Feuerschutzausschuss stimmt für mehrere Anschaffungen

Stabilisierungssystem für verunfallte Pkw, zwei TSF und ein Hochdruckreiniger sollen für die Feuerwehren gekauft werden

Auf der 5. öffentlichen Sitzung des Feuerschutzausschusses am Dienstag im Bockenemer Feuerwehrhaus wurden zu den drei ausgabenrelevaten Tagesordnungspunkten nur einstimmige und zustimmende Beschlüsse gefasst.

Als erstes ging es um die Beschaffung eines Stabilisierungssystems für verunfallte Personenkraftwagen, zu der vor dem Haus auch eine Vorführung des Geräts stattfand. Die beiden Feuerwehren von Bockenem und Bornum werden bekanntermaßen immer wieder bei Pkw-Unfällen im Stadtgebiet und auf der Autobahn zu Einsätzen gerufen. Dabei geht es häufig darum, eingeklemmte Personen zu befreien und aus dem Fahrzeug zu bergen. Da bei zahlreichen Unfällen der Wagen dann nicht mehr auf vier Rädern steht, sondern seitlich oder auf dem Dach liegt, gestaltet sich die Bergung häufig deshalb schwierig, weil das Fahrzeug in diesem Falle keine stabile Lage mehr besitzt. Um dieses zu verhindern, werden bei vielen Wehren Stabilisierungssysteme eingesetzt, von denen es verschiedene Typen auf dem Markt gibt.
Das dem Feuerschutzausschuss und leitenden Feuerwehrkräften vorgeführte ist relativ einfach und schnell handhabbar. Vorgeführt von einer Firma aus Greene fand es hier in Bockenem, und zwar demonstriert an einem Schrott-Auto, volle Zustimmung. Das Ergebnis schließlich: es soll je ein Set mit zwei Stützen für die Ortsfeuerwehren von Bockenem und Bornum angeschafft werden. Der Listenpreis je Set beträgt 1500 Euro.
Als nächstes ging es um die Beschaffung eines Hochdruckreinigers für die Feuerwehr Bockenem, weil der bisherige nicht mehr einsetzbar ist. Dabei entspann sich eine Diskussion um die Reinigung der Feuerwehrfahrzeuge generell. Ursprünglich nämlich sollten sämtliche Feuerwehrfahrzeuge in Bockenem auf dem dortigen Waschplatz gereinigt werden. Ein Ölabscheider ist dort vorhanden und auch ein Hochdruckreiniger. Mittlerweile jedoch ist die Entwicklung so gelaufen, dass hier in Bockenem nur noch die fünf Bockenemer Fahrzeuge gesäubert werden, diejenigen aus den Ortsteilen hingegen nicht. Dass in manchen Dörfern „per Hand“ gereinigt wird, scheint offensichtlich. Das aber ist nicht zulässig, weil dort keine Ölabscheider vorhanden sind.
Das Ergebnis der langen Diskussion: man will bei den Ortsfeuerwehren erfragen, ob sie künftig bereit sind, ihr jeweiliges Fahrzeug in Bockenem zu säubern. In diesem Fall soll ein neuer Hochdruckreiniger als Warmgerät für 2500 Euro gekauft werden. Bleibt es bei der momentanen Situation, werde man vielleicht nur einen erheblich kostengünstigeren als Kaltgerät für 600 Euro anschaffen. Die Abfrage bei den Ortsfeuerwehren soll bis zur nächsten Ausschusssitzung im Februar erfolgt sein.
Zustimmung gab es auch bei dem Ersatz der ab Juli 2014 wahrscheinlich nicht mehr „TÜV-fähigen“ Tragkraftspritzenfahrzeuge für Mahlum und Ortshausen. Für beide sind im Haushaltsplan der Stadt 110.000 Euro ausgewiesen. Die Ausschreibung für die Anschaffung soll unmittelbar nach der Genehmigung des Haushalts durch die Aufsichtsbehörde erfolgen. Trotzdem muss man mit der Auslieferung mehrere Monate, vielleicht mit mehr als einem Jahr, rechnen. Was aber, wenn beide Fahrzeuge im Juli 2014 stillgelegt werden müssen und die Auslieferung erst 2015 erfolgen kann? Diese Frage bewegte die Diskussion sehr ausführlich. Man werde sich dann mit einem Ersatzfahrzeug behelfen müssen, so die Antwort.
Auf dem Hintergrund dieser Diskussion regte Michael Loske, zuständig für die Feuerwehr bei der Stadtverwaltung, an, künftig von der Regelung abzugehen, Fahrzeuge erst dann neu zu beschaffen, wenn sie nicht mehr einsatzfähig sind. Man sollte sie bei Gefahr der Abgängigkeit rechtzeitiger durchprüfen. Das werde 2015 für die Fahrzeuge in Schlewecke und Jerze und für die beiden Löschwasserfahrzeuge in Bornum geschehen. Notwendiger Ersatz könne dann rechtzeitiger bestellt werden.
Mitgeteilt wurde auf dieser Sitzung, dass im letzten Jahr 44 Feuerwehrangehörige die Eignungsuntersuchung für den schweren Atemschutz in Goslar durchlaufen hätten und für Februar dieses Jahres 20 weitere angemeldet sind.