand. Auch die Spenden kommen aus dem ganzen Kreisgebiet. Nachdem die Alfelder Kleiderkammer geschlossen wurde, haben die Rotkreuzler nur noch eine weitere in Hildesheim.
„Wir werden auch öfter gefragt, ob sich das überhaupt lohnt. Doch die Unkosten bekommen wir durch die Einnahmen wieder rein“, fasst Schleusener zusammen. Für die Kunden sei es auch wichtig, dass sie die Sachen nicht einfach geschenkt bekommen: „Sie können dann sagen, dass sie es eingekauft haben. Das ist für die einfach ein besseres Gefühl.“ Ab und zu geben sie aber doch etwas kostenlos heraus. Beispielsweise für die Tschernobyl-Kinder, die auch in diesem Jahr wieder in Bockenem und der Umgebung waren. Oder die Asylbewerber, die kürzlich in Bockenem mit praktisch nichts angekommen sind. Die würden dann zum Beispiel von der Diakonie zur Kleiderkammer geschickt werden und könnten sich erst einmal einkleiden, berichtet Hans Werner Schleusener.
Die Auswahl ist riesengroß. Angefangen hatte das DRK in einem Gebäude am Bahnhof. „Das wurde aber schnell zu klein. Außerdem durften wir die Toilette dort nicht benutzen“, blickt der DRK-Ortsvorsitzende zurück. Nun, in den Räumlichkeiten im Rodentau 5, sei viel mehr Raum. Trotzdem platzt dieser fast aus allen Nähten. 100 Kisten an Sommersachen wurden gerade in die Kartons gepackt, um Platz für den Herbst zu machen. 100 weitere Kisten nur mit Winterbekleidung warten nun darauf, ausgepackt zu werden.
Insgesamt zehn Helfer des DRK arbeiten in der Kleiderkammer. Beim „Jubiläum“ am vergangenen Freitag und Sonnabend hatten diese gut zu tun. Über 100 Besucher waren vor Ort. Vor allem am Freitag bekam man kaum noch einen Fuß vor den anderen. „Da waren auch wieder einige, deren Gesichter wir hier noch nicht gesehen haben“, freut sich Schleusener, dass das Angebot in der Bevölkerung immer besser ankommt. Es sei zwar viel Arbeit, aber mache auch große Freude. Auch wenn das ein oder andere für ein oder zwei Euro gekaufte Kleidungsstück kurz danach auf dem Flohmarkt wieder auftaucht. „Das können wir leider nicht verhindern“ ist er nur wenig betrübt darüber. Genauso wie die anderen, wird er weitermachen.

Geöffnet hat die Kleiderkammer im Rodentau 5 jeden 1. und 3. Freitag (15 bis 18 Uhr) sowie jeden 1. und 3. Sonnabend (9 bis 13 Uhr ) im Monat.