Führungswechsel bei der Ortswehr Nette

Friedhelm Gaus übergibt das Protokollbuch an den neuen Ortsbrandmeister, seinen Sohn Oliver.
 
Die Beförderten bei der Feuerwehr Nette.

Friedhelm Gaus übergibt Posten an seinen Sohn Oliver / Wehr Jerze wird wohl zur Löschgruppe

Es bleibt in der Familie: Nach 24 Jahren hat Friedhelm Gaus den Posten des Ortsbrandmeisters in Nette abgegeben. Nachfolger wird sein Sohn Oliver, der in große Fußstapfen tritt.

Der scheidende Vorsteher der Ortswehr war zuvor auch schon fünf Jahre als Stellvertreter im Amt. „29 Jahre in Führungsaufgaben, das gibt es heute kaum noch“, so Stadtbrandmeister Alfred Schneider, der sich natürlich herzlich für die jahrzehntelange Arbeit bedankte. Das taten genauso auch die Aktiven der Wehr, die sich mit Präsentkorb sowie Gutschein bedankten. Der Musikzug hatte dies bereits im Rahmen seiner Versammlung Ende November mit einem Rundflug getan. Musikzugvorsitzender Holger Emmermann dankte noch einmal und hoffte auf weitere gute Zusammenarbeit mit dem Nachfolger. Der musste auf seine Wahl allerdings etwas warten. Denn da es mit dem Stellvertreter Ralf Sander einen weiteren Anwärter gab, musste schriftlich und geheim gewählt werden. Letztlich setzte sich Gaus deutlich mit 18 zu sechs Stimmen durch und bekam die ersten Gratulationen von seinem Wahlkontrahenten.
Der Rückblick auf das Jahr 2015 fiel verhältnismäßig lang aus. Denn neben den üblichen Veranstaltungen wie Osterfeuer, Maiwecken, Dorffest und Nikolausumzug gab es erneut zahlreiche Einsätze. Einmal musste ein Brand gelöscht werden. Ein Papiercontainer fast vor der eigenen Haustür stand in Flammen.
Darüberhinaus standen zehn Hilfeleistungen zu Buche. Darunter im Februar ein tödlicher Unfall auf der L493 zwischen Nette und Henneckenrode. „Einige Tage später haben wir uns einen Seelsorger für die Beteiligten geholt. Das war das erste Mal in meiner Amtszeit“, blickte Gaus zurück. „Ihr habt von den Wehren mit Grundausstattung die meisten Einsätze im Stadtgebiet“, lobte Schneider die Netter für ihre Tatkraft. Die Straße nach Henneckenrode sei dabei schon seit längerem deutlich unfallträchtiger als die Serpentinen den Weinberg hinauf. Hinzu kommen die Übungen im Zuge der Feuerwehrbereitschaft 3 des Kreisfeuerwehrverbandes. Schneider dankte auch den Seelsorgern im Stadtgebiet, die sich alle bereiterklärt hätten, nach schweren Einsätzen zur Verfügung zu stehen.
Bei den Gruppenaufteilungen wird es in diesem Jahr zu einer Änderung kommen. Aus den bisherigen drei Gruppen werden in Zukunft zwei. Die Erste wird dabei die Aktiven aufnehmen, die Zweite die Alterskameraden. Die Zahl der Aktiven hat sich von 24 auf 25 erhöht, hinzu kommen 25 Mitglieder in der Altersabteilung, 29 fördernde Mitglieder und zwei in der Jugendfeuerwehr.
Der Stadtbrandmeister berichtete von 26 Bränden und 53 Hilfeleistungen im Stadtgebiet im Jahr 2015. Großbrände seien nicht darunter gewesen, allerdings neben dem in Nette weitere tödliche Unfälle. „Ich habe auch noch nicht alle Berichte“, so Schneider. Außerdem gab er bekannt, dass die Ortsfeuerwehr in Jerze sich sehr wahrscheinlich auflösen und als Löschgruppe den Ortshäusern anschließen werde. „Das wäre nach Wohlenhausen und der Komplettauflösung in Werder die dritte Wehr“, erklärte Alfred Schneider. Er wünschte dem neuen Ortsbrandmeister, der noch vom Feuerschutzausschuss offiziell bestätigt werden muss, immer die richtigen Entscheidungen und das nötige Fingerspitzengefühl.
Mit etwas Wehmut verabschiedete sich zum Abschluss der Versammlung Friedhelm Gaus: „Es hat mir immer Spaß gemacht und ich habe es auch gerne gemacht. So ganz von 100 auf null kann ich nicht. Immerhin bleibe ich euch auch noch ein Jahr erhalten.“ Dann erreicht er die Altersgrenze und wird in die Altersabteilung wechseln. Ebenfalls die letzte Jahreshauptversammlung war es für Ortsbürgermeisterin Patricia Neddermeier. Sie wird ihren Posten nach der Kommunalwahl im September abgeben und dankte für die immer gute Zusammenarbeit.

Ernennungen/Beförderungen
Feuerwehrmann: Jannis Brakebusch und Patrick Rohkohl;
Oberfeuerwehrmann: Patrick Lamperz und Björn Jansen;
Hauptfeuerwehrmann: Ingo Rümmler.

Ehrungen
40 Jahre Mitgliedschaft: Andreas Unverhau;
50 Jahre Mitgliedschaft: Erich Schmidt und Karl-Heinz Herzog.