Erst Exequien, dann Nachtwache in St. Pankratius

Christiane Heinke, Tonja Lea Schneider-Heinke, Heidrun Heinke (von links): Dieses Familientrio wird das Konzert in der Bockenemer St. Pankratiuskirche am Gründonnerstag mit ausgestalten.

Im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld stehen zum Osterfest besondere Veranstaltungen auf dem Programm

Die Gemeinden im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld bieten zum Osterfest eine Vielzahl besonderer Veranstaltungen an. Neben den Festgottesdienst gibt es in der Region zwischen Schellerten und Alfeld, zwischen Bockenem und Coppenbrügge musikalische Andachten, nächtliche Spaziergänge und ungewöhnliche Inszenierungen. Hier eine kleine Auswahl.

Bockenem (bo). „Nehmt und esst!“ heißt es am Gründonnerstag, 21. April, um 17 Uhr in der Schellerter Kirche. Das Vorbereitungsteam mit Pastor Detlef Albrecht lädt zu einem Gottesdienst ein und lässt ein Stück biblischer Geschichte lebendig werden. Im Zentrum steht die gemeinsame Abendmahlsfeier, zu der auch Familien mit Kindern herzlich eingeladen sind. Im Anschluss daran gibt es ein gemeinsames feierliches Essen in der Kirche. Alle Interessierten sind eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ebenfalls am Gründonnerstag öffnen sich die Türen der St. Pankratiuskirche Bockenem zu einer langen Nacht. In dem mit Kerzen erleuchteten Kirchenraum kann manvon 21 Uhr bis zum Karfreitagmorgen um 6 Uhr Nachtwache halten. Jede/r kann kommen und gehen, wann immer sie oder er möchte.Zu Beginn steht um 21 Uhr die Aufführung eines der großen Musikwerke der Barockzeit. Die Vokalsolisten der SingAkademie Niedersachsen werden unter der Leitung von Claus-Ulrich Heinke die so genannten „Musikalischen Exequien“ musizieren, die Heinrich Schütz im Jahr 1637 komponiert hat. Kantor Christoph Pannek begleitet den Chor auf der Orgel. Nach der Aufführung beginnt ein nächtliches Schweigen bis um sechs Uhr morgens, das jede volle Stunde mit einem kurzen geistlichen Impuls unterbrochen wird. Außerdem gibt es während der ganzen Nacht Gelegenheit zu Seelsorge und Gespräch.
In Elze wird wie in den Vorjahren musikalisch an die Sterbestunde Christi erinnert. Sie wird hier zugleich zur „Stunde der Kirchenmusik“ am Karfreitag, 22. April, um 15 Uhr in der Peter-und-Paul-Kirche. Die Elzer Kantorei wird Liszts „Via crucis“ zur Sterbestunde Christi aufführen. In 14 Stationen wird der Kreuzweg zum Klang. Konrad Maria Engel aus Hannover begleitet den gemischten Chor am Klavier, die Leitung hat Johannes Pflüger.
Auch in Mahlerten wird am Karfreitag die Sterbestunde mit einem Konzert begangen, allerdings mit einem ganz anderen Sound. Oscar Peterson komponierte die „Easter Suite“ 1984 im Auftrag der BBC. So entstand eine berührende Jazz-Version der Passionsgeschichte für Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Dabei birgt die Komposition selbst schon eine theologische Interpretation, stellt sie doch die Versöhnung und Vergebung programmatisch ins Zentrum der neun kurzen Sätze. Dem Jazztrio Kordes-Tetzlaff-Godejohann kommt das Verdienst zu, dem lange in Vergessenheit geratenen Werk Petersons wieder aufs Podium zu bringen. Das Konzert beginnt um 15 Uhr in der St.-Bartholomäus-Kirche Mahlerten.
In der Nordstemmer St.-Johannis-Gemeinde beginnt Ostern in diesem Jahr besonders früh, nämlich schon um 4.30 Uhr in der Friedenskapelle. Hier treffen sich die Gläubigen am Ostersonntag, 24. April, zu einem nächtlichen Gang über den Friedhof, um dann weiter zur St.-Johannis-Kirche zu gehen und dort um 5.30 Uhr die Auferstehung Christi zu feiern. Anschließend wird zum gemeinsamen Osterfrühstück eingeladen.