Endlich ist ihr neues Domizil fertig

Die Kindergartenkinder sangen zur Einweihung der neuen Krippenräume mehrere Lieder.

Einweihung des Anbaus für die Krippenkinder im Kindergarten im Südwall

Es war der 13. Februar und es waren 13 Grad unter Null. Vor gut sieben Monaten begann der Neubau des Gebäudes für die Krippenkinder im evangelischen Kindergarten im Südwall. Und es ging so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte. Notdürftig geflickte Löcher in der Wand, Stromausfälle, auch in der fensterlosen und einzigen Mitarbeitertoilette, Feueralarm aufgrund des starken Baustaubs, ungenügend abgesicherte Zufahrtswege zur Baustelle und völlig entnervte Mitarbeiter. Trotzdem ging Leiterin Anke Zauritz mit einem guten Gefühl nach Hause, denn "schlimmer konnte es schließlich nicht mehr kommen." Und so wurde es auch immer besser. Nach dem Abriss des alten wuchs das neue Gebäude immer mehr in die Höhe. Nach dem Richtfest im Mai konnte nun endlich die Einweihung gefeiert werden.
"Heut´ ist ein Fest, ein großes Fest" begrüßten einige Kinder die zahlreichen Gäste in den neuen Räumlichkeiten. Auch Bürgermeister Martin Bartölke freute sich, dass das "Provisorium" nun endlich ein Ende hat. "Wir haben hier eine Krippengruppe eingerichtet, ohne die eigentlich notwendigen Voraussetzungen zu haben." Als dann festgestellt wurde, dass der 70er-Jahre-Holzanbau eine Komplettsanierung erforderlich hatte, begannen die Überlegungen. "Schon 2009 wurde diskutiert, was möglich ist", blickte Thomas Naumann von der Bernward GmbH zurück. Schnell konnten Verwaltung und Lokalpolitik überzeugt werden, dass ein Neubau die bessere, wenn auch etwas teurere Alternative, ist. "Die Entscheidung wurde sich nicht leicht gemacht. Aber ein sanierter Altbau wäre nicht so schön geworden, wie ein Neubau", so Naumann. Denn nicht nur die Krippenkinder können sich über einen neuen Gruppen- und einen Ruheraum sowie neue Sanitäranlagen freuen. Auch die Mitarbeiter profitieren. Sie erhalten einen großen Mitarbeiterraum.
Sabine Schonmartz, pädagogische Leiterin des Kirchenkreises, bezeichnete die Räumlichkeiten als ein "Träumchen" und auch Ortsbürgermeister Siegfried Berner war froh, in so viele glückliche Kinderaugen schauen zu können: "Ich freue mich, dass wir gerade am Rand der Altstadt so eine schöne Einrichtung anbieten können. Das Umfeld des Kindergartens, auch für die Mitarbeiter, ist fast optimal. Das ist auch wichtig. Denn durch die Veränderungen in der Gesellschaft muss hier heutzutage mehr geleistet werden als früher." Auch Martin Bartölke sprach die wenigen positiven Standortfaktoren in Bockenem an. Neben dem Autobahnanschluss sei es daher besonders wichtig, in Kindergärten und Schulen zu investieren, um zumindest auf diesem Gebiet etwas anbieten zu können. Insgesamt steuerte die Stadt 310.000 der 490.000 Euro Gesamtkosten bei.
Das freute auch Pastor Ralph-Thomas Strack, denn diese "gute Entscheidung ist nicht selbstverständlich". Dagmar Pallinger, Rektorin der Oberschule, sprach die Kooperationen zum Beispiel mit Praktikanten, auch aus dem englischen Thornbury, an. Ein Geschenk überreichte auch Renate Drese-Kolk, Leiterin des KiGa Bornum/Mahlum. Ganz fertig sind die Bauarbeiten an der Einrichtung allerdings noch nicht, denn "wir haben ja einen Zehn-Jahres-Plan", meinte Thorsten Naumann schmunzelnd in Richtung des Bürgermeisters. Als nächstes sollen die übrigens Waschräume und einige Fenster erneuert beziehungsweise neu eingebaut werden.