Forderung nach Sofortmaßnahmen wird erfüllt

Der stellvertretende Stadtbrandmeister Ralf Sander (links) beruhigte die Elternschaft: „Bei einem Brand bekommen wir die Kinder aus dem Gebäude raus“. Architekt Michael Aselmeier (mitte) erklärte, was an Maßnahmen nötig sei und der stellvertretende Schulelternratsvorsitzende Horst Waizenegger moderierte die Veranstaltung. Foto: Hinz

Informationsveranstaltung zum Thema „Brandschutz“ in der Grundschule Bockenem

„Wir fordern eine Zusage von der Stadt, dass die Sofortmaßnahmen auch wirklich sofort durchgeführt werden“, hieß es aus Reihen der Elternschaft der Bockenemer Grundschule bei der ersten Informationsveranstaltung bezüglich des Brandschutzes in den Gebäuden. Diese Zusage gab dann Bürgermeister Martin Bartölke auch. Bis zum Ende der Herbstferien sollen nun, vorbehaltlich der Lieferbarkeit, Rauchmelder mit Impulsschaltung eingebaut werden. Diese sind miteinander verknüpft, sodass, schlägt ein Melder an, alle anfangen zu alarmieren.

Zu der Versammlung hatte der Schulelternrat eingeladen, um zu hören, wie weit ein Brandschutzkonzept bereits vorangeschritten sei. Schnell wurde jedoch klar, dass ein Konzept noch gar nicht vorliegt, sondern von den beauftragten Architekten gerade erst erarbeitet wird. Michael Aselmeier vom Architektenbüro Aselmeier & Lippitz aus Lechstedt, die bereits den Kindergarten im Südwall umbauen, erklärte, dass Anfang September ein erstes Konzept an die Verwaltung gehen soll. Dabei soll es dann nicht ausschließlich um den Brandschutz gehen, wie der Bürgermeister erklärt: „Wir betrachten das ganzheitlich. Ähnlich wie beim Schwimmbadumbau kommen viele Dinge zusammen. Neben dem Brandschutz müssen wir auch die Inklusion beachten und uns auf einen möglichen Ganztagsbetrieb einstellen.“
Der Architekt betonte, dass die Schule im Vergleich zu anderen schon sehr gut ausgestattet sei. Sie leide vor allem unter einem Punkt: Die fehlende Verbindung zwischen den beiden Gebäuden: „Das ist ein Punkt, an dem wir ansetzen werden. Damit wäre dann auch der geforderte zweite Fluchtweg aus den Gebäuden hinaus vorhanden.“ Mittelfristig rechnet die Verwaltung durch die vor dem Sommer verabschiedete Änderung der Schulbezirke mit einer Schülerzahl von 190 bis 210 Kindern. Derzeit sind es noch 250 Kinder. Dadurch sei dann auch mehr Platz für weitere Fach- oder Differenzierungsräume.
Die Sorgen der Eltern betrafen vor allem auch die Evakuierung aus den oberen Stockwerken. Hier konnte der stellvertretende Stadtbrandmeister Ralf Sander beruhigen: „Wir bekommen die Kinder da raus!“ Zudem sei durch einfache und kostengünstige Mittel schon eine Verbesserung des Brandschutzes möglich. Auch der Bürgermeister meinte: „Die Verantwortung liegt beim Landkreis. Wenn der festgestellt hätte, dass die Schule unsicher ist wäre sie schon geschlossen worden.“
Nicht nur um den Brandschutz, sondern vor allem um die Alarmierung ging es Schulleiter Jürgen Andre. Mit den versprochenen Rauchmeldern sei hier schon einiges geschehen, war zu diesem Punkt zufrieden. Zudem sind beim letzten Probealarm einige Mängel aufgefallen, sodass nicht in allen Räumen die Signale zu hören waren. Auch dies wurde inzwischen ausgebessert.
Erstaunt war der SPD-Fraktionsvorsitzende Siegfried Berner, dass, nachdem der Landkreis bei einer Begehung vor einiger Zeit Mängel feststellte, keine Auflagen vorgelegt hat. Dazu meinte der Architekt Aselmeyer: „Das Gefährdungspotenzial ist halt sehr gering.“
Der weitere Zeitplan ist ehrgeizig. Noch für den Haushalt 2014 sollen die Gelder bereitgestellt werden. Das bedeutet, dass das Konzept inklusive der Kosten bis Mitte November vollständig sein muss, damit die Parteien in ihren Klausurtagungen darüber beraten, und dann im Stadtrat abstimmen können. „Viele Möglichkeiten für Änderungen wird es daher wohl nicht geben. Die Wünsche müssen dann auch wieder mit eingebaut und ein neuer Plan erstellt werden“, meinte Siegfried Berner unter anderem in Richtung der Elternschaft. Trotzdem, das betonten alle Betroffenen, sollen auch Eltern und natürlich die Schule selbst mitsprechen und Wünsche äußern.
Etwas enttäuscht war der stellvertretende Elternratsvorsitzende Horst Waizenegger, der die Veranstaltung auch moderierte, dass von den rund 250 Kindern der Schule nur 40 bis 50 vertreten waren. Hinzu kamen einige Eltern von zukünftigen Schulkindern. „Vielleicht muss sich das erst einmal rumsprechen und bei der nächsten Veranstaltung kommen dann einige mehr“, so seine Hoffnung.

Der vorläufig geplante Zeitrahmen:
Anfang September 2013: Fertigstellung erstes Konzept. Anschließend Beratung zwischen Verwaltung, Architekt, Schule und Elternschaft.
Anfang/Mitte November 2013: Klausurtagung der Fraktionen zum Haushalt 2014.
November 2013: Verabschiedung Haushalt 2014 mit den benötigten Geldern.
Frühjahr 2014: Ausschreibung der Arbeiten.
Herbst 2014: Beginn der Umbaumaßnahmen.