Ein dritter „Defi“ für Bockenem

Ein Defibrillator ähnlich wie dieser soll im DRK-Seniorenheim aufgestellt werden.

Mobile Geräte sollen plötzlichen Herztod verhindern

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen. Alljährlich sterben alleine in Deutschland 80.000 Menschen daran. Viele davon könnten gerettet werden, wenn es schnelle Hilfe gibt, erzählte jüngst Jörg Böckelmann, der selbst vor fast zehn Jahren einen Herzstillstand erlitt und seitdem mit einem Kunstherzen lebt. „Nach drei Minuten erleidet ein Mensch erste Schäden, nach fünf Minuten folgen Hirnschäden“, so Böckelmann. Ein Defibrillator kann da sehr helfen. Zwei davon gibt es im Stadtgebiet bereits. Einer wird bei der Feuerwehr aufbewahrt, der andere im Freibad beziehungsweise im Winter im Rathaus. Nun ist eine weitere Anschaffung geplant. Der dritte „Defi“ soll im DRK-Seniorenheim in der Jägerhausstraße lagern.
Das Gerät ist so aufgebaut, dass es jeder bedienen kann, auch ein medizinischer Laie. Denn es funktioniert mit einer Sprachsteuerung, die jeden Schritt erklärt. Am Ende entscheidet die Maschine nach einem selbst erstellten EKG, ob ein Stromstoß notwendig ist, oder nicht. Der Helfer muss also eigentlich „nur“ die entsprechenden Gerätschaften an der richtigen Stelle anlegen. „Auch Ärzte sind in so einer Situation schon einmal nervös. Aber man kann gar nichts falsch machen. Toter als tot geht nicht. Tut man nichts, stirbt der Betroffene auf jeden Fall“, will Böckelmann den „Laien“ die Angst nehmen.
Auf lange Sicht ist durchaus geplant, dass noch mehr Geräte in der Stadt aufgebaut werden. Die, sollten sie mit einer Säule im Freien aufgebaut werden, werden aber noch teurer. Das jetzt anzuschaffende Gerät kostet in etwa 2.000 Euro. Ein Großteil ist durch Spenden, die Tombola beim Sommerfest des DRK-Seniorenheims sowie weiteren Festen bereits hereingekommen. Weitere Spenden werden aber gerne angenommen. Diese können im Seniorenheim oder im DRK-Beratungsbüro in der Königstraße 14 abgegeben werden.