Ein Brandanschlag auf Bockenemer Auto

Christian Eberleh kann sich nicht erklären, wer den Brandananschlag auf sein Auto verübt hat. (Foto: Vollmer)

Tat ist vorläufiger Höhepunkt einer Reihe von Delikten / Täter im persönlichen Umfeld zu suchen

Von Michael Vollmer
Bockenem

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag vergangener Woche einen Brand­anschlag auf ein Auto in Bockenem verübt. Die Kriminalpolizei vermutete zu­nächst einen Zusammenhang zu den Fällen in Berlin und Hamburg. Aber aller Wahrscheinlichkeit ist der Anschlag auf persönliche Hintergründe zurückzuführen.
Die Tat ist der vorläufige Höhepunkt in einer Reihe von Delikten, die sich im vergangenen halben Jahr bei der Familie Eberleh abgespielt haben. Die Serie begann mit der Manipulation des Bremsschlauchs am Lastwagen von Christian Eberleh, der zu dem Zeitpunkt auf dem Autohof im Gewerbegebiet geparkt war. Zum Glück zeigten die Systeme den Fehler an, sonst hätte es zu einem Unglück kommen können. Danach machten sich Unbekannte am eigenen Transporter des Kraftfahrers zu schaffen, indem sie an dem vor dem Haus geparkten Wagen die Radschrauben lösten. „Ich habe dann auf der Autobahn so ein Schlackern gespürt. Auch das hätte böse ins Auge gehen können“, sagt der Bockenemer. Der dritte Fall liegt auch noch nicht so lange zurück. Da wurde am Familienfahrzeug an einem Reifen die Luft abgelassen. Ein paar Wochen später entdeckten die Eberlehs dann plötzlich eine lange Schmarre im Lack. Und nun wäre der Volkswagen fast in Flammen aufgegangen.
Viel hat nicht gefehlt. Es war eigentlich nur ein Zufall, dass der Brandanschlag entdeckt wurde. Gegen 21.30 Uhr sah Astrid Eberleh ein Flackern hinter dem in der Einfahrt geparkten Auto, weil die Rollos wegen der Weihnachtsbeleuchtung auf halber Höhe standen. Beim näheren Hinsehen entpuppte sich das Szenario als Feuerschein. „Zum Glück hatte der Sturm das Feuer dann ausgepustet“, erläutert Astrid Eberleh.
Ein Eingreifen der Feuerwehr war nicht mehr nötig. Die näheren Untersuchungen brachten den Ursprung schnell ans Tageslicht. Auf dem rechten Vorderreifen lag ein Grillanzünder. Der sorgt dafür, dass mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung der Wagen lichterloh in Flammen steht. Genau nach diesem Schema gehen die Täter bei den vielen Anschlägen auf geparkte Autos in Berlin und Hamburg vor. Den Unbekannten bleibt nach dem Entzünden des Würfels noch genug Zeit, im Dunkel der Nacht abzutauchen.
Die Vorgehensweise hat dann am nächsten Tag auch die Kriminalpolizei auf den Plan gerufen, die nach all den geschilderten Vorfällen aber vermutet, dass der Täter wohl im persönlichen Umfeld zu suchen ist. „Wir können uns absolut keinen Reim darauf machen, wer dafür verantwortlich sein könnte“, erklärt Astrid Eberleh. Zumindest will die Familie Eberleh rund um ihr Haus für einen besseren Schutz sorgen. Eine Überwachungskamera und ein Tor sollen ungebetene Gäste fern halten.
Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Bockenem unter Telefon (05067) 991730 entgegen. „Vielleicht hat ja jemand Beobachtungen am vergangenen Donnerstagabend gemacht“, hofft Christian Eberleh.