Fiat-Raritäten waren in Bockenem zu Gast

Rainer Bode hat das Herbsttreffen des Fiat-Raritäten-Clubs ausgerichtet. Der Bönnier fährt einen 124 Spider. Höhepunkt des Programms war eine Ausfahrt zum PS-Speicher nach Einbeck. (Foto: Vollmer)

Rainer Bode lud die Fiat-Liebhaber auf den Buchholzmarkt ein / Rund 40 Flitzer waren zu bestaunen

Noch vor einiger Zeit wusste die Frau, die da aus dem flotten Flitzer steigt, noch nicht mal, dass es eine Stadt namens Bockenem gibt. Jetzt steht sie mitten auf dem Buchholzmarkt und staunt, wie schön das Städtchen im Ambergau doch ist.

Aber auch die übrigen Teilnehmer am Herbsttreffen des Fiat-Raritäten-Clubs, der in Bochum beheimatet ist, sparen nicht an Lob. Vor allem gefallen die vielen Fachwerkhäuser, die das Bild in der Altstadt bestimmen. Vor zehn Jahren haben die Liebhaber alter Fiat-Fahrzeuge schon einmal einen Abstecher nach Bockenem unternommen. Nun war es an der Zeit, mal wieder einen Stopp im südlichen Teil des Landkreises Hildesheim einzulegen.
Das fand jedenfalls auch Rainer Bode aus Bönnien, der als Mann vor Ort für das Treffen verantwortlich zeichnete. 50 Gäste nutzten die Gelegenheit, um in geselliger Runde ein Wiedersehen zu feiern. Bürgermeister Martin Bartölke begrüßte zum Auftakt die Teilnehmer auf dem Marktplatz und überreichte ein Präsent an den Fiat-Fahrer mit der weitesten Anreise. Anschließend ging es in das Turmuhrenmuseum. Die Liebhaber der italienischen Marke kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Gerhard und Hannelene Klöckner aus Mörsbach im Westerwald düsten mit einem Fiat 1500 SA, Baujahr 1961, herbei. Der Fiat-Liebhaber gehört zu den Mitbegründern des Raritäten-Clubs, der 160 Mitglieder in Deutschland und dem angrenzenden Ausland zählt. „Ich habe vor 40 Jahren mit Oldtimern begonnen“, berichtete Gerhard Klöckner, der nach seiner Pensionierung noch mehr Zeit in das vielseitige Hobby investieren konnte. Das Fahrzeug befindet sich bereits 40 Jahre im Familienbesitz. „Zwischenzeitlich wechselte es auch schon mal den Besitzer, wurde dann aber wieder zurückgekauft“, berichtet der Mann aus dem Westerwald. Mit dem Fiat 1500 SA habe er bisher viele schöne Stunden verbracht, zumal auf die Technik bisher immer Verlass war.
In jedem Jahr lädt der Club Pfingsten und Anfang Oktober zu Treffen ein, die sich stets großer Beliebtheit erfreuen. „Insgesamt machen hier in Bockenem 30 Autos Station. Es sind ganz besondere Modelle mit dabei, zum Beispiel ein Fiat 1500 Cabrio oder ein 1200 Spezial, von denen es auf der Straße nur noch zwei Stück gibt. Einer ist hier in Bockenem, der andere steht im Vatikan“, berichtet der Vorsitzende des Fiat-Raritäten-Clubs, Werner Gotzian, der mittlerweile 31 Jahre an vorderster Stelle tätig ist. Bei dem strahlenden Sonnenschein machte die Fahrt mit seinem blauen 1500 Cabrio natürlich besonders viel Spaß. „Bei der Auswahl der Orte schauen wir natürlich, dass jede Region berücksichtigt wird“, erläutert der Vereinschef. Im kommenden Jahr stehen die Ziele bereits fest: Erfurt und der Schwarzwald.
Organisator Rainer Bode startete an dem Wochenende mit seinem Fiat 124 Spider durch. Er hat große Teile des Wagens, der 1982 gebaut wurde, selbst restauriert. Vor allem die Stoßstangen haben es in sich. Sie sind mit einer hydraulischen Einrichtung bestückt, die auch einen Rempler locker wegstecken. „Von dieser tollen Technik habe ich mich schon mal überzeugt“, berichtet Rainer Bode, der für das Rahmenprogramm verantwortlich zeichnete. Auf dem Programm stand zum Beispiel eine Ausfahrt zum neuen PS-Speicher nach Einbeck – und natürlich viele Benzingespräche in geselliger Runde.