Ein Kreisel vor der Grundschule?

Arbeitskreis „Straßen und Verkehr“ bespricht erste Ideen / Königstraße wird bald zur 30er Zone

Am Dienstagabend hat die Verkehrswacht Bockenem gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Straßen und Verkehr“ zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch geladen. Mit dabei war auch Klaus Swetje, der stellvertretende Gebietsleiter der Landesverkehrswacht Hannover.

Die Arbeitskreisvorsitzende Christina Philipps freute sich, einen „fundierten Fachmann“ dabeizuhaben, um mit ihm über einige Ideen sprechen zu können.
Zunächst kam die Sprache auf ein bereits entschiedenes Thema. Denn dass in der Königstraße, wie bereits bei den restlichen Straßen in der Innenstadt, bald nur noch 30 km/h gefahren werden darf, ist schon beschlossen. Ab wann diese Regelung gilt, ist jedoch noch nicht sicher, wie Julia Arneke von der Verwaltung mitteilte. Die Schilder seien bestellt und sobald diese ausgeliefert seien, würden sie aufgestellt.
Für die Bockenemer dürfte dies eine große Umstellung bedeuten. Denn sie müssen nicht nur die Geschwindigkeit reduzieren, auch die derzeitige Vorfahrt wäre damit aufgehoben. Es gilt dann überall „rechts vor links“. Als sinnvoll sieht dies Swetje an: „Ich habe nie verstanden, warum diese Straße von der 30er-Zone ausgenommen wurde.“ Er prophezeiht zwar einige Probleme in den ersten Wochen oder Monaten, da „der Mensch ein gewohnheitstier“ sei. Auch einige Unfälle werde es wohl geben. Aber aus Erfahrung könne er sagen, dass diese in der Regel glimpflich mit Blechschäden ausgehen. Die Stadt wird im ersten halben Jahr zudem Schilder mit dem Hinweis „Vorfahrt geändert“ aufstellen. Swetje riet dazu, an den Kreuzungen nach der Umstellung auch mal nach links zu schauen, ob der Fahrer von dort auch wirklich anhält. Insgesamt können rund 25 Verkehrsschilder in der Innenstadt entfernt werden.
Ein weiteres Thema war ein möglicher Kreisel vor der Bockenemer Grundschule. Dazu meinte Swetje, dass es auch dort zunächst einige Unfälle geben werde, er aber grundsätzlich reibungslos funktionieren würde. Es sei aber, betonte Philipps, zunächst einmal nur eine Idee und werde sicher nicht kurzfristig realisiert werden, sondern dann, wenn finanzielle Spielräume bestünden. Rund 150.000 Euro müssten wohl eingeplant werden. Das Geld müsste wohl aus der Stadtkasse kommen, ist sich der Verkehrswachtler relativ sicher.
Die Ampel könnte dann abgebaut werden, da direkt am Kreisel ein Zebrastreifen mit einer Insel in der Mitte entstehen würde. „Für Fußgänger, auch die Grundschüler wäre das kein Problem. Das Tempo der Fahrzeuge ist vor einem Kreisel deutlich niedriger als an einer Ampel, wo teilweise noch einmal extra beschleunigt wird.“ „In diesem Zusammenhang ist auch an einen möglichen Verbrauchermarkt an der Stelle der ehemaligen Realschule zu denken. Durch einen Kreisel wäre dort mehr Platz für die Einfahrt. Auch einige Park- und Halteplätze direkt an der Schule könnten entstehen“, zählt Frank Ebeling, Vorsitzender der örtlichen Verkehrswacht, weitere Vorteile auf.
Auf der Tagesordnung stand auch das Bewohnerparken. „Bewohnerparken wäre meiner Meinung nach in Bockenem rechtlich nicht zulässig“, sagte dazu Klaus Swetje. Es dürften ohnehin tagsüber maximal 50 Prozent der Parkfläche für Bewohner ausgewiesen werden. Die Zahl wäre dann so gering, dass es vermutlich viel mehr Berechtigte als Plätze gäbe.
Die Idee, den Südwall und die Wasserstraße als Einbahnstraßen auszuweisen, wurde vom Arbeitskreis vorerst als ungeeignet zu den Akten gelegt. Ein Problem sei, dass dann aufgrund der geringen Fahrbahnbreite auch Radfahrer nur noch in eine Richtung fahren könnten. Außerdem würde im Schnitt in einer Einbahnstraße schneller gefahren, als in einer beidseitig befahrbaren. Das sei mit Blick auf die Kindertagesstätte im Südwall nicht die richtige Lösung.
Am Ende waren Arbeitskreis und Bockenemer Verkehrswacht froh, einige wichtige Informationen und Anregungen bekommen zu haben.