Gemeinsam Uhrenstuhl für das Museum gebaut

Unter der Regie von Industriemeister Alexander Lerich (stehend, links) bauten drei „Meteor“-Auszubildende und 13 Oberschüler gemeinsam den Uhrenstuhl für die Mannhardt-Turmuhr im Hintergrund; rechts: Museumsmitarbeiter Gerd Hecht. (Foto: Knoblich)

Auszubildende von „Meteor“ und Bockenemer Oberschüler schließen weiteres Kooperationsprojekt ab

Als sich seinerzeit der Ausbildungsleiter bei den Meteor Gummiwerken in Bockenem, Andreas Fischer, auf der einen sowie die Vertreter der damaligen Ambergauschule und der Wilhelm-Busch-Realschule auf der anderen Seite zu einem Kooperationsprojekt zusammenfanden, da war nicht abzusehen, dass damit der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt werden würde. Seit nunmehr fünf Jahren wird Jugendlichen der jetzigen Oberschule Bockenem Gelegenheit gegeben, bei „Meteor“ Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung zu erlernen und dabei ganz nebenbei in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Gerne schlüpfen die Auszubildenden dabei in die Rolle des Ausbilders und bringen den Schülerinnen und Schülern Grundfertigkeiten wie das Messen, Bohren, Sägen, Feilen, Anreißen, Gewindeschneiden und Schweißen bei. In der Vergangenheit waren für die Oberschule beispielsweise Podeste für die Pausenhalle, Bänke für den Innen- und Außenbereich oder auch Fußballtore für den Pausenhof entstanden.
Diesmal hatten sich alle Beteiligten und Gäste zur Projektpräsentation im Bockenemer Turmuhren- und Heimatmuseum getroffen. Aus gutem Grund. Unter der Leitung von Industriemeister Alexander Lerich hatten von Anfang September letzten Jahres bis Mitte Januar die drei „Meteor“-Auszubildenden Felix Fischer, Manuel Köhne und Eduard Paul zusammen mit 13 Schülern an einem Turmuhrenstuhl gearbeitet. Jeden Mittwoch ging’s zweieinhalb Stunden konzentriert zu Werke – und zwar nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie. Dann war das aus stählernen Vierkantrohren bestehende Gestell fertig. Der Turmuhrenstuhl gibt künftig einer Mannhardt-Turmuhr aus dem Jahr 1864 einen würdigen Platz. Der Chef des Uhrenmuseums in Delligsen, Axel Knippenberg, hatte sie vor knapp einem Jahr dem Bockenemer Museum im Tausch gegen eine Weule-Uhr überlassen.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde, zu der Museumsleiter Jörg-Dieter Besch begrüßte, stellte sich auch Gerd Hecht vor. Der inzwischen pensionierte Lehrer gehört zum Team des Turmuhrenmuseums und begleitet das Projekt seitens der Oberschule. „Gemeckert wurde nicht; die Schüler waren motiviert bei der Sache“, berichtete Hecht, selbst Uhrensammler und -liebhaber. Schulleiterin Dagmar Pallinger indes nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Projektbeteiligten für die reibungslose und erfolgreiche Zusammenarbeit zu bedanken. „Bei dieser Kooperation profitiert jeder von jedem“, fasste der stellvertretende Bürgermeister Joachim Lootz zusammen. Mit Blick auf das angeschlagene Unternehmen „Meteor“ meinte Lootz: „Das Museum wird noch lange stehen, die Oberschule wird es noch lange geben – und Meteor auch“. Geschäftsführer Dieter Lemke und Ausbildungsleiter Andreas Fischer – beide ebenfalls vor Ort – hörten es gerne.
Folgende Schüler waren an dem Turmuhrenstuhl-Projekt beteiligt: Peer Totzke, Kevin Wiebold, Damian Lehnert, Cevin Dittrich, Jonas Lindenberg, Markus Puhst, Yannik Frank, Henner Siebke, Max Bürger, Dennis Reinert, Marcel Gysin, Niclas Jakobschak und Ronny Lemp. Sie konnten für ihre Teilnahme Urkunden entgegen nehmen, während Ausbilder und Azubis als Dankeschön Präsente von Dagmar Pallinger erhielten.
Schon am morgigen Mittwoch geht’s in die nächste, nunmehr elfte Runde des Kooperationsprojektes. Dann wird wieder ein Turmuhrenstuhl gebaut, diesmal allerdings in einem anderen Format.