"Einmal mehr aufstehen als man hingefallen ist!"

Für einen furiosen Auftakt der Feierstunde sorgte die Steelband der Castle-School aus Thornbury. (Foto: Knoblich)
 
"Seid Stehaufmännchen!": Schulleiterin Dagmar Pallinger. (Foto: Knoblich)

Entlassungsfeier an der Wilhelm-Busch-Realschule Bockenem mit Steelband aus Thornbury

Von Karsten Knoblich, Bockenem

Mit einem lachenden, sicherlich aber auch mit einem weinenden Auge haben 62 Zehntklässler nun Abschied von "ihrer" Wilhelm-Busch-Realschule genommen. Bei der Schulentlassungsfeier in der neuen Sporthalle wurde dabei ganz deutlich, dass das zwischenmenschliche Klima sowohl unter den Entlassschülern selbst als auch zwischen ihnen und dem Kollegium ein herzliches ist und war.
Eine besondere Note erhielt die Feierstunde durch den Auftritt der Steelband aus Bockenems englischer Partnerstadt Thornbury. Die jungen Musiker der dortigen Castle-School weilten für mehrere Tage in der Region und übernahmen gern die musikalische Umrahmung. Und die deutsche Nationalhymne hört man auch nicht alle Tage auf solchen Feinblech-Instrumenten. Nicht minder klanggewaltig trat die Schülerband in Aktion, unter anderem mit dem Status-Quo-Hit "And I like it". Besonderen Applaus gab es für das Lied "Nessaja" aus dem Musical Tabaluga. Hier stellte Entlassschüler Lukas Schwedeck sein Talent als Sänger eindrucksvoll unter Beweis.
"Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit." Mit diesem passenden Zitat aus der Feder des Namensgebers der Schule begrüßte Realschul-Rektorin Dagmar Pallinger die Gäste. Zweierlei habe man nach ihren Worten den Schülerinnen und Schüler mit auf den Weg geben wollen. Zum einen natürlich Wissen in den verschiedensten Fachgebieten, zum anderen aber auch die Fähigkeit zur Resilienz, also zur Widerstandsfähigkeit. Ein anschauliches Beispiel dafür sei die Fähigkeit von Stehaufmännchen, sich aus jeder beliebigen Lage wieder aufzurichten. "Hier in unserer Schulgemeinschaft solltet ihr lernen: auch wenn etwas nicht gelingt, ich gebe nicht auf, ich setze mich ein, ich nehme es in die Hand, denn ich kann es", sagte Dagmar Pallinger. Um ein Stehaufmännchen zu sein, bedürfe es eines guten Selbstbewusstseins und viel Anerkennung. "Denkt daran: Erfolg zu haben heißt, einmal mehr aufzustehen als man hingefallen ist", gab die Schulleiterin den Abschlussschülern mit auf den Weg.
Glückwünsche überbrachte Bockenems Ortsbürgermeisterin Christina Philipps, einst selbst Schülerin der damaligen Mittelschule. Sie wünschte den Entlassschülern einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt und hatte für Kollegium und Förderverein Präsente mitgebracht.
Apropos Förderverein: Für dessen Vorstand machte Sabine Brandes eine beeindruckende Rechnung auf. Demnach habe man für die jetzt zu verabschiedenen Schülerinnen und Schüler 480-mal die Cafeteria geöffnet, 1200 Stunden gearbeitet, 5000 Brezeln und 9600 Waffeln gebacken, 24.000 Sandwiches produziert, 36.000 Designerbrötchen und gefühlte 100.000 Müsliriegel verkauft. Carola Kirsch vom Schulelternrat betrachtete die zurückliegende Schulzeit sportlich. Vor sechs Jahren hätten die Schüler das Trainingslager aufgeschlagen, vor wenigen Wochen dann das Finale absolviert; unter Anfeuerungs-, aber auch unter Buhrufen habe sich ein Team geformt, es seien gelbe und rote Karten verteilt worden, und nun stehe die Pokalübergabe auf dem Programm. "Lasst euch durch Fouls nicht aus dem Rhythmus bringen", riet Carola Kirsch den Jugendlichen.
Für die Entlassschüler machte Laura Hein dann deutlich, was den perfekten Schüler auszeichnet. Dieser hat beispielsweise immer den roten Faden vor Augen, seine Beteiligung am Unterricht kommt ganz von alleine und er hält der Rektorin die Tür auf. Der perfekte Lehrer dagegen verschläft morgens oft, frühstückt mit seinen Schülern, vergisst beim Kaffeeholen schon mal das Wiederkommen und gibt natürlich niemals Hausaufgaben auf. Fazit von Laura Hein: "Wir Schüler haben unseren Teil eingehalten, die Lehrer müssen noch ein wenig daran arbeiten". Trotzdem waren die Zehntklässler offensichtlich zufrieden, denn für alle Lehrerinnen und Lehrer des Jahrgangs gab es ein kleines Blumenpräsent als Dankeschön.
Bevor man zur ersehnten Zeugnisübergabe schritt, galt es noch einige Schülerinnen und Schüler auszuzeichnen. So taten sich in der Klasse 10a Laura Hein, Katharina Pröve und Kim Janet Kolbe durch besonderes soziales Engagement hervor. Für die besten Zeugnisse wurden in der 10b Malte Hundertmark und Gesa Palandt belohnt. In der 10c galten die Anerkennungen Lena Kadolsky für ihr kreatives Engagement und Anna Hoffmeister für die beste Leistung im Fach Mathematik.

Die Abschlussschülerinnen und -schüler 2011 der Wilhelm-Busch-Realschule Bockenem:
Klasse 10a (Klassenlehrer Karl-Heinz Tasch): Dominik Freck, Felix Garschke, Felix Labitzke, Thomas Lagies, Philipp Lueg, Levin Pinkepank, Florian Pleße, Patrick Schwandt, Maximilian Schwarte, Jan Steinborn, Maxime Armgardt, Tabea Behnke, Yasmin Hammann, Laura Hein, Saskia Kasten, Kim Janet Kolbe, Theresa Metzner, Saskia Notzon, Katharina Pröve.
Klasse 10b (Klassenlehrer Rolf Gude): Timo Hikisch, Malte Hundertmark, Christoph Ihme, Max Jendrossek, Felix Kühn, Dennis Rindermann, Alexander Schmidt, Timo Schubert, Lukas Schwedeck, Pascal Selke, Christoph Ulrich, Daniel Zeidler, Sarah Bode, Delia Fleer, Alexandra Ihme, Stefanie Lichter, Gesa Palandt, Ann-Christin Sagawe, Vanessa Shelton, Leila Siebke, Melanie Yasmin Thiel, Anna Willgerodt.
Klasse 10c (Klassenlehrerin Petra Breidung-Kramer): Pascal Brauckhoff, Benedikt Dörrig, Patrick Hentschel, Niklas Höppner, Alexander Kirsch, Joshua Leichsering, Maik Prudlik, Timon Sawatzki, Torben Sawatzki, Janis Schreiber, Marius Sternal, Christoph Wessel, Alexander Will, Michelle Dahle, Michelle Gaborsch, Anna Hoffmeister, Melanie Jörn, Lena Kadolsky, Katharina Küppers, Vivien Trarbach, Nadine Weiberg.