Fachausschuss einigt sich auf neues Preissystem

Gut drei Wochen vor dem geplanten Eröffnungstermin ist das Stadtbad noch eine große Baustelle. Hier werden gerade die Bahnmarkierungen im großen Becken aufgeschweißt. (Foto: Klaube)

Wer muss künftig wieviel Eintritt für das Stadtbad zahlen? Hitzige Debatte vor entscheidender Ratssitzung

Bockenem (LB). Die Zeit drängt. In gut drei Wochen, am 2. Juni, soll das für mehr als zwei Millionen Euro neu erstellte Bockenemer Freibad eröffnet werden. Was hat der Besucher danach für den Eintritt und die Nutzung zu zahlen? Wie soll das neue Eintrittspreissystem aussehen? Zu dieser Frage gab es in den vergangenen Wochen bekanntlich innerhalb des Rates zwischen der Mehrheitsgruppe CDU/UWG und der SPD-Fraktion nicht nur in Einzelfragen Dissenz, sondern auch im Grundsätzlichen. Die SPD tendierte dahin, das alte Preissystem erst einmal beizubehalten, um Erfahrungen zu sammeln und eine endgültige Festlegung danach erst für die kommende Saison zu treffen. Schließlich sei das gesamte Bad neu konzipiert worden. Zwar zeige es mit konstanten 24 Grad eine deutlich höhere Wassertemperatur und weise zahlreiche Neuerungen auf, doch gäbe es nun kein 50-Meter-Becken mehr.
Diese grundsätzliche Frage beherrschte jetzt zeitweise auch die sich über eineinhalb Stunden erstreckende Diskussion im zuständigen Fachausschuss für Schule, Jugend und Bürgerangelegenheiten. Dabei gab es zeitweise durchaus harsche Worte, und die SPD beantragte am Schluss gar Sitzungsunterbrechung. Doch: Am Ende einigte man sich in allen Einzelfragen einvernehmlich.
Bürgermeister Martin Bartölke hatte eingangs ein neues und überarbeitetes Preiskonzept vorgestellt. Er wies darauf hin, dass dort alle bisherigen Anregungen weitgehend berücksichtigt worden seien und das Ganze mit den Vereinen abgesprochen wurde, die immerhin rund 2000 Mitglieder repräsentierten. Das bisherige zwischen 2004 und 2011 praktizierte Preissystem sei mit seinen Einzelelementen, insbesondere den Punktekarten, kompliziert in der Handhabung und wenig transparent gewesen. Das neue System sollte einfacher und sozial verträglicher gestaltet werden und anstatt der Punktekarten ein Bonussystem aufweisen. Nach zwei bis drei Jahren solle es auf der Basis des veränderten Nutzerverhaltens überprüft und dann gegebenenfalls angepasst werden.
Nachdem der Bürgermeister anschließend die Einzelelemente des neuen Vorschlags bei den Einzelkarten, den Saisonkarten sowie das Bonussystem erläutert und vier vorliegende Anfragen der SPD dahin beantwortet hatte, dass man bei dem neuen System weiter mit der bisherigen Hardware arbeiten könne und bei der Umsetzung erst zu einem späteren Zeitpunkt Investitionskosten in Höhe von rund 5000 Euro anfielen, kam es dann aber zu einer Unmenge an Detailfragen. Insbesondere Jürgen Andre von der SPD kritisierte verschiedene Punkte des von Bartölke vorgetragenen Verwaltungsvorschlags, zeigte sich letztlich aber einverstanden. Außerdem gab es in der zeitweise recht sprunghaften und widersprüchlichen Diskussion auf Antrag von CDU und UWG nur eine einzige Teiländerung, welche bei den Saisonkarten in einer Einzelsparte zu einer Absenkung von zehn Euro führte.
Bei dem neuen System werden es wiederum die Saisonkarten sein, die den Nutzern wesentliche Vorteile versprechen, denn die Karte für einen Einzelerwachsenen kostet 110 Euro, während sein in der Regel hohes Nutzungsverhalten einem Wert entspräche, der bei Einzelkarten durchaus zwischen 400 und 1000 Euro liegen würde.
Das im Rahmen dieser Ausschusssitzung beschlossene neue Preissystem, dem der Rat am kommenden Montag, 14. Mai, abschließend zustimmen soll, zeigt in seinen wesentlichen Teilen das nachfolgende Bild (die alten, seit 2004 gültigen Sätze in Klammern): Saisonkarten: Erwachsene – Einzel 110 (99); zwei Erwachsene 150 (132); ein Erwachsener plus Kinder 130 (132); zwei Erwachsene plus Kinder 150 (132); Einzelkind 50 (44); mehrere Kinder 90 (132); Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte 66 Euro. Außerdem wird noch geprüft, in welcher Form Bezieher von Arbeitslosengeld II und anderer Unterstützungsleistungen einen Zuschuss beim Kauf einer Einzelkarte erhalten können.
Einzelkarten vor 18 Uhr: Erwachsene 3,80 (3,50); Jugendliche 1,60 (1,50); Ermäßigte 2,50 und nach 18 Uhr: Erwachsene 2,10 (2,00); Jugendliche 0,50 (0,50); Ermäßigte 1,60 Euro.