„Geschwisterlicher Besuch“

Superintendentin Katharina Henking, Pastor Ralph Thomas Strack und Birgit Lillig (vorne, mitte) im Kreis des Kirchenvorstands in der Kirche in Königsdahlum.
 
Katharina Henking ließ es sich nicht nehmen, den beiden Konfirmanden Max Fischer und Julian Kammann selbst deren Anwesenheit im Gottesdienst zu bestätigen.

Superintendentin Katharina Henking visitiert die Kirchengemeinde Bockenem-Königsdahlum

Bockenem / Königsdahlum. Superintendentin Katharina Henking vom Kirchenkreis Hildesheimer-Land Alfeld hat den Gemeinden Bockenem und Königsdahlum einen „geschwisterlichen Besuch“ abgestattet. Zum Abschluss der Visitation fand in der Johanneskirche in Königsdahlum ein festlicher Gottesdienst statt.
Katharina Henking zeigte sich beeindruckt vom Gestaltungswillen der Gemeinden und ihres aktiven Kirchenvorstands. Hier werde selbst gehandelt, anstatt einfach mit sich machen zu lassen, meinte die Superintendentin in ihrem Grußwort an die Gemeinde. Und das sei besonders wichtig, da Veränderungen in der Kirche unabwendbar seien: „Es wird notwendige Abschiede geben müssen“, sagte die Superintendentin: „Ich bin dafür da, Sie zu unterstützen.“ Auch Birgit Lillig gratulierte als Vertreterin des Kirchenkreisvorstands der Gemeinde zu ihren Ideen: „Ich hatte den Eindruck, bei Ihnen gibt es Träume“, sagte sie.
Ein Beispiel für den Einsatz des Kirchenvorstands sind die Andachten, die jeden Freitag um 18.05 Uhr in der Kirche in Königsdahlum ohne Pastor stattfinden. „Einmal im Monat Gottesdienst, das reichte uns nicht“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzender Ulrich Gräbig, der diese halbstündigen Andachten meist leitet. Also habe eine Gruppe von Gläubigen die Sache selbst in die Hand genommen, sogar Decken besorgt, damit im Winter die Kirche nicht extra geheizt werden muss. Sollte er einmal kurzfristig absagen müssen, finden die Teilnehmer in einer „Notfallmappe“ Liedtexte und Gebete und können die Andacht auch allein abhalten.
Eine Visitation sei für ihn ja auch eine Art Prüfung, leitete Pastor Ralph Thomas Strack seine Predigt mit einem kleinen Schmunzeln ein. Deshalb müsse er an diesem Sonntag besonders seriös erscheinen, erklärte er augenzwinkernd. Superintendentin Henking widersprach dann auch der Deutung einer Visitation als Prüfung oder Kontrolle. Es gehe vielmehr darum, „nach den Geschwistern zu sehen, wie es um sie steht“, und dabei nicht nach Defiziten zu schielen, sondern auf die Ressourcen zu blicken.
Zu ihren ersten Eindrücken gehörte die Baustelle in der St.-Pankratius-Kirche in Bockenem, deren Renovierung vor allem wegen des maroden Dachstuhls notwendig geworden war. Die Gemeinde hofft, dort Weihnachten wieder Gottesdienst feiern zu können. Die Sorgenfalten in den Gesichtern der Politiker wegen drohender Arbeitsplatzverluste beim insolventen Unternehmen Meteor habe sie ebenso wahrgenommen wie die Schönheit der Landschaft, so die Superintendentin, und auch die Meditationsgruppe von Pastor Strack besucht: „Ein Pastor zwei Stunden im Lotussitz, das habe ich auch noch nicht gesehen.“ Die ersten Eindrücke seien in intensiven Gesprächskreisen und Debatten vertieft und manches offene Wort ausgetauscht worden.
Die Kirchengemeinden in Bockenem und Königsdahlum mit zusammen 2.850 Gemeindemitgliedern wirken seit sieben Jahren in einer Arbeitsgemeinschaft. Es gebe außerdem einen guten Austausch mit den Nachbargemeinden Hary-Nette-Upstedt, erklärt Pastor Strack. Die Gemeinden im Ambergau gingen den Weg zu mehr Gemeinsamkeit in der Region in ihrem eigenen Tempo, betonte Superintendentin Henking. Der Gottesdienst erhielt zusätzlichen Glanz durch die Lieder der Kantorei Bockenem und des Singkreises Diekholzen unter Leitung von Christoph Pannek. bo