Eschentriebsterben in der Region bereitet Sorge

Bei dem Rundgang der Forstgenossenschaft Bockenem kam auch das Eschentriebsterben zur Sprache, das durch einen Pilz verursacht wird. (Foto: Vollmer)

Forstgenossenschaft Bockenem mit Revierförster Hans-Henning Niehoff auf Tour / Wegearbeiten ebenfalls Thema

Bockenem (vo). Mit großer Sorge blickt Revierförster Hans-Henning Niehoff auf das Eschentriebsterben in der Region. Dem Baum setzt seit geraumer Zeit ein Pilz zu, dessen Lebensweise bislang unbekannt war. Die ersten Meldungen über größere Schäden an Eschen erfolgten bereits Anfang der neunziger Jahre aus dem Baltikum und Polen. Mittlerweile sind die auffälligen Triebschäden an der Esche in ganz Nord- und Mitteleuropa zu beobachten.
„Das Eschentriebsterben hat gewaltige Ausmaße angenommen. Der Pilz verstopft die Leitungsbahnen im Holz“, berichtete der Experte bei einem Rundgang der Forstgenossenschaft Bockenem. Seinen Ursprung hatte der Pilz in Südostasien, von dort breitete er sich dann aus. In Deutschland grassiert er seit etwa vier Jahren. „Wir sind machtlos, können überhaupt nichts dagegen tun“, erläuterte Hans-Henning Niehoff. Es lasse sich aber schlecht sagen, wie hoch der Grad des Befalls ist.
Als typische Krankheitsmerkmale treten an Eschen aller Altersstufen und an unterschiedlichen Standorten auffällige Triebschäden auf. Diese sind durch kupferrötliche bis ockergelbliche Rindenverfärbungen gekennzeichnet. Unterhalb der abgestorbenen Eschenrinde ist in den Trieben eine schwach bräunliche bis braunschwarze Holzverfärbung zu beobachten. Ein fortgeschrittenes Stadium führt zum Absterben ganzer Kronenteile oder des kompletten Baumes.
Bei der Waldbegehung unterhielten sich die Forstgenossen aber auch über anstehende Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere Wegearbeiten. Ablaufendes Wasser macht den Fachleuten immer wieder zu schaffen. „Spurrillen müssen vermieden werden. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Hege- und Pflegemaßnahmen im Bockenemer Forst“, erläuterte der Vorsitzende Heiko Illers. In nächster Zeit seien keine größeren Holzeinschläge geplant. „Auf dem Holzmarkt sieht es derzeit ganz gut aus“, berichtete der Revierförster. Eine gute Nachfrage gebe es derzeit für Buchen-, Eichen- und Eschenholz. Das gelte größtenteils auch für Fichtenstammholz. Dagegen sei das Interesse für Kirsche und Ahorn modebedingt stark zurückgegangen.