Energiesparparty bei Familie Weiß

Energieberater Dominik Ehrhardt übergibt Gebhard und Christiane Weiß anschließend die Untersuchungsergebnisse. (Foto: bo)

Mit qualifizierter Energieberatung lässt sich auf Dauer viel Geld sparen

Gebäude sind die größten Energieverbraucher in Europa: Bis zu 40 Prozent der erzeugten Energie werden in den Wohnhäusern oder Büros zum Heizen benötigt. Mit qualifizierter Energieberatung können private Hauseigentümer auf Dauer Kosten sparen und das Klima schonen. Die energetische Modernisierung von Wohneigentum niedersachsenweit voranzubringen, ist das erklärte Ziel der Landeskampagne „HeimSpiel für Modernisierer“, die nach drei Jahren nun zu Ende geht.
„Durch eine sachgerechte Gebäudemodernisierung lassen sich reichlich Energie und Heizkosten sparen“, erklärt der Bockenemer Energieberater Dominik Ehrhardt. Zusammen mit seinem Hildesheimer Kollegen Stefan Tilgner besuchte er Christiane und Gebhard Weiß, um direkt vor Ort energetische Schwachstellen aufzudecken. Für die kostenlosen Energieberatungspartys der Landeskampagne konnten sich die Eigentümer bewerben. Diese Beratungen der besonderen Art, die ein wenig an die legendären Tupperpartys erinnern, sind in Niedersachsen bislang einmalig. Sie richten sich an Besitzer von Häusern, die 1990 oder früher gebaut wurden.
„Mit diesem ungewöhnlichen Format erreichen wir Hauseigentümer, ihre Nachbarn und Freunde. In entspannter Atmos­phäre besteht die Möglichkeit, über Einsparmöglichkeiten zu sprechen“, erläutert die Leiterin der Kampagne, Annerose Hörter. Bei der Hausführung gehen die Eigentümer und Gäste zusammen mit den Experten zwischen Dachboden und Kellerräumen auf Entdeckungstour. Wie ist es um die Fenster oder die Heizungsanlage bestellt? Reicht die Isolierung des Dachbodens? Auf all die Fragen gibt es an dem Nachmittag eine kompetente Antwort.
In der Zwischenzeit hat Ingenieur Stefan Tilgner im Wohnzimmer einen Luftdichtigkeitstest aufgebaut. Die Eheleute Weiß lassen sich erklären, wie der Test funktioniert. Dafür wurde eine Plastikfolie vor der offenen Terrassentür installiert. Darin befindet sich ein Ventilator. Mehrere Messgeräte sind ebenfalls in Position gebracht. Ziel ist es, die Luftdichtigkeit des Gebäudes zu ermitteln. Mit einer Rauchkerze kann der Experte feststellen, an welchen Stellen es zieht. Später erfahren die Eigentümer, dass der Wind aus den Steckdosen pfeift. Früher seien die Hohlräume für die Dosen recht großzügig gestaltet worden, heißt es.
Gebhard und Christiane Weiß werden sich nun mit ihrem Energieberater Dominik Ehrhardt an einen Tisch setzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Ebenfalls ermittelten die Fachleute den Energiebedarf für das gesamte Haus, das mittlerweile 32 Jahre alt ist. Ein Vortrag mit nützlichen Hinweisen und Tipps rundete den Nachmittag ab. „Eine alte Heizungsanlage sollte nicht erst ausgetauscht werden, wenn sie kaputt ist“, berichtete Dominik Ehrhardt. Vielfach lohne es sich, bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine effizientere Anlage zu kaufen.